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Wespennest entfernen: Kosten, Fristen und wer zahlt

Autorenbild: Andreas Steger
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Ein Wespennest am Haus sorgt schnell für Unsicherheit: Darf ich es selbst entfernen? Was kostet die fachgerechte Beseitigung – und muss ich als Mieter dafür zahlen? Hier findest du die wichtigsten Antworten auf einen Blick, dazu Hintergrundwissen zu Wespen und Tipps für die Koexistenz.

Wespennest entfernen: Was kostet das?

Die Kosten für die Entfernung oder Umsiedlung eines Wespennests hängen vor allem davon ab, wie gut das Nest erreichbar ist. Laut Verbraucherzentrale ist ein Preis von bis zu 150 Euro für die fachgerechte Entfernung üblich. 

Schwer zugängliche Nester, etwa unter dem Dach oder an Stellen, die nur mit einer Hebebühne erreichbar sind, können deutlich teurer werden. Auch die Wespenart spielt eine Rolle: Steht sie unter besonderem Artenschutz, ist zusätzlich die Genehmigung der Naturschutzbehörde nötig, was den Aufwand erhöht.

Wer zahlt: Mieter oder Vermieter?

Beeinträchtigt oder gefährdet das Nest dich als Mieter erheblich, trägt in der Regel der Vermieter die Kosten für die Entfernung. So gehst du vor:

  1. Vermieter informieren. Ist die Wohnung durch das Wespennest nicht in vollem Umfang nutzbar, muss der Vermieter das Nest auf eigene Kosten entfernen lassen.
  2. Handelt der Vermieter nicht: Erstatte eine schriftliche Mängelanzeige und setze eine angemessene Frist zur Beseitigung.
  3. Passiert weiterhin nichts: Nach Ablauf der Frist darfst du nach § 536 ff. BGB die Miete mindern – oder einen Spezialisten selbst beauftragen und die Kosten dem Vermieter in Rechnung stellen.
  4. Bei akuter Gefährdung: Ist eine Fristsetzung unmöglich, darfst du dich nach § 536a BGB auch ohne Rücksprache mit dem Vermieter an einen Kammerjäger wenden. Der Vermieter muss die Kosten dann tragen, sofern sie im Verhältnis zur Gefährdung angemessen sind.

Wespennest entfernen lassen – so gehst du vor

  1. Naturschutzbehörde kontaktieren. Sie bestimmt die Wespenart und beurteilt, wie gefährlich der Bau tatsächlich ist. Davon hängt ab, welche Maßnahmen erlaubt sind.
  2. Fachbetrieb beauftragen. Ein Schädlingsexperte, Kammerjäger oder Imker verfügt über die nötige Schutzausrüstung und das Fachwissen, um das Nest sicher zu entfernen oder umzusiedeln.
  3. Umsiedlung bevorzugen. Das Töten des Wespenvolkes sollte der letzte Ausweg sein. Örtliche Naturschutzorganisationen unterstützen dabei, Nest und Staat einzusammeln und an einem weit entfernten, geeigneten Ort wieder auszusetzen.
  4. In akuten Notfällen kann auch die Feuerwehr tätig werden.

Wespennest selbst entfernen: Warum das gefährlich ist

Wespen stehen unter Naturschutz. Wer ein Nest eigenmächtig zerstört und die Tiere tötet, riskiert ein empfindliches Bußgeld – je nach Bundesland und Wespenart zwischen 5.000 und 65.000 Euro. Solitäre Wespen und Hornissen stehen unter besonderem Schutz; hier ist in jedem Fall die Erlaubnis der Naturschutzbehörde nötig.

Auch praktisch gehen gängige Hausmittel meist nach hinten los:

  • Wespenspray enthält giftige Substanzen, die auch Menschen, Haustieren und nützlichen Insekten wie Bienen schaden. Überlebende Wespen reagieren zudem gereizter und aggressiver.
  • Wespenschaum verschließt zwar den Nesteingang, wird aber häufig von den Tieren durchbohrt – das Nest wächst munter weiter.
  • Ausräuchern ist weder tiergerecht noch effektiv: Die aufgeschreckten Wespen können aggressiv reagieren, und ein Wespenbau brennt sehr leicht – Brandgefahr inklusive.
  • Wasser- oder Hochdruckstrahl provoziert ebenfalls einen Angriff des Schwarms und kann je nach Lage des Nests zusätzliche Schäden verursachen.

Wespen verteidigen ihr Nest mit ihrem Stachel – für Allergiker kann das gefährlich werden. Überlass die Entfernung deshalb einem Profi.

Wann darf ich ein Wespennest entfernen?

