Ratgeber

Ölheizung und Gasheizung austauschen: Alternativen, Kosten und Förderung 2026

Autorenbild: Andreas Steger
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Für die meisten Eigentümer ist die Wärmepumpe die wirtschaftlichste Alternative zur Öl- oder Gasheizung, sofern das Gebäude geeignet ist. Der Staat fördert den Umstieg auf erneuerbare Heizungen mit 30 bis 80 Prozent.

Das Wichtigste in Kürze

  • Du musst eine funktionierende Öl- oder Gasheizung nicht austauschen. Das Betriebsverbot für alte Heizkessel ist gestrichen.
  • Neue Öl- und Gasheizungen sind wieder erlaubt, müssen aber ab 2029 einen steigenden Anteil biogener Brennstoffe nutzen (Bio-Treppe).
  • Der Staat fördert nur erneuerbare Heizungen: 30 Prozent Grundförderung, mit Boni bis 70 oder 80 Prozent.
  • Die Wärmepumpe hat die niedrigsten Heizkosten. Im Altbau funktioniert sie am besten, wenn das Haus mit niedrigen Heizwassertemperaturen warm wird.
  • Pelletheizung und Fernwärme sind einfache Alternativen, wenn Platz oder ein Netz vorhanden ist.
  • Eine Optimierung der bestehenden Heizungsanlage wird mit 15 Prozent gefördert.

Öl- oder Gasheizung austauschen: Welche Alternativen gibt es?

Es gibt sieben Alternativen zur Öl- und Gasheizung, und keine passt für alle Gebäude. Sie unterscheiden sich in Energiequelle, Voraussetzungen, Kosten und Förderung. Die Tabelle zeigt, welche Alternative zu welchem Gebäude passt.

AlternativeEnergiequelleGeeignet fürRichtwert KostenBEG-Förderung
WärmepumpeUmweltwärme und StromGedämmte Gebäude oder mit Flächenheizung18.000 bis 35.000 EuroJa, ab 30 Prozent
SolarthermieSonneErgänzung bei genug Dachflächeab ca. 8.000 EuroJa, ab 30 Prozent
HybridheizungZwei Systeme kombiniertWer nicht ganz auf Gas verzichten will20.000 bis 30.000 EuroNur erneuerbarer Anteil
PelletheizungHolzpelletsÄlteres Einfamilienhaus mit Platzab ca. 20.000 EuroJa, ab 30 Prozent
FernwärmeWärmenetzGebiete mit Fernwärmenetz5.000 bis 15.000 Euro (Hausanschluss)Ja, ab 30 Prozent
Mini-BlockheizkraftwerkGas, Pellets oder WasserstoffMehrfamilienhäuser mit hohem BedarfNicht beziffertNein
BrennstoffzellenheizungWasserstoff oder BiomethanGebäude mit Gasanschluss und hohem Bedarfab ca. 30.000 EuroUnter Voraussetzungen

Die Kosten sind Richtwerte inklusive Einbau, vor Abzug der Förderung. Beim Austausch in einem gebrauchten Haus kommen oft Kosten für Rohre und Heizkörper hinzu, weil das gesamte System angepasst werden muss.

Welche Heizung ist im Betrieb am günstigsten?

Die Wärmepumpe hat laut Heizspiegel 2026 die niedrigsten Heizkosten, gefolgt von Holzpellets. Gas liegt dahinter, Heizöl und Fernwärme sind am teuersten. Die Tabelle zeigt die Prognose für das Abrechnungsjahr 2026.

Heizart70-m²-Wohnung im Mehrfamilienhaus130-m²-Einfamilienhaus
Wärmepumpe735 Euro (+3 Prozent)1.300 Euro (+3 Prozent)
Holzpellets860 Euro (+17 Prozent)1.740 Euro (+23 Prozent)
Erdgas1.120 Euro (−4 Prozent)1.930 Euro (−5 Prozent)
Heizöl1.275 Euro (+24 Prozent)2.745 Euro (+28 Prozent)
Fernwärme1.310 Euro (+1 Prozent)2.055 Euro (+1 Prozent)

Fossile Heizungen werden langfristig teurer. Laut co2online können sich die Heizkosten für Gas- und Ölheizungen bis 2045 mehr als verdoppeln, unter anderem wegen steigender CO₂-Preise. Einen ausführlichen Vergleich findest du im Ratgeber Ölheizung oder Wärmepumpe: Kostenvergleich 2026.

