Die Mieten in Deutschlands Großstädten steigen seit Jahren – doch auch im Umland wird es teurer. Trotzdem bieten viele Mittelstädte noch spürbare Preisvorteile. Wo Mieter trotz steigender Kosten mehrere hundert Euro sparen können, zeigt der Vergleich.
Das Residenzschloss Ludwigsburg ist ein Baudenkmal in der ehemaligen württembergischen Residenzstadt Ludwigsburg. Foto: Markus Mainka / stock.adobe.com
Die Mieten steigen in ganz Deutschland, doch der Blick in die Metropolen zeigt besonders deutlich, wie teuer Wohnen geworden ist. In München werden inzwischen rund 20,74 Euro pro Quadratmeter fällig, in Frankfurt 16,32 Euro und in Stuttgart 15,02 Euro.
Wer ausweicht, findet jedoch selbst in vergleichsweise teuren Mittelstädten noch spürbare Preisunterschiede. Gerade im direkten Umland großer Städte zeigt sich: Sparpotenzial ist weiterhin vorhanden – wenn auch nicht mehr so ausgeprägt wie früher. Das zeigt eine immowelt Analyse.
Stuttgart: Ludwigsburg und Esslingen bleiben günstiger
Rund um Stuttgart gehören Ludwigsburg (12,45 Euro) und Esslingen am Neckar (11,18 Euro) zu den gefragtesten Alternativen. Beide Städte profitieren von ihrer Nähe zur Landeshauptstadt und einer sehr guten Anbindung.
Der Preisunterschied ist dennoch deutlich: Während Stuttgart bei 15,02 Euro liegt, sparen Mieter in Ludwigsburg rund 2,50 Euro pro Quadratmeter. In Esslingen fällt die Differenz mit knapp 4 Euro sogar noch größer aus. Für eine 75-Quadratmeter-Wohnung ergibt sich so eine monatliche Ersparnis von bis zu 300 Euro.
Frankfurt: Hanau als günstigere Alternative
Auch im Rhein-Main-Gebiet zeigt sich ein ähnliches Bild. In Frankfurt zahlen Mieter im Schnitt 16,32 Euro pro Quadratmeter.
In Hanau liegt das Niveau mit 11,17 Euro deutlich darunter. Trotz eines Anstiegs von 12,4 Prozent seit 2022 bleibt die Mittelstadt damit eine spürbar günstigere Option. Die Differenz von über 5 Euro pro Quadratmeter macht sich vor allem bei größeren Wohnungen schnell bemerkbar.
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München: Rosenheim und Landshut mit großem Abstand
Besonders groß ist der Preisunterschied im Umland von München. Während die bayerische Landeshauptstadt mit 20,74 Euro das mit Abstand höchste Mietniveau aufweist, bleiben Mittelstädte wie Rosenheim (11,29 Euro) und Landshut (10,87 Euro) deutlich darunter.
Damit kostet Wohnraum dort teilweise nur etwa die Hälfte. Trotz Anstiegen von jeweils rund 13,1 Prozent in den vergangenen vier Jahren bleibt das Sparpotenzial enorm. Für Pendler, die eine Zugverbindung in Kauf nehmen, sind diese Städte daher besonders attraktiv.
Berlin: Oranienburg und Brandenburg an der Havel günstiger
Auch im Berliner Umland gibt es weiterhin preisliche Unterschiede. In der Hauptstadt liegt die Angebotsmiete aktuell bei 14,21 Euro pro Quadratmeter.
In Oranienburg zahlen Mieter im Schnitt 11,68 Euro, in Brandenburg an der Havel sogar nur 8,75 Euro. Trotz steigender Mieten – etwa +11,8 Prozent in Oranienburg – bleibt der Abstand zur Hauptstadt deutlich. Besonders Brandenburg an der Havel bietet weiterhin erhebliches Sparpotenzial.
Fazit: Sparen ja – aber mit Einschränkungen
Die Beispiele zeigen: Mittelstädte im Umland großer Metropolen sind weiterhin günstiger, selbst wenn sie bereits zu den teureren ihrer Kategorie zählen. Vor allem rund um München und Frankfurt sind die Unterschiede noch deutlich spürbar.
Gleichzeitig wird aber auch klar, dass sich die Schere schließt. In Regionen wie Stuttgart ist der Abstand inzwischen deutlich kleiner geworden. Wer sparen will, muss daher immer häufiger Kompromisse eingehen – etwa bei Lage, Pendelzeit oder Wohnungsangebot.
Geschrieben am 25.04.2026
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