Ratgeber

Auswandern in die USA: Voraussetzungen, Kosten und die ersten Schritte

Autorenbild Kilian Treß
Du suchst ein neues Zuhause? Finde deine Immobilie

Die USA gelten seit Jahrzehnten als eines der beliebtesten Auswanderungsziele weltweit. Ob berufliche Chancen, höhere Gehälter, beeindruckende Landschaften oder der Wunsch nach einem Neuanfang: Für viele Menschen bleibt der amerikanische Traum lebendig. Doch wer dauerhaft in den Vereinigten Staaten leben möchte, muss einige Hürden überwinden. Von der Aufenthaltsgenehmigung über die Finanzierung bis hin zur Wohnungssuche gibt es zahlreiche Punkte zu beachten.

Ohne Aufenthaltsgenehmigung geht nichts

Die wichtigste Voraussetzung für eine dauerhafte Auswanderung in die USA ist eine gültige Aufenthalts und Arbeitserlaubnis. Für die meisten Einwanderer führt der Weg langfristig über die sogenannte Green Card. Sie erlaubt es, dauerhaft in den USA zu leben und zu arbeiten.

Eine Möglichkeit ist die jährlich stattfindende Diversity Visa Lottery, besser bekannt als Green Card Lotterie. Daneben gibt es weitere Wege zur dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung, etwa über Familienangehörige, eine Arbeitsstelle, eine Investition oder eine Heirat mit einem US Staatsbürger.

Wer keine Green Card besitzt, kann unter bestimmten Voraussetzungen auch mit einem Arbeitsvisum in die USA ziehen. Allerdings sind diese Visa meist zeitlich begrenzt und häufig an einen bestimmten Arbeitgeber gebunden.

Mit welchen Kosten müssen Auswanderer rechnen?

Wie teuer die Auswanderung wird, hängt stark von der persönlichen Situation ab. Neben den Gebühren für Visa und Behörden fallen vor allem Kosten für den Umzug, Übersetzungen, ärztliche Untersuchungen und die erste Zeit vor Ort an. Allein der Umzug per Container kann mehrere tausend Euro kosten. Hinzu kommen Flugtickets, Mietkautionen, ein Fahrzeug und die Lebenshaltungskosten der ersten Wochen oder Monate.

Besonders wichtig ist ein finanzielles Polster. Denn viele Auswanderer benötigen zunächst Zeit, um einen Job zu finden, eine Wohnung anzumieten und die nötigen Behördengänge zu erledigen.

Kostenvergleich USA und Deutschland

Kostenvergleich: USA und Deutschland

Die Tabelle vergleicht ausgewählte Preise aus dem Warenkorb der Inflationsmessung. Links stehen die US-Preise in Dollar, in der Mitte die deutschen Preise in Euro. Rechts zeigt die Prozentzahl, ob der umgerechnete US-Preis günstiger oder teurer ist.

USA: BLS, Mai 2026 Deutschland: Destatis/BMLEH Kurs: 1 € = 1,1537 $
Lebensmittel
Produkt USA Deutschland USA günstiger/teurer
Vollmilch 1 Liter 4,22 $ je Gallone ≈ 0,97 € je 1 Liter 1,05 € je Liter -8,0 %
Eier 10 Stück 2,19 $ je 12 Stück ≈ 1,58 € je 10 Stück 2,01 € je 10 Stück -21,4 %
Weißbrot / Weizenmischbrot 1 kg 1,83 $ je lb ≈ 3,50 € je 1 kg 2,65 € je kg +31,9 %
Hähnchen 1 kg 2,04 $ je lb ≈ 3,89 € je 1 kg 4,09 € je kg -4,9 %
Rindfleisch 1 kg 6,72 $ je lb ≈ 12,84 € je 1 kg 12,73 € je kg +0,8 %
Kartoffeln 1 kg 0,89 $ je lb ≈ 1,71 € je 1 kg 1,16 € je kg +47,3 %
Zucker 1 kg 1,03 $ je lb ≈ 1,98 € je 1 kg 1,27 € je kg +55,9 %
Butter 250 g 4,22 $ je lb ≈ 2,01 € je 250 g 1,91 € je 250 g +5,7 %
Kaffee 1 kg 9,51 $ je lb ≈ 18,17 € je 1 kg kein amtlicher Vergleichswert im BMEL-Warenkorb kein Prozentvergleich
Bananen 1 kg 0,65 $ je lb ≈ 1,23 € je 1 kg kein amtlicher Vergleichswert im BMEL-Warenkorb kein Prozentvergleich
Tomaten 1 kg 2,49 $ je lb ≈ 4,76 € je 1 kg kein amtlicher Vergleichswert im BMEL-Warenkorb kein Prozentvergleich
Orangen 1 kg 1,54 $ je lb ≈ 2,95 € je 1 kg kein amtlicher Vergleichswert im BMEL-Warenkorb kein Prozentvergleich
Energie und Mobilität
Produkt USA Deutschland USA günstiger/teurer
Strom 1 kWh 0,196 $ je kWh ≈ 0,17 € je 1 kWh 0,4055 € je kWh -58,1 %
Erdgas 1 kWh 1,677 $ je therm ≈ 0,05 € je 1 kWh 0,1223 € je kWh -59,4 %
Benzin 1 Liter 4,651 $ je Gallone ≈ 1,06 € je 1 Liter 1,94 € je Liter -45,1 %
Diesel 1 Liter kein BLS-Wert in der verwendeten Average-Price-Auswahl nicht berechnet 1,87 € je Liter kein Prozentvergleich