Muss ich meine Öl- oder Gasheizung 2026 austauschen?

Nein. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist seit dem 29. Juli 2026 in Kraft und ersetzt das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG). Es streicht die 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien beim Heizungseinbau, die Beratungspflicht beim Einbau von Öl- und Gasheizungen und das Betriebsverbot für Heizkessel und Ölheizungen. Eine funktionierende Heizung darf weiterlaufen, und neue Öl- und Gasheizungen bleiben erlaubt.

Was ist die Bio-Treppe?

Die Bio-Treppe verpflichtet neue Öl- und Gasheizungen, einen steigenden Anteil biogener Brennstoffe oder Wasserstoff zu nutzen. Sie gilt für Heizungen, die nach dem GModG eingebaut werden.

AbMindestanteil biogener Brennstoffe oder Wasserstoff
202910 Prozent
203015 Prozent
203530 Prozent
204060 Prozent

Hybridheizungen mit Wärmepumpe, Solarthermie oder Biomasse erfüllen die Bio-Treppe bis 2035 unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls. Ab 2035 ist ein Nachweis durch eine fachkundige Person nötig. Zusätzlich kündigt das Gesetz bis zum 1. Dezember 2026 eine Quote für grünes Gas und grünes Heizöl an: Ab 2045 sollen Gas, Öl und Flüssiggas für Gebäudeheizungen vollständig klimaneutral sein.

Welche Förderung gibt es für den Heizungstausch?

Der Staat fördert den Umstieg auf erneuerbare Heizungen mit 30 bis 80 Prozent der förderfähigen Kosten. Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Bedingungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Öl- und Gasheizungen sind von der Förderung ausgeschlossen. Den Antrag für Wohngebäude stellst du bei der KfW (Programm 458).

FörderbausteinHöheBedingung
Grundförderung30 ProzentAlle Antragstellenden
Klimageschwindigkeitsbonus16 Prozent bis 31. Januar 2027Selbstnutzer, die eine funktionierende Öl-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gasheizung austauschen
Einkommensbonus40, 30 oder 10 ProzentZu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 30.000, 40.000 oder 50.000 Euro
Familienzuschlag10.000 Euro weniger anrechenbares EinkommenMindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt
Höchstsatz70 Prozent, bei 40 Prozent Einkommensbonus 80 ProzentSelbstnutzende Eigentümer

Förderfähig sind Kosten bis 28.000 Euro für die erste Wohneinheit. Ein Beispiel: Bei Grundförderung (30 Prozent) plus Klimageschwindigkeitsbonus (16 Prozent) erhältst du 46 Prozent von 28.000 Euro, also 12.880 Euro Zuschuss. Ab dem 1. Februar 2027 sinkt der Klimageschwindigkeitsbonus alle sechs Monate um 4 Prozentpunkte, ab dem 1. August 2028 entfällt er. Wer früh wechselt, sichert sich also den höheren Satz.

Förderfähig sind Wärmepumpen, Biomasseheizungen, Solarthermie, Brennstoffzellenheizungen sowie der Anschluss an ein Gebäude- oder Wärmenetz. Weitere Förderungen findest du im Ratgeber Fördermöglichkeiten für Immobilien im Überblick.

Die Alternativen zur Öl- und Gasheizung im Detail

Kann ich eine Wärmepumpe im Altbau nachträglich einbauen?

Ja, eine Wärmepumpe lässt sich im Altbau nachrüsten, wenn Dämmung, Heizkörperfläche und Vorlauftemperatur zusammenpassen. Wärmepumpen sind im Neubau weit verbreitet. In Bestandsgebäuden funktionieren sie unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls. Alle Details zu Kosten, Voraussetzungen und Bauarten findest du im Ratgeber Wärmepumpe im Altbau: Kosten, Voraussetzungen und welche sich 2026 eignet.

