Immobilienpreise

Wohnungspreise in Thüringen: Gera legt kräftig zu – Jena bleibt teuer

Autorenbild: Andreas Steger

Wer in Thüringen eine Eigentumswohnung sucht, trifft auf große regionale Unterschiede. Die aktuelle immowelt Analyse zeigt, wo sich besonders viel bewegt – und warum ein Blick abseits der bekannten Städte lohnt.

Eigentumswohnungen werden in Thüringen flächendeckend teurer. In allen 22 untersuchten Städten und Landkreisen steigen die Angebotspreise zwischen September 2025 und September 2026. Im Durchschnitt beträgt das Plus 4,7 Prozent. Damit liegt Thüringen über dem Wert des gesamten ostdeutschen Untersuchungsgebiets von 3,8 Prozent. Das zeigt eine aktuelle immowelt Analyse.

Gera verzeichnet den stärksten Preisanstieg im Osten

Den größten prozentualen Zuwachs aller 76 untersuchten ostdeutschen Regionen verzeichnet Gera. Dort steigen die Angebotspreise binnen eines Jahres um 12,2 Prozent von 1.197 auf 1.343 Euro pro Quadratmeter.

Für eine 75 Quadratmeter große Wohnung entspricht das rechnerisch einem Preisanstieg von 10.950 Euro. Trotz dieses deutlichen Sprungs bleibt Gera günstig: Unter den untersuchten kreisfreien Städten Thüringens weist die Stadt weiterhin den niedrigsten Quadratmeterpreis auf.

Wie sich Gera gegenüber Halle, Leipzig und anderen Städten einordnet, zeigt unser Überblick zu den Wohnungspreisen im Osten.

Saale-Holzland-Kreis führt die Landkreise an

Auch der zweithöchste in Thüringen ausgewiesene Zuwachs fällt zweistellig aus: Im Saale-Holzland-Kreis steigen die Angebotspreise um 11,7 Prozent von 1.506 auf 1.682 Euro pro Quadratmeter.

Damit liegt der Kreis bei der prozentualen Preisentwicklung gemeinsam mit Halle auf Rang zwei im gesamten Untersuchungsgebiet. Unter den untersuchten ostdeutschen Landkreisen belegt er den Spitzenplatz.

Der Anstieg um 176 Euro pro Quadratmeter bedeutet für eine 75-Quadratmeter-Wohnung rechnerisch 13.200 Euro mehr als im Vorjahr. Auch im benachbarten Saale-Orla-Kreis ziehen die Preise mit 6,4 Prozent überdurchschnittlich an.

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Jena bleibt mit Abstand am teuersten

Beim Preisniveau führt weiterhin Jena. Eigentumswohnungen in Jena werden im September 2026 für durchschnittlich 3.787 Euro pro Quadratmeter angeboten. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Plus von 6,5 Prozent.

Mit einem Anstieg um 231 Euro pro Quadratmeter weist Jena zugleich den größten absoluten Zuwachs innerhalb Thüringens auf. Für eine 75 Quadratmeter große Wohnung ergibt sich ein rechnerischer Mehrpreis von 17.325 Euro.

Auch der Abstand zur Landeshauptstadt ist erheblich: In Erfurt liegt der Quadratmeterpreis bei 2.818 Euro. Jena ist damit rund 34 Prozent teurer. Für eine 75-Quadratmeter-Wohnung macht das rechnerisch einen Unterschied von 72.675 Euro aus.

Weimar überholt Erfurt beim Preisniveau

Eine Verschiebung zeigt sich im Vergleich von Weimar und Erfurt. Im September 2025 lag Weimar mit 2.672 Euro pro Quadratmeter noch unter der Landeshauptstadt mit 2.741 Euro.

Ein Jahr später hat sich die Reihenfolge gedreht: Nach einem Anstieg um 6,5 Prozent kommt Weimar auf 2.846 Euro pro Quadratmeter. Erfurt verzeichnet ein Plus von 2,8 Prozent und liegt mit 2.818 Euro nun knapp dahinter.

Weimar ist damit nach Jena die zweitteuerste der untersuchten Regionen Thüringens.

Kaum Bewegung in Suhl und im Ilm-Kreis

Nicht überall steigen die Preise kräftig. In Suhl beträgt das Plus lediglich 0,3 Prozent. Der Quadratmeterpreis erhöht sich von 1.481 auf 1.485 Euro – bei einer 75-Quadratmeter-Wohnung entspricht das einem rechnerischen Unterschied von nur 300 Euro.

Auch im Ilm-Kreis bleibt die Veränderung mit 0,6 Prozent gering. Saalfeld-Rudolstadt kommt auf 1,0 Prozent, Sonneberg auf 1,5 Prozent. Dem zweistelligen Anstieg in Gera und im Saale-Holzland-Kreis steht damit andernorts eine nahezu stabile Preisentwicklung gegenüber.

Im Landkreis Greiz bleibt der Quadratmeter unter 1.000 Euro

Die niedrigsten Angebotspreise Thüringens weist der Landkreis Greiz auf. Trotz eines Anstiegs um 3,5 Prozent kostet der Quadratmeter dort durchschnittlich 987 Euro. Greiz ist damit die einzige untersuchte Region im Land unter der Marke von 1.000 Euro.

Für eine 75 Quadratmeter große Wohnung ergibt sich rechnerisch ein Angebotspreis von rund 74.000 Euro. In Jena wären es bei gleicher Größe rund 284.000 Euro, jeweils vor Kaufnebenkosten. Der Quadratmeterpreis liegt dort fast viermal so hoch.

Datengrundlage: immowelt Auswertung der Angebotspreise für Eigentumswohnungen zum 1. September 2025 und 1. September 2026. Die genannten Länderdurchschnitte sind eigene, ungewichtete Berechnungen aus den erfassten Städten und Landkreisen. Sie berücksichtigen nicht die jeweilige Zahl der Wohnungsangebote. Angebotspreise entsprechen nicht zwingend den tatsächlich erzielten Kaufpreisen.

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