Wer in Brandenburg eine Eigentumswohnung sucht, trifft auf große Preisunterschiede. Auch das Tempo der Verteuerung fällt regional sehr unterschiedlich aus. Die aktuelle immowelt Analyse zeigt, wo sich ein genauerer Blick lohnt.
Die Dominsel in Brandenburg an der Havel. Foto: stock.adobe.com / oldmav
Brandenburgauf dem Niveau Berlins
Eigentumswohnungen werden in Brandenburg flächendeckend teurer. In allen 18 untersuchten Städten und Landkreisen steigen die Angebotspreise zwischen September 2025 und September 2026. Der durchschnittliche Zuwachs beträgt 2,9 Prozent. Damit liegt Brandenburg unter dem Wert des gesamten ostdeutschen Untersuchungsgebiets von 3,8 Prozent.
Das zeigt eine Auswertung der regionalen Daten einer aktuellen immowelt Analyse. Für den Ländervergleich wurden die Preisveränderungen der einzelnen Städte und Landkreise jeweils gleich gewichtet. Brandenburg liegt damit gerundet auf dem Niveau Berlins. Höhere durchschnittliche Zuwächse verzeichnen Sachsen-Anhalt mit 5,2 Prozent, Thüringen mit 4,7 Prozent und Sachsen mit 3,1 Prozent. Mecklenburg-Vorpommern kommt auf 2,3 Prozent.
Oberhavel und Uckermark mit den stärksten Zuwächsen
Den größten prozentualen Preisanstieg innerhalb Brandenburgs verzeichnet Oberhavel. Dort steigen die Angebotspreise um 6,4 Prozent von 3.383 auf 3.600 Euro pro Quadratmeter. Knapp dahinter folgt die Uckermark mit einem Plus von 6,3 Prozent. Ostprignitz-Ruppin kommt auf 5,6 Prozent.
Oberhavel weist mit einem Anstieg um 217 Euro pro Quadratmeter zugleich den größten absoluten Zuwachs im Land auf. Für eine 75 Quadratmeter große Wohnung entspricht das rechnerisch einem Mehrpreis von 16.275 Euro gegenüber dem Vorjahr.
In der Uckermark erhöht sich der Quadratmeterpreis von 2.085 auf 2.216 Euro. Bei gleicher Wohnungsgröße ergibt sich ein Unterschied von 9.825 Euro. In Ostprignitz-Ruppin steigen die Preise von 2.425 auf 2.561 Euro pro Quadratmeter, was rechnerisch 10.200 Euro mehr bedeutet.
| Stadt oder Landkreis | Angebotspreis September 2026 | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|
| Oberhavel | 3.600 €/m² | +6,4 % |
| Uckermark | 2.216 €/m² | +6,3 % |
| Ostprignitz-Ruppin | 2.561 €/m² | +5,6 % |
| Brandenburg an der Havel | 2.659 €/m² | +4,8 % |
| Prignitz | 1.834 €/m² | +4,3 % |
| Elbe-Elster | 1.266 €/m² | +3,5 % |
| Havelland | 2.560 €/m² | +3,5 % |
| Potsdam | 5.030 €/m² | +3,5 % |
| Potsdam-Mittelmark | 3.379 €/m² | +3,4 % |
| Frankfurt (Oder) | 2.384 €/m² | +2,8 % |
| Oberspreewald-Lausitz | 1.785 €/m² | +2,2 % |
| Spree-Neiße | 1.623 €/m² | +2,0 % |
| Oder-Spree | 2.429 €/m² | +1,1 % |
| Barnim | 2.795 €/m² | +1,0 % |
| Dahme-Spreewald | 3.319 €/m² | +0,9 % |
| Teltow-Fläming | 3.344 €/m² | +0,8 % |
| Märkisch-Oderland | 2.784 €/m² | +0,6 % |
| Cottbus | 2.332 €/m² | +0,2 % |
Potsdam bleibt teurer als Berlin
Beim Preisniveau liegt Potsdam weiterhin deutlich an der Spitze. In der Landeshauptstadt kostet der Quadratmeter im September 2026 durchschnittlich 5.030 Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg um 3,5 Prozent.