Voraussetzungen im Altbau: Drei Faktoren entscheiden: Dämmung, Heizkörperfläche und Vorlauftemperatur. Eine Wärmepumpe arbeitet am effizientesten, wenn die Vorlauftemperatur niedrig ist. Je schlechter ein Gebäude gedämmt ist, desto höher muss die Vorlauftemperatur sein. In vielen schlecht gedämmten Häusern sind 70 bis 80 °C nötig. Herkömmliche Wärmepumpen arbeiten in der Regel nur bis maximal 55 °C wirtschaftlich.

Lösungen für den Altbau: Hochtemperatur-Wärmepumpen erreichen Vorlauftemperaturen von bis zu 80 °C und sollen laut Herstellern trotzdem effizient arbeiten. Sie verbrauchen aber mehr Strom und kosten in der Anschaffung mehr. Lass daher von einer Fachperson prüfen, ob sie im Betrieb günstiger sind als deine alte Heizung. Eine kostengünstigere Lösung sind großflächige Heizkörper, etwa eine Fußbodenheizung, Wand- oder Deckenheizung. Sie senken die nötige Vorlauftemperatur und sind im Altbau meist einfacher nachzurüsten. Oft genügt es, einzelne kleine Heizkörper gegen größere oder gegen Niedertemperaturheizkörper auszutauschen. Auch eine bessere Dämmung reduziert den Wärmeverlust.

Test: Eignet sich mein Haus für eine Wärmepumpe? Du kannst die Eignung ohne Investition testen:

  1. Senke an einem sehr kalten Tag die Vorlauftemperatur der Heizung auf 45 bis maximal 55 °C.
  2. Drehe die Thermostate auf.
  3. Prüfe, ob die Zimmer wie gewohnt warm werden.

Werden die Zimmer warm, lässt sich im Altbau eine Wärmepumpe nachrüsten. Werden sie nicht warm, helfen Flächenheizkörper oder eine bessere Dämmung. Einen ausführlicheren Eignungscheck beschreibt der Ratgeber Wärmepumpe im Altbau: Mit diesem 48-Stunden-Test prüfst du die Eignung selbst.

Fußbodenheizung und Dämmung: Eine Fußbodenheizung ist keine Voraussetzung. Auch ausreichend große Heizkörper arbeiten mit einer Wärmepumpe. Ebenso ist eine Komplettsanierung nicht nötig: Auch ein ungedämmter Altbau lässt sich mit einer Wärmepumpe beheizen, braucht dann aber mehr Heizleistung und Strom. Einzelne Maßnahmen senken die Heizlast, zum Beispiel die Dämmung der obersten Geschossdecke oder des Dachs, bessere Fenster oder ein hydraulischer Abgleich. Dann kann die Wärmepumpe kleiner ausfallen, und Investition und Stromverbrauch sinken.

Einrohrheizung: Viele ältere Gebäude haben ein Einrohrsystem, in dem mehrere Heizkörper hintereinander im selben Kreislauf hängen. Das Heizwasser kühlt dabei von Heizkörper zu Heizkörper ab. Das wird zum Problem, wenn das System hohe Vorlauftemperaturen braucht. Lass dann prüfen, ob größere Heizflächen, ein hydraulischer Abgleich oder eine Hochtemperatur-Wärmepumpe infrage kommen.

Bauarten: Im Altbau ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe oft die einfachste Lösung, weil du keine Bohrung und keinen Brunnen brauchst. Ihre Effizienz hängt stärker von der Außentemperatur ab. Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe braucht Erdsonden oder Erdkollektoren, eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe einen Brunnen mit Genehmigung. Eine Luft-Luft-Wärmepumpe kommt infrage, wenn kein wassergeführtes Heizsystem vorhanden ist. Das Warmwasser musst du dann meist separat bereitstellen.

