Wie viel eine Eigentumswohnung in Sachsen kostet, hängt stark vom Standort ab. Auch bei der Preisentwicklung gehen die Regionen unterschiedliche Wege. Die aktuelle immowelt Analyse zeigt, wo Käufer genauer hinschauen sollten.
Goldener Herbst in Dresden an der Elbe. Foto: stock.adobe.com / cstirit
Die Angebotspreise für Eigentumswohnungen steigen in Sachsen überwiegend weiter. In zwölf der 13 untersuchten Städte und Landkreise liegen sie im September 2026 höher als ein Jahr zuvor. Der durchschnittliche Zuwachs beträgt 3,1 Prozent und fällt damit geringer aus als im gesamten ostdeutschen Untersuchungsgebiet mit 3,8 Prozent. Das zeigt eine aktuelle immowelt Analyse.
Für den Ländervergleich wurden die Preisveränderungen der einzelnen Städte und Landkreise jeweils gleich gewichtet. Sachsen liegt damit hinter Sachsen-Anhalt mit 5,2 Prozent und Thüringen mit 4,7 Prozent, aber vor Brandenburg und Berlin mit jeweils 2,9 Prozent sowie Mecklenburg-Vorpommern mit 2,3 Prozent.
Dresden legt deutlich zu, Leipzig bewegt sich kaum
Besonders unterschiedlich entwickeln sich die beiden größten Städte Sachsens. In Dresden steigen die Angebotspreise binnen eines Jahres um 5,4 Prozent von 2.786 auf 2.936 Euro pro Quadratmeter. Leipzig verzeichnet dagegen lediglich ein Plus von 0,3 Prozent: Dort erhöht sich der Quadratmeterpreis von 2.618 auf 2.626 Euro.
Damit wächst der Preisabstand zwischen den Städten von 168 auf 310 Euro pro Quadratmeter. Eigentumswohnungen werden in Dresden inzwischen rund zwölf Prozent teurer angeboten als in Leipzig. Dresden dürfte hier auch die florierende Halbleiterindustrie zu mehr zahlungskräftigeren Bewohnern helfen.
Für eine 75 Quadratmeter große Wohnung bedeutet das rechnerisch einen Unterschied von 23.250 Euro. Der Angebotspreis liegt auf Basis der regionalen Durchschnittswerte bei rund 220.200 Euro in Dresden gegenüber 197.000 Euro in Leipzig, jeweils vor Kaufnebenkosten.
Wie sich die beiden Städte gegenüber Halle und anderen ostdeutschen Großstädten einordnen, zeigt unser Überblick zu den Wohnungspreisen im Osten.
Meißen mit dem stärksten Anstieg in Sachsen
Den größten prozentualen Zuwachs innerhalb Sachsens verzeichnet der Landkreis Meißen. Die Angebotspreise steigen dort um 6,1 Prozent von 1.880 auf 1.995 Euro pro Quadratmeter.
Es folgen der Vogtlandkreis mit einem Plus von 5,7 Prozent und Dresden mit 5,4 Prozent. Auch die Landkreise Leipzig und Nordsachsen liegen mit jeweils 5,2 Prozent deutlich über dem sächsischen Durchschnitt.
| Stadt oder Landkreis | Angebotspreis September 2026 | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|
| Meißen | 1.995 €/m² | +6,1 % |
| Vogtlandkreis | 891 €/m² | +5,7 % |
| Dresden | 2.936 €/m² | +5,4 % |
| Landkreis Leipzig | 1.988 €/m² | +5,2 % |
| Nordsachsen | 1.643 €/m² | +5,2 % |
| Sächsische Schweiz-Osterzgebirge | 2.040 €/m² | +3,9 % |
| Mittelsachsen | 1.215 €/m² | +2,9 % |
| Erzgebirgskreis | 1.004 €/m² | +2,3 % |
| Bautzen | 1.517 €/m² | +1,9 % |
| Görlitz | 1.131 €/m² | +1,8 % |
| Zwickau | 1.039 €/m² | +0,6 % |
| Leipzig, Stadt | 2.626 €/m² | +0,3 % |
| Chemnitz | 1.408 €/m² | −0,9 % |
In Meißen beträgt der Anstieg 115 Euro pro Quadratmeter. Für eine 75-Quadratmeter-Wohnung entspricht das rechnerisch einem Mehrpreis von 8.625 Euro gegenüber dem Vorjahr.