Die Lebenshaltungskosten unterscheiden sich stark

Die USA sind kein einheitlicher Markt. Während das Leben in Kalifornien, Hawaii oder New York oft deutlich teurer ist als in Deutschland, gibt es auch Regionen mit vergleichsweise niedrigen Kosten.

Zu den günstigsten Bundesstaaten zählen unter anderem:

  • West Virginia
  • Oklahoma
  • Kansas
  • Alabama
  • Mississippi
  • Arkansas
  • Missouri
  • Iowa
  • Indiana
  • Tennessee

Wer flexibel bei der Standortwahl ist, kann dadurch mehrere hundert Dollar pro Monat sparen.

Wohin in den USA?

Zwischen Alaska und Florida liegen nicht nur tausende Kilometer, sondern auch enorme Unterschiede bei Klima, Wirtschaft und Lebensstil.

Wer eine Auswanderung plant, sollte deshalb nicht nur auf die Lebenshaltungskosten achten. Auch der Arbeitsmarkt, die Bevölkerungsentwicklung, das Wetter, die Infrastruktur und die persönliche Lebensplanung spielen eine wichtige Rolle.

Während Technologie Fachkräfte häufig nach Kalifornien oder Texas zieht, locken andere Bundesstaaten mit günstigeren Immobilienpreisen und niedrigeren Steuern.

Gute Vorbereitung erleichtert den Neustart

Noch vor der Ausreise sollten wichtige Dokumente zusammengestellt werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Reisepass
  • Geburtsurkunde
  • Heirats oder Scheidungsurkunden
  • Zeugnisse und Diplome
  • Führerschein
  • Bankunterlagen
  • Impfpass
  • Krankenunterlagen

Viele Dokumente müssen zusätzlich von vereidigten Übersetzern ins Englische übertragen werden.

Berufliche Anerkennung prüfen

Nicht jeder Beruf kann in den USA ohne Weiteres ausgeübt werden. In zahlreichen Branchen sind zusätzliche Zertifizierungen oder Prüfungen erforderlich.

Davon betroffen sind beispielsweise:

  • Ärzte
  • Pflegekräfte
  • Lehrer
  • Physiotherapeuten
  • Immobilienmakler

Wer in einem reglementierten Beruf arbeitet, sollte sich frühzeitig über die Anforderungen im jeweiligen Bundesstaat informieren.

Anzeige

Experten-Tipp

Wer in die USA auswandern möchte, sollte vorher unbedingt einmal einige Wochen dort gelebt und nicht bloß Urlaub gemacht haben, so der Ratschlag von Tom Breuer. Der Immobilienmakler arbeitet bei der Schröder & Busch Immobilien GmbH, die Auswanderer bei der Immobiliensuche im Ausland und speziell auch in den USA unterstützt. „Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass die meisten Menschen, die ins Ausland ziehen wollen, eine bestimmte Vorstellung von ihrem Leben dort haben. Das Leben vor Ort ist aber meistens anders als erwartet.“

Englischkenntnisse sind ein wichtiger Erfolgsfaktor

Auch wenn manche Regionen der USA große deutschsprachige Gemeinschaften besitzen, sind gute Englischkenntnisse im Alltag unverzichtbar.

Sie erleichtern nicht nur die Jobsuche, sondern auch Behördengänge, Vertragsabschlüsse und den Aufbau sozialer Kontakte. Wer sich noch unsicher fühlt, sollte bereits vor der Ausreise einen Sprachkurs absolvieren.

Die ersten Wochen nach der Ankunft

Nach der Einreise beginnt der organisatorische Teil des neuen Lebens. Zu den wichtigsten Aufgaben gehören:

  • Social Security Number beantragen
    Die Sozialversicherungsnummer ist in den USA nahezu unverzichtbar. Sie wird für die Arbeitsaufnahme, die Steuererfassung und viele weitere Bereiche benötigt.
     
  • Amerikanischen Führerschein erwerben 
    Je nach Bundesstaat muss nach einer Übergangsfrist ein lokaler Führerschein beantragt werden. Dazu gehören meist ein Sehtest sowie theoretische und praktische Prüfungen.
     