Potsdam ist damit die teuerste aller 76 untersuchten ostdeutschen Regionen und liegt knapp vor Berlin mit 5.003 Euro pro Quadratmeter. Für eine 75-Quadratmeter-Wohnung ergibt sich in Potsdam rechnerisch ein Angebotspreis von 377.250 Euro, vor Kaufnebenkosten.
Wie sich Potsdam und Berlin gegenüber anderen Städten entwickeln, zeigt unser Überblick zu den Wohnungspreisen im Osten.
Innerhalb Brandenburgs folgt Oberhavel mit 3.600 Euro pro Quadratmeter auf dem zweiten Platz. Auch Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald liegen jeweils über 3.300 Euro.
Hohe Preise bedeuten nicht überall kräftige Anstiege
Gerade unter den teureren Landkreisen fällt die Entwicklung unterschiedlich aus. Während Oberhavel um 6,4 Prozent zulegt, steigen die Angebotspreise in Teltow-Fläming lediglich um 0,8 Prozent und in Dahme-Spreewald um 0,9 Prozent.
Auch in Märkisch-Oderland und Barnim bleibt die Veränderung mit 0,6 beziehungsweise 1,0 Prozent gering. Die Zahlen zeigen damit keinen einheitlichen Preistrend in den an Berlin angrenzenden Landkreisen.
Deutlich stärkere Zuwächse gibt es dagegen beispielsweise in der Uckermark und in Ostprignitz-Ruppin. Aus den Preisveränderungen allein lässt sich allerdings nicht ableiten, welche Rolle Umzüge oder eine veränderte Nachfrage dabei spielen.
Brandenburg an der Havel zieht an, Cottbus stagniert nahezu
Auch zwischen den kreisfreien Städten bestehen deutliche Unterschiede. Den höchsten prozentualen Zuwachs verzeichnet Brandenburg an der Havel. Dort steigen die Angebotspreise um 4,8 Prozent von 2.537 auf 2.659 Euro pro Quadratmeter.
In Cottbus bewegen sie sich dagegen kaum: Der Quadratmeterpreis erhöht sich lediglich von 2.327 auf 2.332 Euro. Das entspricht einem Plus von 0,2 Prozent und ist die geringste Preissteigerung im gesamten ostdeutschen Untersuchungsgebiet.
Für eine 75-Quadratmeter-Wohnung macht das in Cottbus rechnerisch nur 375 Euro mehr aus. In Brandenburg an der Havel beträgt der entsprechende Anstieg 9.150 Euro.
Frankfurt (Oder) liegt mit einem Zuwachs von 2,8 Prozent dazwischen. Dort kostet der Quadratmeter inzwischen durchschnittlich 2.384 Euro.
In Elbe-Elster sind Wohnungen am günstigsten
Die niedrigsten Angebotspreise Brandenburgs weist der Landkreis Elbe-Elster auf. Nach einem Anstieg um 3,5 Prozent liegt der Quadratmeterpreis bei 1.266 Euro. Es folgen Spree-Neiße mit 1.623 Euro und Oberspreewald-Lausitz mit 1.785 Euro.
Wie groß die Spannweite innerhalb des Landes ist, zeigt der Vergleich mit Potsdam: In der Landeshauptstadt kostet der Quadratmeter fast viermal so viel wie in Elbe-Elster.
Für eine 75 Quadratmeter große Wohnung ergibt sich in Elbe-Elster rechnerisch ein Angebotspreis von 94.950 Euro. Gegenüber Potsdam beträgt der Unterschied damit 282.300 Euro – bei gleicher Wohnungsgröße, aber unterschiedlichen Standorten und Marktbedingungen.
Datengrundlage: immowelt-Auswertung der Angebotspreise für Eigentumswohnungen zum 1. September 2025 und 1. September 2026. Die genannten Länderdurchschnitte sind eigene, ungewichtete Berechnungen aus den erfassten Städten und Landkreisen. Sie berücksichtigen nicht die jeweilige Zahl der Wohnungsangebote. Angebotspreise entsprechen nicht zwingend den tatsächlich erzielten Kaufpreisen.
Geschrieben am
Seite weiterleiten
Artikel drucken