In allen 14 Städten und Landkreisen Sachsen-Anhalts sind die Angebotspreise für Eigentumswohnungen gestiegen. Im regionalen Durchschnitt liegt das Land beim Preiszuwachs vor den anderen ostdeutschen Bundesländern. Neben Halle fallen vor allem drei Landkreise auf.
Das Schloss Wernigerode bietet einen herrlichen Blick über den Harz. Foto: DR pics /stock.adobe.com
Eigentumswohnungen werden in Sachsen-Anhalt flächendeckend teurer. Zwischen September 2025 und September 2026 steigen die Angebotspreise in den elf Landkreisen und drei kreisfreien Städten im Durchschnitt um 5,2 Prozent. Damit liegt das Land deutlich über dem Plus von 3,8 Prozent im gesamten ostdeutschen Untersuchungsgebiet. Das zeigt eine Auswertung von immowelt.
Stärkster Anstieg bei niedrigen Preisen
Trotz des kräftigen Zuwachses weist Sachsen-Anhalt weiterhin das niedrigste durchschnittliche Preisniveau der verglichenen Bundesländer auf. Der ungewichtete Mittelwert der regionalen Angebotspreise beträgt im September 2026 rund 1.522 Euro pro Quadratmeter. In Sachsen sind es rund 1.649 Euro, in Thüringen 1.652 Euro.
Innerhalb Sachsen-Anhalts steigen die Preise in neun der 14 untersuchten Regionen stärker als im ostdeutschen Durchschnitt. Auch ohne Halle, wo der Zuwachs besonders hoch ausfällt (+11,7%), ergibt sich für die übrigen Regionen noch ein durchschnittliches Plus von 4,7 Prozent.
Burgenlandkreis, Harz und Saalekreis gehören zur Spitzengruppe
Neben Halle stechen vor allem drei Landkreise hervor: Im Burgenlandkreis verteuern sich Eigentumswohnungen um 9,2 Prozent, im Harz um 8,5 Prozent und im Saalekreis um 8,4 Prozent. Damit stellt Sachsen-Anhalt vier der sechs Regionen mit den höchsten prozentualen Zuwächsen im gesamten Untersuchungsgebiet.
| Stadt oder Landkreis | Angebotspreis September 2026 | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|
| Halle (Saale) | 2.945 €/m² | +11,7 % |
| Burgenlandkreis | 1.361 €/m² | +9,2 % |
| Harz | 1.456 €/m² | +8,5 % |
| Saalekreis | 1.500 €/m² | +8,4 % |
| Börde | 1.271 €/m² | +5,3 % |
| Dessau-Roßlau | 1.451 €/m² | +4,7 % |
| Wittenberg | 1.309 €/m² | +4,4 % |
| Anhalt-Bitterfeld | 1.376 €/m² | +4,2 % |
| Salzlandkreis | 1.153 €/m² | +4,2 % |
| Mansfeld-Südharz | 1.122 €/m² | +3,6 % |
| Jerichower Land | 1.300 €/m² | +3,2 % |
| Stendal | 1.548 €/m² | +3,2 % |
| Magdeburg | 2.264 €/m² | +1,7 % |
| Altmarkkreis Salzwedel | 1.252 €/m² | +0,8 % |
Im Burgenlandkreis erhöht sich der Quadratmeterpreis binnen eines Jahres von 1.246 auf 1.361 Euro. Für eine 75 Quadratmeter große Wohnung entspricht das rechnerisch einem Anstieg von 8.625 Euro. Im Harz beträgt der entsprechende Unterschied 8.550 Euro, im Saalekreis 8.700 Euro.
Trotz der ähnlichen Zuwächse unterscheiden sich die Preisniveaus: Im Burgenlandkreis liegt der Angebotspreis weiterhin unter dem im Harz und im Saalekreis.
Halle zieht Magdeburg davon
Besonders weit auseinander entwickelt sich der Markt in den beiden größten Städten des Landes. In Halle steigen die Angebotspreise um 11,7 Prozent auf 2.945 Euro pro Quadratmeter. Magdeburg verzeichnet dagegen ein moderates Plus von 1,7 Prozent auf 2.264 Euro.
Damit wächst der Abstand von 411 auf 681 Euro pro Quadratmeter. Wohnungen in Halle sind auf Basis dieser Durchschnittswerte inzwischen rund 30 Prozent teurer als in Magdeburg. Ein Jahr zuvor lag der Unterschied noch bei rund 18 Prozent.
Mit einem Plus von 308 Euro pro Quadratmeter verzeichnet Halle zudem den größten absoluten Preisanstieg aller 76 untersuchten Regionen. Wie sich die Saalestadt gegenüber anderen ostdeutschen Großstädten wie Leipzig entwickelt, zeigt unser Überblick zu den Wohnungspreisen im Osten.
Kaum Bewegung in der Altmark, niedrigste Preise in Mansfeld-Südharz
Am anderen Ende der Entwicklung steht der Altmarkkreis Salzwedel. Dort steigen die Angebotspreise lediglich um 0,8 Prozent von 1.242 auf 1.252 Euro pro Quadratmeter. Das ist der geringste Zuwachs innerhalb Sachsen-Anhalts.
Die niedrigsten Angebotspreise finden Kaufinteressenten in der Auswertung allerdings in Mansfeld-Südharz. Trotz eines Anstiegs um 3,6 Prozent kostet der Quadratmeter dort durchschnittlich 1.122 Euro. Es folgen der Salzlandkreis mit 1.153 Euro und der Altmarkkreis Salzwedel mit 1.252 Euro.
Wie groß die Unterschiede innerhalb des Landes sind, verdeutlicht der Vergleich mit Halle: Dort liegt der Quadratmeterpreis rund 2,6-mal so hoch wie in Mansfeld-Südharz. Für eine 75-Quadratmeter-Wohnung ergeben sich rechnerisch rund 220.900 Euro in Halle gegenüber 84.200 Euro in Mansfeld-Südharz – jeweils vor Kaufnebenkosten.
Datengrundlage: immowelt Auswertung der Angebotspreise für Eigentumswohnungen in zum 1. September 2025 und 1. September 2026. Die genannten Länderdurchschnitte sind eigene, ungewichtete Berechnungen aus den erfassten Städten und Landkreisen. Sie berücksichtigen nicht die jeweilige Zahl der Wohnungsangebote. Angebotspreise entsprechen nicht zwingend den tatsächlich erzielten Kaufpreisen.
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