  • Krankenversicherung abschließen Anders als in Deutschland existiert kein einheitliches gesetzliches Krankenversicherungssystem. Viele Arbeitnehmer erhalten ihren Versicherungsschutz über den Arbeitgeber. Alternativ müssen private Policen abgeschlossen werden.
     
  • Bankkonto eröffnen 
    Für Gehaltszahlungen, Mietzahlungen und den Alltag ist ein US Bankkonto praktisch unverzichtbar.
     
  • Credit Score: Die unsichtbare Eintrittskarte 
    Eine Besonderheit des amerikanischen Systems ist der sogenannte Credit Score. Diese Bonitätsbewertung entscheidet häufig darüber, ob jemand eine Wohnung mieten, ein Auto finanzieren oder eine Kreditkarte erhalten kann. 
    Neuankömmlinge stehen dabei vor einem Problem: Ohne Kredithistorie gibt es oft keinen guten Score. Gleichzeitig lässt sich dieser nur durch die Nutzung von Krediten aufbauen. 
    Deshalb sollten Auswanderer möglichst früh damit beginnen, ihre Kreditwürdigkeit in den USA aufzubauen.
     
  • Wohnung mieten oder Haus kaufen? Viele Auswanderer entscheiden sich zunächst für eine Mietwohnung. Dabei sollten sie beachten, dass Mietverträge und Kündigungsregelungen deutlich anders ausgestaltet sein können als in Deutschland.

    Wer eine Immobilie kaufen möchte, sollte sich mit den Besonderheiten des amerikanischen Immobilienmarktes vertraut machen. Dazu gehören unter anderem professionelle Hausinspektionen sowie sogenannte Title Companies, die Eigentumsverhältnisse prüfen und absichern.

Fazit

Die Auswanderung in die USA bietet zahlreiche Chancen, erfordert aber eine gründliche Vorbereitung. Aufenthaltsrecht, Finanzierung, Krankenversicherung, Wohnungssuche und berufliche Anerkennung sollten möglichst früh geklärt werden. Wer sich ausreichend informiert und einen finanziellen Puffer einplant, erhöht die Chancen auf einen erfolgreichen Neustart in den Vereinigten Staaten deutlich.

Info: Käufer sollten beachten, dass sie in den USA für ihre Immobilie jährlich eine Property Tax, also eine Art Grundsteuer abführen müssen. Die Höhe der erhobenen Steuern ist von US-Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich und bewegt sich zwischen etwa 0,2 Prozent und 2 Prozent des Immobilienwertes. Der Wert der Immobilie wird nach Faktoren, wie dem Marktwert, der Lage, dem Zustand oder der Fläche geschätzt. Häufig werden aber auch Vergleichswerte von Verkaufserlösen des vergangenen Jahres in der gleichen Region als Berechnungsgrundlage herangezogen.

FAQ: Auswandern in die USA

Wie erhält man eine Green Card?

Wer nach Amerika auswandern möchte, kann an der jährlichen Green Card-Lotterie teilnehmen. Jährlich werden allerdings nur 50.000 Green Cards weltweit plus 5.000 für Lateinamerika verlost, so dass die Chancen, auf diesem Wege in die USA einwandern zu können, nicht allzu hoch sind.

Wie kann man ohne Green Card in die USA auswandern?

Wer keine Green Card hat, kann ein Arbeitsvisum beantragen, Das ist allerdings daran gekoppelt, dass man in den USA bereits eine Zusage für einen Job bei einem in den USA ansässigen Unternehmen hat.

Kann man die Geen Card kaufen?

Es ist nicht möglich, eine Green Card zu kaufen. Wer allerdings hohe Summen in amerikanische Unternehmen investiert oder ein Unternehmen in den USA gründet und Arbeitsplätze schafft, kann eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung erhalten.

(6)
2.7 von 5 Sternen
5
 
4
 
3
 
2
 
1
 
Deine Bewertung:

Seite weiterleiten

Artikel drucken

War dieser Artikel hilfreich?

Neuen Kommentar schreiben

immowelt Redaktionskodex

Die immowelt Redaktion verfügt über ein breites Immobilienwissen und bietet den Lesern sorgfältig recherchierte Informationen in hilfreichen Ratgebertexten. Der Anspruch der immowelt Experten ist es, komplexe Sachverhalte möglichst einfach wiederzugeben. Sämtliche Inhalte werden regelmäßig überprüft und verlässlich aktualisiert. Die immowelt Redaktion kann und darf keine rechtsgültige Beratung leisten. Für rechtsverbindliche Auskünfte empfehlen wir stets den Rat eines Fachanwalts, Eigentümer- oder Mieterverbands einzuholen.

Hier geht es zu unserem Impressum, den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, den Hinweisen zum Datenschutz und nutzungsbasierter Online-Werbung.