Die Wohnungspreise in Mecklenburg-Vorpommern entwickeln sich regional sehr unterschiedlich. Wo müssen Käufer mehr zahlen – und wo lohnt sich ein genauerer Blick? Die aktuelle immowelt Analyse zeigt überraschende Unterschiede.
Waren an der Müritz ist eine Mittelstadt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Foto: Sina Ettmer / stock.adobe.com
Wer in Mecklenburg-Vorpommern eine Eigentumswohnung kaufen möchte, trifft auf einen Markt mit erheblichen regionalen Unterschieden. Zwischen September 2025 und September 2026 steigen die Angebotspreise in sieben der acht untersuchten Landkreise und kreisfreien Städte. Der durchschnittliche Zuwachs beträgt 2,3 Prozent.
Damit liegt Mecklenburg-Vorpommern unter dem Durchschnitt des gesamten ostdeutschen Untersuchungsgebiets von 3,8 Prozent. Das zeigt eine Auswertung der regionalen Daten einer aktuellen immowelt Analyse.
Mecklenburg-Vorpommern mit dem geringsten durchschnittlichen Anstieg
Im Vergleich der untersuchten Bundesländer fällt der durchschnittliche Preisanstieg in Mecklenburg-Vorpommern am niedrigsten aus. Sachsen-Anhalt kommt auf 5,2 Prozent, Thüringen auf 4,7 Prozent und Sachsen auf 3,1 Prozent. In Brandenburg und Berlin beträgt das Plus jeweils 2,9 Prozent.
Das Preisniveau in Mecklenburg-Vorpommern bleibt dennoch hoch: Der ungewichtete Mittelwert der regionalen Angebotspreise liegt im September 2026 bei rund 2.543 Euro pro Quadratmeter. Damit liegt das Land deutlich über Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen, deren regionale Mittelwerte zwischen rund 1.522 und 1.652 Euro liegen.
Wie unterschiedlich sich die Preise im gesamten Untersuchungsgebiet entwickeln, zeigt auch unser Überblick zum ostdeutschen Wohnungsmarkt.
Nordwestmecklenburg und Seenplatte mit den größten Zuwächsen
Die stärksten Preissteigerungen innerhalb Mecklenburg-Vorpommerns verzeichnen zwei Landkreise. In Nordwestmecklenburg steigen die Angebotspreise um 5,9 Prozent, an der Mecklenburgischen Seenplatte um 5,4 Prozent. Nur diese beiden Regionen liegen über dem ostdeutschen Durchschnitt.
| Stadt oder Landkreis | Angebotspreis September 2026 | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|
| Nordwestmecklenburg | 2.566 €/m² | +5,9 % |
| Mecklenburgische Seenplatte | 2.112 €/m² | +5,4 % |
| Landkreis Rostock | 2.629 €/m² | +2,7 % |
| Ludwigslust-Parchim | 1.710 €/m² | +1,5 % |
| Vorpommern-Greifswald | 2.440 €/m² | +1,4 % |
| Rostock, Stadt | 3.839 €/m² | +1,1 % |
| Schwerin | 2.269 €/m² | +1,1 % |
| Vorpommern-Rügen | 2.776 €/m² | −0,7 % |
In Nordwestmecklenburg erhöht sich der Quadratmeterpreis von 2.423 auf 2.566 Euro. Für eine 75 Quadratmeter große Wohnung entspricht das rechnerisch einem Anstieg von 10.725 Euro. An der Mecklenburgischen Seenplatte steigt der Preis von 2.004 auf 2.112 Euro pro Quadratmeter. Bei gleicher Wohnungsgröße ergibt sich ein Unterschied von 8.100 Euro.
Trotz des kräftigen Zuwachses bleibt die Mecklenburgische Seenplatte die zweitgünstigste der acht untersuchten Regionen im Land. Lediglich Ludwigslust-Parchim weist niedrigere Angebotspreise auf.
Vorpommern-Rügen gehört zu den seltenen Ausnahmen im Osten
Während die Preise in fast allen untersuchten ostdeutschen Regionen steigen, werden Eigentumswohnungen in Vorpommern-Rügen etwas günstiger. Der durchschnittliche Angebotspreis sinkt um 0,7 Prozent von 2.796 auf 2.776 Euro pro Quadratmeter.
Damit ist Vorpommern-Rügen neben Chemnitz die einzige Region unter den 76 untersuchten Städten und Landkreisen mit einem Preisrückgang. Für eine 75-Quadratmeter-Wohnung beträgt der rechnerische Unterschied zum Vorjahr allerdings lediglich 1.500 Euro.
Ein niedriges Preisniveau bedeutet der Rückgang nicht: Vorpommern-Rügen bleibt nach der Stadt Rostock die zweitteuerste Region Mecklenburg-Vorpommerns.
Rostock bleibt teuer – der Landkreis legt stärker zu
Rostock steht beim Preisniveau weiterhin deutlich an der Spitze. In der Hansestadt kostet der Quadratmeter im September 2026 durchschnittlich 3.839 Euro. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr fällt mit 1,1 Prozent allerdings moderat aus.
Im Landkreis Rostock steigen die Angebotspreise mit 2,7 Prozent stärker. Mit 2.629 Euro pro Quadratmeter liegt das Preisniveau dort dennoch rund 32 Prozent unter dem der Stadt.
Für eine 75 Quadratmeter große Wohnung ergibt sich daraus ein rechnerischer Preisunterschied von 90.750 Euro: rund 287.900 Euro in der Stadt gegenüber 197.200 Euro im Landkreis, jeweils vor Kaufnebenkosten.
Auch Schwerin verzeichnet mit 1,1 Prozent einen vergleichsweisen geringen Zuwachs. Der Quadratmeterpreis liegt dort bei 2.269 Euro und damit deutlich unter dem Rostocker Niveau.
In Ludwigslust-Parchim sind Wohnungen am günstigsten
Die niedrigsten Angebotspreise im Land weist Ludwigslust-Parchim auf. Nach einem Anstieg um 1,5 Prozent liegt der Quadratmeterpreis bei 1.710 Euro. Eine 75-Quadratmeter-Wohnung kommt damit rechnerisch auf 128.250 Euro.
Der Vergleich mit Rostock zeigt die Spannweite des Marktes: In der Hansestadt ist der Quadratmeter mehr als doppelt so teuer. Für Kaufinteressenten macht deshalb neben der aktuellen Preisentwicklung vor allem der Standort einen erheblichen Unterschied.
Datengrundlage: immowelt Auswertung der Angebotspreise für Eigentumswohnungen zum 1. September 2025 und 1. September 2026. Die genannten Länderdurchschnitte sind eigene, ungewichtete Berechnungen aus den erfassten Städten und Landkreisen. Sie berücksichtigen nicht die jeweilige Zahl der Wohnungsangebote. Angebotspreise entsprechen nicht zwingend den tatsächlich erzielten Kaufpreisen.
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