Dimensionierung und Heizstab: Lass die Heizlast des Gebäudes berechnen, bevor du die Leistung festlegst. Eine zu große Wärmepumpe kostet mehr und schaltet häufiger ein und aus. Eine zu kleine braucht bei Kälte öfter den elektrischen Heizstab. Er erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom nur etwa eine Kilowattstunde Wärme, die Wärmepumpe liefert aus derselben Strommenge deutlich mehr. Mehr dazu im Ratgeber Wärmepumpe richtig dimensionieren: So groß muss sie wirklich sein.

Funktionsweise: Eine Wärmepumpe funktioniert wie ein Kühlschrank in umgekehrter Richtung. Ein Kühlschrank entzieht Lebensmitteln Wärme und gibt sie nach außen ab. Eine Wärmepumpe entzieht der Umwelt Wärme und gibt sie an das Haus ab. Die Energie stammt je nach Art aus dem Erdboden, der Luft oder dem Grundwasser. Wasser verteilt die Wärme in Flächenheizungen oder Heizkörper und kann auch den Warmwasserspeicher aufheizen. Mehr dazu im Ratgeber Wärmepumpe: Funktion, Kosten und Förderung.

Kosten und Förderung: Eine Wärmepumpe kostet inklusive Installation zwischen 18.000 und 35.000 Euro. Im Altbau kommen oft Kosten für einzelne Heizkörper, Elektroinstallation, hydraulischen Abgleich oder Sanierungsmaßnahmen hinzu. Vergleiche daher nicht nur Gerätepreise, sondern Gesamtangebote. Wie sich die Betriebskosten von Wärmepumpe, Gas und Öl unterscheiden, zeigt der Ratgeber Heizkosten-Check 2026: Warum die Wärmepumpe Gas und Öl finanziell abhängt. Sie gilt nur dann als vollständig erneuerbar, wenn der Strom ebenfalls aus erneuerbaren Energien stammt. Die Förderung beträgt 30 bis 80 Prozent (siehe Abschnitt Förderung).

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Kann ich eine Solarthermie-Anlage nachträglich einbauen?

Ja, aber Solarthermie ersetzt die Heizung nicht allein. Sie ist immer eine Ergänzung zu einem anderen Heizsystem, zum Beispiel einer Wärmepumpe, und arbeitet in einem hybriden Heizsystem.

Funktionsweise: Kollektoren auf dem Dach fangen Sonnenstrahlung ein und wandeln sie in Wärme um. Sie geben die Wärme an einen Speicher ab, an dem auch die Wärmepumpe hängt.

Voraussetzungen: Je größer die Kollektorfläche, desto höher der Beitrag zur Wärmeversorgung. Eine kleinere Anlage unterstützt meist nur die Warmwasserversorgung. Eine größere Anlage kann zusätzlich die Heizung unterstützen. Solarthermie wird mit 30 Prozent Grundförderung gefördert.

Kann ich eine Hybridheizung nachträglich einbauen?

Ja, eine Hybridheizung lässt sich nachrüsten, ist aber im Bestand oft aufwendig. Sie besteht aus mindestens zwei voneinander unabhängigen Systemen, die das Haus gemeinsam mit Wärme versorgen.

Funktionsweise: Meist kombiniert die Anlage fossile und erneuerbare Energieträger. Das fossile System schaltet sich zu, wenn die erneuerbare Heizung den Wärmebedarf nicht allein deckt. Bei zwei erneuerbaren Systemen unterstützt das eine das Hauptsystem, und beide laufen gleichzeitig.

Voraussetzungen: Der Pufferspeicher hat in einem Hybridsystem die zentrale Rolle. Er speichert die Wärme aus den verschiedenen Quellen und gibt sie bei Bedarf an den Heizkreislauf ab. Im Bestand muss das Heizungssystem dafür umgerüstet werden.

Kosten: Eine Wärmepumpe zusätzlich zur Gasheizung kostet etwa 20.000 Euro. Fachplanung und Baubegleitung für Anpassungen am Heizsystem kosten etwa 5.000 Euro zusätzlich. Eine Kombination aus Wärmepumpe und Solarthermie kostet etwa 30.000 Euro.

Förderung: Gefördert wird der erneuerbare Teil, zum Beispiel die Wärmepumpe. Die Gasheizung selbst ist nicht förderfähig.

