Immobilienkauf

Raus aus der Großstadt, rein ins Eigenheim: Pendler sparen beim Hauskauf mehrere hunderttausend Euro

Autorenbild: Andreas Steger

Die Preise in den Metropolen bleiben hoch, doch schon etwas außerhalb wird es deutlich günstiger. Eine immowelt Analyse zeigt, wie stark sich längere Pendelzeiten beim Hauskauf finanziell auszahlen können. Wer bereit ist, weiter zu fahren, kann oft mehrere hunderttausend Euro sparen.

Bis zu 60 Prozent günstiger: Im Umland der Großstädte wird Eigentum wieder erreichbar

Ein Haus in der Großstadt ist für viele kaum noch bezahlbar. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle immowelt Analyse: Im erweiterten Umland der Metropolen liegen die Preise für Einfamilienhäuser teils drastisch darunter. In 10 von 15 untersuchten Städten sparen Käufer im 60-Minuten-Radius mehr als 40 Prozent im Vergleich zum Stadtgebiet.

Besonders deutlich ist der Unterschied in Dresden. Dort kostet der Quadratmeter im Schnitt 3.494 Euro in der Stadt, im Umland dagegen nur rund 1.400 Euro. Das entspricht einer Ersparnis von 60 Prozent. Auch Leipzig liegt mit 53 Prozent Preisunterschied weit vorne.

Der Trend ist klar: Während die Städte durch hohe Nachfrage geprägt sind, bleibt das Angebot im weiteren Umland deutlich erschwinglicher.

München: Hohe Preise, riesige Einsparung

In München zeigt sich besonders eindrucksvoll, wie groß die finanziellen Unterschiede sein können. Im Stadtgebiet liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Häuser bei 9.084 Euro. Im 60-Minuten-Umkreis sinkt er auf 4.395 Euro.

Das bedeutet eine Ersparnis von rund 4.700 Euro pro Quadratmeter. Bei einem typischen Einfamilienhaus summiert sich das schnell auf mehrere hunderttausend Euro.

Ähnliche Effekte zeigen sich auch in anderen Großstädten:

  • Köln: -49 Prozent im 60-Minuten-Radius (5.036 Euro im Stadtgebiet)
  • Frankfurt am Main: -47 Prozent im 60-Minuten-Radius (5.001 Euro im Stadtgebiet)
  • Stuttgart: -47 Prozent im 60-Minuten-Radius (6.110 Euro im Stadtgebiet)

Je höher das Preisniveau in der Stadt, desto größer fällt oft der absolute Unterschied aus: In Köln sparen Hauskäufer bei 150 Quadratmetern im Umland rund 370.000 Euro, in Frankfurt etwa 360.000 Euro und in Stuttgart sogar gut 420.000 Euro.

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15 Minuten weniger Pendelzeit: Ersparnis schrumpft deutlich

Im näheren Umland fällt der Preisvorteil deutlich geringer aus. Bereits im 45-Minuten-Radius zeigt sich, dass die Preise dort stark an die Stadt herangerückt sind.

Beispiele:

  • München: 29 Prozent Ersparnis statt 52 Prozent im 60-Minuten-Radius
  • Frankfurt: 27 Prozent statt 47 Prozent im 60-Minuten-Radius

15 Minuten weniger Pendeln kann schnell über 300.000 Euro kosten. In München zahlen Käufer im 45-Minuten-Radius für ein typisches Haus rund 308.000 Euro mehr als im 60-Minuten-Radius. In Frankfurt liegt der Unterschied immer noch bei über 150.000 Euro.

In vielen Städten bewegen sich die Einsparungen im näheren Umfeld nur noch um die 30 Prozent. In Berlin (-18%) oder Bremen (-20%) sogar deutlich darunter.

Der Grund: Das direkte Umland gehört längst zum erweiterten Wohnmarkt der Städte und ist entsprechend gefragt.

Ruhrgebiet: Wenn das Umland teurer ist als die Stadt

Eine Besonderheit zeigt sich im Ruhrgebiet. Durch die enge Vernetzung vieler Städte verschwimmen die Preisgrenzen. In Duisburg ist das Umland teilweise sogar teurer als die Stadt selbst.

Innerhalb kurzer Pendelzeiten sind mehrere wirtschaftsstarke Städte erreichbar. Das hebt das Preisniveau im gesamten Umfeld an und führt dazu, dass klassische „Speckgürtel-Effekte“ hier kaum greifen.

Pendeln wird zur Preisfrage

Die immowelt Analyse macht deutlich: Wer bereit ist, längere Wege in Kauf zu nehmen, kann beim Hauskauf massiv sparen. Während das direkte Umland vieler Städte bereits teuer geworden ist, liegen die größten Chancen im erweiterten Radius. „Die Analyse zeigt, dass sich die Preise im direkten Umland vieler Großstädte bereits deutlich angenähert haben“, sagt immowelt Geschäftsführer Theo Mseka. „Wer spürbar sparen möchte, muss seinen Suchradius daher häufig erweitern. Im erweiterten Umland bieten sich weiterhin attraktive Preisvorteile für Häuser.“

Am Ende steht eine klare Abwägung: mehr Zeit fürs Pendeln oder deutlich mehr finanzieller Spielraum beim Eigenheim.

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