Die Mieten steigen auch abseits der Metropolen spürbar. In bayerischen Mittelstädten geht es innerhalb von vier Jahren teils zweistellig nach oben. Dennoch bleibt der Abstand zu München enorm – und genau darin liegt für viele Wohnungssuchende weiterhin die Chance.
Schweinfurt zählt zu den günstigsten Mittelstädten für Mieter in Bayern. Foto: iStock.com / Lukassek
Rosenheim, Landshut & Co.: Über 13 Prozent Plus in vier Jahren
Ein Blick auf die Zahlen einer immowelt Analyse zeigt: Auch in Bayern ziehen die Angebotsmieten kräftig an. Besonders auffällig ist, dass mehrere Städte nahezu identische Steigerungsraten aufweisen:
- Rosenheim: 11,29 Euro (+13,1 Prozent)
- Landshut: 10,87 Euro (+13,1 Prozent)
- Neu-Ulm: 10,91 Euro (+13,1 Prozent)
Damit liegen gleich mehrere Mittelstädte im zweistelligen Wachstumsbereich – und das trotz bereits vergleichsweise hoher Ausgangsniveaus.
Noch stärker fällt der Anstieg in Kempten (Allgäu) aus:
Hier kletterten die Mieten auf 10,63 Euro – ein Plus von 15,1 Prozent.
Etwas moderater entwickeln sich Städte wie:
- Aschaffenburg: 10,37 Euro (+10,3 Prozent)
- Bamberg: 9,92 Euro (+9,5 Prozent)
Doch selbst hier zeigt sich: Rückgänge oder Stagnation sind aktuell kein Thema mehr.
Unter 10 Euro? Nur noch wenige Ausnahmen
Während viele Städte inzwischen klar über der 10-Euro-Marke liegen, gibt es nur noch wenige günstigere Standorte:
- Bayreuth: 9,68 Euro (+12,9 Prozent)
- Passau: 9,36 Euro (+10,8 Prozent)
- Schweinfurt: 8,39 Euro (+12,6 Prozent)
Gerade Schweinfurt bleibt damit einer der letzten Standorte in Bayern, in denen Mieten noch deutlich unter dem Niveau der übrigen Mittelstädte liegen – allerdings ebenfalls mit spürbarem Aufwärtstrend.
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Der große Unterschied: München bleibt außer Reichweite
Trotz der deutlichen Anstiege bleibt der Abstand zur Landeshauptstadt enorm. Während in München im Schnitt rund 21 Euro pro Quadratmeter fällig werden, kosten Wohnungen in:
- Rosenheim nur etwa halb so viel
- Landshut ebenfalls deutlich weniger
Das zeigt: Selbst nach Jahren steigender Mieten sind viele Mittelstädte weiterhin eine echte Alternative mit Sparpotenzial – vor allem für Pendler. Städte wie Rosenheim oder Landshut liegen zudem weniger als eine Stunde von München entfernt.
Warum die Mieten auch hier steigen
Die Entwicklung passt ins bundesweite Bild:
In 97 von 120 untersuchten Mittelstädten sind die Mieten seit 2022 um mindestens 10 Prozent gestiegen.
Die Gründe:
- hohe Nachfrage bei begrenztem Angebot
- deutlich gestiegene Bau- und Handwerkerkosten (+28 Prozent)
- Inflation von rund 15 Prozent im gleichen Zeitraum
Gerade in wirtschaftsstarken Regionen wie Bayern wirkt sich dieser Mix besonders stark aus.
Fazit: Mittelstädte bleiben günstiger – aber nicht mehr günstig
Die Zahlen zeigen klar:
Der Trend steigender Mieten hat längst auch die Mittelstädte erreicht.
Dennoch gilt weiterhin:
- Deutlich günstiger als Metropolen: ja
- Echte Schnäppchen: immer seltener
Für Wohnungssuchende bedeutet das: Wer flexibel ist und das Umland in Betracht zieht, kann noch sparen – muss aber ebenfalls steigende Preise einplanen. Das gilt auch für den Hauskauf im Umland bayrischer Großstädte:
Geschrieben am 26.04.2026
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