Für wen lohnt es sich? Eine Gas-Hybridheizung lohnt sich für alle, die nicht komplett auf Gas verzichten wollen oder können. Sie hängt aber von den Gaspreisen ab: Sehr hohe Gaspreise fängt auch die Kombination mit Wärmepumpe oder Solarthermie nicht auf. Wer komplett auf fossile Energien verzichten will, muss mit einem aufwendigen und teuren Umbau rechnen.

Kann ich eine Pelletheizung nachträglich einbauen?

Ja, eine Pelletheizung eignet sich besonders für ein älteres Einfamilienhaus, weil sie sich vergleichsweise einfach in ein bestehendes Heizsystem integrieren lässt. Pelletheizungen gelten als CO₂-neutral und nutzen einen nachwachsenden Rohstoff. Sie stoßen allerdings Feinstaub aus.

Funktionsweise: Eine Pelletheizung funktioniert ähnlich wie eine Öl- oder Gasheizung. Die Verbrennung von Holz in einem Kessel erzeugt Hitze, die Wasser erwärmt. Dabei entsteht kein Kohlenstoffdioxid aus fossilen Quellen, aber Feinstaub. Pellets verbrennen sauberer als Scheitholz, weil sie keine Rinde und kaum Feuchtigkeit enthalten. Pellets bestehen aus gepressten Holzresten und Sägespänen und haben einen hohen Heizwert. Pelletheizungen laufen in der Regel vollautomatisch.

Voraussetzungen: Du brauchst vor allem Platz für Kessel und Pelletlager. In älteren Einfamilienhäusern mit Ölheizung ist dafür oft der Platz des früheren Öltanks frei.

Kosten und Förderung: Eine Pelletheizung kostet ab etwa 20.000 Euro. Biomasseheizungen erhalten 30 Prozent Grundförderung plus mögliche Boni.

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Kann ich nachträglich auf Fernwärme umsteigen?

Ja, wenn in deinem Gebiet ein Fernwärmenetz liegt. Fernwärme braucht keine eigene Heizanlage, nur eine kompakte Übergabestation. Das größte Problem ist die Verfügbarkeit. Weitere Infos im Ratgeber Fernwärme: Funktion, Kosten und Anbieter.

Funktionsweise: Fernwärme entsteht zentral, meist in Kraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), und gelangt über ein Rohrnetz mit Wasser als Wärmeträger zum Haus. Auch Müllverbrennungsanlagen und Blockheizkraftwerke erzeugen Fernwärme. Auf den Brennstoff hast du als Verbraucher keinen Einfluss. Am häufigsten kommt Erdgas zum Einsatz, gefolgt von Kohle.

Voraussetzungen: Ein Rohrnetz muss vorhanden sein. Das ist in Ballungszentren meist der Fall, in kleineren Städten und auf dem Land oft nicht. Zusätzlich muss der Hausanschluss umgerüstet werden. Ob in deinem Gebiet ein Netz geplant ist, zeigt die kommunale Wärmeplanung. Frage dazu bei den Stadtwerken nach.

Kosten und Förderung: Der Hausanschluss kostet je nach Anbieter und Aufwand zwischen 5.000 und 15.000 Euro. Der Anschluss an ein Wärmenetz erhält 30 Prozent Grundförderung plus mögliche Boni. Frage zusätzlich bei den Stadtwerken und beim Bundesland nach weiteren Fördermitteln.

Für wen rentiert sich Fernwärme? Der größte Vorteil: Die Wärme kommt gebrauchsfertig ins Haus, du brauchst weder Kessel noch weitere Installationen. Entsprechend einfach ist der Wechsel von einer Gas- oder Ölheizung. Nachteile sind der fehlende Einfluss auf die Erzeugung und die Preise: Fernwärmeanbieter haben oft ein örtliches Monopol, daher schwanken die Preise von Stadt zu Stadt stark. Laut Heizspiegel 2026 ist Fernwärme mit 1.310 Euro für eine 70-m²-Wohnung die teuerste der untersuchten Heizarten.

Kann ich nachträglich auf ein Mini-Blockheizkraftwerk umrüsten?

