Die Mietpreise in deutschen Mittelstädten entwickeln sich rasant – doch nicht überall gleich. Während einige Städte bereits Spitzenwerte erreichen, holen andere mit überraschend starken Zuwächsen auf.
Konstanz am Bodensee ist eine der teuersten Mittelstädte Deutschlands, bietet aber auch eine besondere Lage mit der Nähe zur Schweiz und dem Bodensee. Foto: iStock.com / Lena Wurm
Die Entwicklung der Mietpreise in deutschen Mittelstädten zeigt ein klares Bild: Während einige Städte längst auf Großstadtniveau angekommen sind, holen andere mit rasantem Tempo auf. immowelt-Daten von 2022 bis 2026 machen deutlich, wo Wohnen besonders teuer ist, wo die Dynamik am größten ist – und wo der Markt zuletzt schwächelt.
Das sind die teuersten Mittelstädte
An der Spitze der teuersten Mittelstädte steht Bad Homburg vor der Höhe mit aktuell 13,09 Euro pro Quadratmeter. Dahinter folgen vor allem Städte aus Süddeutschlandt:
- Bad Homburg: 13,09 €/m²
- Konstanz: 12,88 €/m²
- Sindelfingen: 12,52 €/m²
- Ludwigsburg: 12,45 €/m²
- Lörrach: 12,09 €/m²
- Waiblingen: 12,03 €/m²
Auffällig ist die starke Dominanz von Baden-Württemberg. Viele dieser Städte profitieren von ihrer Nähe zu wirtschaftsstarken Zentren wie Stuttgart oder vom Bodenseeraum. Auch Städte im Umfeld von Frankfurt oder München sind hochpreisig.
Wo die Mieten besonders stark gestiegen sind
Noch spannender als das Niveau ist die Dynamik. Einige Mittelstädte haben in den letzten vier Jahren massive Preissprünge hingelegt.
Die größten Anstiege verzeichnen:
- Castrop-Rauxel: +20,0 %
- Bocholt: +19,9 %
- Nordhorn: +19,9 %
- Kleve: +19,9 %
- Speyer: +19,8 %
- Schwerte: +19,8 %
Auffällig: Viele von ihnen liegen in Grenznähe zur Niederlande. Aber auch Städte wie Rastatt (+16,7 %), Gießen (+16,5 %) oder Neumünster (+16,3 %) zeigen starke Wachstumsraten..
Umland wird immer attraktiver
Ein klarer Trend zieht sich durch die Daten: Mittelstädte im Umland großer Metropolen legen kräftig zu.
Beispiele:
- Norderstedt (bei Hamburg): +15,6 %
- Hanau (bei Frankfurt): +12,4 %
- Rosenheim (bei München): +13,1 %
Diese Städte profitieren von steigenden Preisen in den Großstädten. Wer sich die Metropole nicht mehr leisten kann, weicht ins Umland aus – und treibt dort die Mieten nach oben.
Wo die Preise kaum steigen oder stagnieren
Nicht überall geht es steil nach oben. Einige Städte zeigen eine deutlich schwächere Entwicklung:
- Herford: nur +5,3 % in vier Jahren, zuletzt sogar leicht rückläufig
- Ludwigsburg (bei Stuttgart): +6,9 %
- Eschweiler: +7,3 %
- Lünen: +7,3 %
- Unna: +7,3 %
- Fulda: +7,5 %
Hier zeigt sich: In manchen Regionen ist die Nachfrage begrenzt oder das Angebot ausreichend groß.
Fazit: Zwei Märkte entwickeln sich auseinander
Die Daten zeigen eine klare Zweiteilung: Teure Mittelstädte im Süden und im Speckgürtel großer Metropolen bleiben auf hohem Niveau, günstigere Städte holen stark auf, vor allem in NRW und Niedersachsen in grenznähe zur Niederlande. Der Druck vom Wohnungsmarkt verlagert sich zunehmend in die Fläche. Mittelstädte sind längst kein Geheimtipp mehr – sondern werden für viele zur einzigen bezahlbaren Alternative.
Geschrieben am 23.04.2026
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