Den größten absoluten Zuwachs im Land weist allerdings Dresden auf: Dort steigt der Quadratmeterpreis um 150 Euro. Bei gleicher Wohnungsgröße ergibt sich ein Unterschied von 11.250 Euro.
Rund um Leipzig steigen die Preise stärker
Während sich die Angebotspreise in der Stadt Leipzig kaum verändern, legen sie in den beiden angrenzenden Landkreisen deutlich zu. Im Landkreis Leipzig steigt der Quadratmeterpreis von 1.890 auf 1.988 Euro, in Nordsachsen von 1.562 auf 1.643 Euro.
Trotz der jeweils höheren Steigerungsrate bleiben beide Landkreise günstiger als die Stadt. Im Landkreis Leipzig liegt das Preisniveau rund 24 Prozent unter dem der kreisfreien Stadt Leipzig, in Nordsachsen rund 37 Prozent.
Für eine 75 Quadratmeter große Wohnung beträgt der rechnerische Preisunterschied zwischen der Stadt und dem Landkreis Leipzig 47.850 Euro. Gegenüber Nordsachsen sind es 73.725 Euro. Die Durchschnittswerte zeigen damit erhebliche Preisunterschiede, auch wenn einzelne Orte und Wohnlagen innerhalb der Landkreise davon abweichen können.
Chemnitz wird als einzige Region Sachsens günstiger
Eine Ausnahme vom allgemeinen Anstieg bildet Chemnitz. Dort sinken die Angebotspreise um 0,9 Prozent von 1.421 auf 1.408 Euro pro Quadratmeter.
Damit ist Chemnitz neben Vorpommern-Rügen die einzige Region unter den 76 untersuchten ostdeutschen Städten und Landkreisen mit einem Preisrückgang. Für eine 75 Quadratmeter große Wohnung fällt der rechnerische Unterschied zum Vorjahr mit 975 Euro allerdings überschaubar aus.
Unter den drei kreisfreien Städten Sachsens bleibt Chemnitz mit Abstand am günstigsten. Der Quadratmeterpreis liegt weniger als halb so hoch wie in Dresden und rund 46 Prozent unter dem Leipziger Niveau.
Vogtlandkreis bleibt die günstigste Region im Osten
Einen besonders auffälligen Gegensatz zeigt der Vogtlandkreis: Mit einem Plus von 5,7 Prozent verzeichnet er den zweithöchsten prozentualen Anstieg in Sachsen. Gleichzeitig bleibt er mit durchschnittlich 891 Euro pro Quadratmeter die günstigste aller 76 untersuchten ostdeutschen Regionen.
Der Quadratmeterpreis steigt dort binnen eines Jahres um 48 Euro. Für eine 75-Quadratmeter-Wohnung bedeutet das rechnerisch 3.600 Euro mehr als im Vorjahr. Der gesamte Angebotspreis läge bei rund 66.800 Euro.
In Dresden wäre eine gleich große Wohnung auf Basis des Durchschnittspreises mehr als dreimal so teuer. Der Vergleich verdeutlicht, wie weit die regionalen Preisniveaus auseinanderliegen – selbst dort, wo die prozentualen Zuwächse ähnlich ausfallen.
Datengrundlage: immowelt-Auswertung der Angebotspreise für Eigentumswohnungen zum 1. September 2025 und 1. September 2026. Die genannten Länderdurchschnitte sind eigene, ungewichtete Berechnungen aus den erfassten Städten und Landkreisen. Sie berücksichtigen nicht die jeweilige Zahl der Wohnungsangebote. Angebotspreise entsprechen nicht zwingend den tatsächlich erzielten Kaufpreisen.
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