Ja, ein Mini-Blockheizkraftwerk (BHKW) erzeugt in Ein- und Mehrfamilienhäusern Wärme und Strom gleichzeitig.

Funktionsweise: Es arbeitet wie ein großes Kraftwerk für Fernwärme. Die Verbrennung treibt einen Generator an, der Strom erzeugt. Die entstehende Wärme geht in einen Pufferspeicher, der das Haus versorgt. Du kannst den Strom selbst nutzen oder ins öffentliche Netz einspeisen. Alternativ lässt sich ein Mini-BHKW mit einer Brennstoffzelle betreiben.

Voraussetzungen: Du musst die Anlage und einen Pufferspeicher installieren. Oft sind Anpassungen am hydraulischen und elektrischen System der Haustechnik nötig.

Kann ich auf eine Brennstoffzellenheizung wechseln?

Ja, aber die Technologie ist laut Einschätzung noch nicht vollständig ausgereift. Eine Brennstoffzellenheizung gilt in der Theorie als effizienteste und innovativste Alternative zur klassischen Öl- und Gasheizung.

Funktionsweise: Sie funktioniert wie ein Mini-BHKW, nutzt aber Wasserstoff als Brennstoff. Wasserstoff reagiert mit Sauerstoff, dabei entstehen Wasser, Strom und Wärme. Weil die Herstellung von reinem Wasserstoff aufwendig und noch nicht wirtschaftlich ist, gewinnt die Anlage den Wasserstoff aus zugeführtem Gas, etwa Biomethan. Die Verbrennung läuft anschließend weitgehend CO₂-neutral ab.

Voraussetzungen: Du brauchst einen Gasanschluss, eine zentrale Heizungsanlage und einen Wärmespeicher.

Kosten und Förderung: Eine Brennstoffzellenheizung kostet ab etwa 30.000 Euro. Sie ist unter bestimmten Voraussetzungen mit 30 Prozent Grundförderung plus Boni förderfähig, etwa beim Betrieb mit Biomethan oder grünem Wasserstoff.

Rentiert sie sich? Als reine Heizung rentiert sich die Brennstoffzelle noch nicht. Rentabel kann sie durch den erzeugten Strom werden, denn dessen Produktion steigt mit der Heizleistung. Sie kommt daher für Mehrfamilienhäuser und Altbauten mit hohem Heizbedarf infrage.

Kann ich meine Öl- oder Gasheizung optimieren, statt sie auszutauschen?

Ja, eine Optimierung senkt den Verbrauch der bestehenden Heizungsanlage und wird mit 15 Prozent gefördert, mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) mit 20 Prozent. Den Zuschuss beantragst du beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Typische Maßnahmen sind der Austausch der Heizungspumpe, ein hydraulischer Abgleich, effizientere Regelungstechnik und die Anpassung der Vorlauftemperatur. Eine Flächenheizung senkt die nötige Vorlauftemperatur zusätzlich und bereitet das Haus auf eine spätere Wärmepumpe vor. Wie diese Maßnahmen funktionieren, erklärt der Ratgeber Heizkosten sparen: 10 Tipps zum richtigen Heizen.

Was bedeutet der Heizungstausch für Mieter?

Mieter entscheiden nicht über die Heizung, das Heizsystem wählt der Vermieter. Steigende Öl- und Gaspreise spüren Mieter verzögert, weil sie über die Nebenkostenabrechnung umgelegt werden. Die CO₂-Kosten teilen sich Mieter und Vermieter seit 2023. Neu ist eine Mieterschutzregel im GModG: Baut ein Vermieter eine neue Gas- oder Ölheizung ein, teilen sich Mieter und Vermieter bestimmte Betriebskosten dieser Heizung.

Unabhängig vom Heizsystem senkst du als Mieter deine Heizkosten durch dein Heizverhalten. Tipps dazu findest du im Ratgeber Heizkosten sparen.

Häufige Fragen zum Austausch von Öl- und Gasheizung

Muss ich meine Öl- oder Gasheizung austauschen?