Für die Beseitigung eines Wespennests eignen sich zwei Zeitfenster im Jahr besonders gut:

  • Spätherbst: Das Wespenvolk ist bereits abgestorben, die Jungköniginnen haben das Nest verlassen.
  • Frühling: Die Königinnen der Deutschen Wespe suchen ab Anfang April, die der Gemeinen Wespe ab Mitte April einen Nistplatz. In dieser Phase lässt sich die Entstehung eines neuen Nests gut verhindern.

Die Königinnen anderer Wildwespenarten beginnen erst später im Frühling mit dem Nestbau. Sie sollte man nicht daran hindern – viele zählen zu den besonders geschützten Arten und halten ohnehin Abstand zu Menschen.

Wespennest oder Hornissennest – was ist der Unterschied?

Oberirdische Wespenbauten sind meist grau bis beige, röhren- bis halbkreis- oder kugelförmig und wirken papierartig-holzig. Das Ein- bzw. Ausflugloch liegt in der Regel seitlich. Ist das Nest dagegen nach unten hin offen, handelt es sich wahrscheinlich um ein Hornissennest – hier gelten nochmal strengere Schutzregeln.

So entsteht ein Wespennest

  1. Die Wespenkönigin beginnt im Frühjahr, ein Nest für ihren zukünftigen Staat zu bauen. Je nach Art entsteht der Bau in dunklen Hohlräumen oder frei hängend, etwa an einer Hecke, einem Baum oder im Dachstuhl. Die Königin schabt Holzfasern von Brettern, Zäunen oder Bäumen ab, speichelt sie ein und formt daraus bis zu 20 sechseckige Waben, in die sie ihre befruchteten Eier legt.
  2. Zunächst schlüpfen ausschließlich unfruchtbare Arbeiterinnen. Sie bauen das Nest weiter aus und ziehen Larven auf, während sich die Königin den Sommer über aufs Eierlegen konzentriert – der Wespenstaat wächst in dieser Zeit stark an.
  3. Im Herbst schlüpfen aus neu gelegten Eiern Jungköniginnen. Parallel legen Königin oder Arbeiterinnen Eier, aus denen Drohnen hervorgehen – ihre einzige Aufgabe ist die Begattung der Jungköniginnen anderer Wespenstaaten.
  4. Mit dem Herbst endet das Leben der Königin, der Drohnen und der Arbeiterinnen. Nur die begatteten Jungköniginnen überwintern geschützt unter morschem Holz, Baumrinde oder in Erdlöchern und gründen im nächsten Frühjahr jeweils einen eigenen neuen Wespenstaat.

Wo nisten Wespen?

Generell errichten die Tiere ihr Nest an wettergeschützten Orten. Einige Arten nisten in dunklen Höhlen oder Hohlräumen. Die Deutsche Wespe baut ihr Nest beispielsweise häufig in Rollladenkästen oder auf Dachböden unter Deckenverkleidungen. Wieder andere nisten unterirdisch in Mäuse- oder Maulwurfsgängen. Einige besonders geschützte Arten bauen ihr Nest freihängend an Bäumen, in Sträuchern oder Hecken.

Wie lange bleibt ein Wespennest bestehen?

Ein oberirdischer Wespenbau ist lange haltbar und kann über Jahre hinweg bestehen – die Tiere bewohnen es aber nur von Frühling bis Herbst. Abgesehen von den Jungköniginnen sterben Wespen im Herbst. Die Jungköniginnen hingegen verlassen in dieser Zeit das Nest, um unter morschem Holz, Baumrinde oder in Erdlöchern zu überwintern und im Frühjahr einen neuen, eigenen Wespenstaat zu gründen.

Häufige Fragen zum Wespennest

Muss ich ein Wespennest der Behörde melden?

Eine generelle Meldepflicht gibt es nicht. Bei einer Gefährdung lohnt sich aber der Anruf bei der örtlichen Naturschutzbehörde – sie bestimmt die Art und berät zum weiteren Vorgehen.

Was kostet die Entfernung eines Wespennests im Rollladenkasten?

Grundsätzlich gilt derselbe Rahmen wie bei anderen Nestern – die Erreichbarkeit entscheidet über den Preis. Rollladenkästen sind meist gut zugänglich, sodass hier eher der untere Preisbereich anfällt.

Kann ich ein Wespennest kostenlos entfernen lassen?

Manche Naturschutzorganisationen oder Feuerwehren helfen bei akuter Gefahr kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr, besonders bei der Umsiedlung. Für die reguläre Beauftragung eines Kammerjägers fallen in der Regel Kosten an – trägt sie als Mieter aber meist nicht.

Wer ist zuständig, wenn das Wespennest auf öffentlichem Grund liegt?

Hier ist die zuständige Kommune bzw. das Ordnungsamt der richtige Ansprechpartner, nicht der private Grundstückseigentümer.

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