Nein. Seit das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) am 29. Juli 2026 in Kraft getreten ist, gibt es keine Austauschpflicht mehr. Auch das Betriebsverbot für alte Heizkessel und Ölheizungen ist gestrichen. Eine funktionierende Heizung darf weiterlaufen.

Darf ich 2026 noch eine neue Öl- oder Gasheizung einbauen?

Ja. Die 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien und die Beratungspflicht beim Einbau sind gestrichen. Neue Öl- und Gasheizungen müssen aber ab 2029 die Bio-Treppe erfüllen. Der Staat fördert sie nicht.

Was ist die Bio-Treppe?

Die Bio-Treppe schreibt neuen Öl- und Gasheizungen einen Mindestanteil biogener Brennstoffe oder Wasserstoff vor. Er beträgt ab 2029 mindestens 10 Prozent, ab 2030 mindestens 15 Prozent, ab 2035 mindestens 30 Prozent und ab 2040 mindestens 60 Prozent.

Wie hoch ist die Förderung für eine Wärmepumpe 2026?

Die Grundförderung beträgt 30 Prozent. Selbstnutzer erhalten zusätzlich bis zu 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus (bis 31. Januar 2027) und je nach Einkommen 10, 30 oder 40 Prozent Einkommensbonus. Die Gesamtförderung ist auf 70 Prozent begrenzt, bei 40 Prozent Einkommensbonus auf 80 Prozent. Förderfähig sind Kosten bis 28.000 Euro für die erste Wohneinheit.

Werden Öl- und Gasheizungen noch gefördert?

Nein. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude fördert nur erneuerbare Heizsysteme und Netzanschlüsse. Die Optimierung einer bestehenden Heizungsanlage, etwa durch hydraulischen Abgleich oder Pumpentausch, wird mit 15 Prozent gefördert, mit iSFP mit 20 Prozent.

Welche Heizung ist im Betrieb am günstigsten?

Laut Heizspiegel 2026 hat die Wärmepumpe die niedrigsten Heizkosten. Für eine 70-m²-Wohnung betragen die prognostizierten Jahreskosten 735 Euro bei Wärmepumpe, 860 Euro bei Holzpellets, 1.120 Euro bei Erdgas, 1.275 Euro bei Heizöl und 1.310 Euro bei Fernwärme.

Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau?

Ja, wenn Dämmung, Heizkörperfläche und Vorlauftemperatur zusammenpassen. Herkömmliche Wärmepumpen arbeiten bis etwa 55 °C Vorlauftemperatur wirtschaftlich. Hochtemperatur-Wärmepumpen erreichen bis zu 80 °C. Ein Test an einem kalten Tag mit 45 bis 55 °C Vorlauftemperatur zeigt, ob dein Haus geeignet ist.

Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau ohne Fußbodenheizung?

Ja. Auch ausreichend große Heizkörper können mit einer Wärmepumpe funktionieren. Entscheidend ist, dass sie die Räume bei möglichst niedriger Vorlauftemperatur ausreichend beheizen. Oft genügt es, einzelne kleine Heizkörper gegen größere auszutauschen.

Was kostet eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe kostet inklusive Installation zwischen 18.000 und 35.000 Euro. Die Förderung senkt den Eigenanteil deutlich: Bei 46 Prozent Förderung auf 28.000 Euro förderfähige Kosten erhältst du 12.880 Euro Zuschuss.

Wann lohnt sich Fernwärme?

Fernwärme lohnt sich, wenn ein Netz vorhanden ist und du keine eigene Heizanlage betreiben willst. Der Hausanschluss kostet zwischen 5.000 und 15.000 Euro und wird mit 30 Prozent Grundförderung gefördert. Die Preise schwanken je nach Anbieter stark, laut Heizspiegel 2026 ist Fernwärme die teuerste der untersuchten Heizarten.

Was ändert der Heizungstausch für Mieter?

Der Vermieter wählt das Heizsystem, und Mieter zahlen die Heizkosten über die Nebenkostenabrechnung. Die CO₂-Kosten teilen sich Mieter und Vermieter seit 2023. Baut ein Vermieter eine neue Gas- oder Ölheizung ein, teilen sich beide außerdem bestimmte Betriebskosten.

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