Wer sein Elektroauto zu Hause lädt, kann derzeit deutlich günstiger unterwegs sein als mit Benzin oder Diesel. Noch interessanter wird die Rechnung für Eigentümer mit Photovoltaikanlage: Dann kann ein Teil des Stroms für die nächste Fahrt direkt vom eigenen Dach kommen.
Der Ölwahnsinn macht E-Auto-Tanken richtig günstig. Foto: stock.adobe.com / Petro
E-Auto: 100 Kilometer kosten zuhause 5,44 Euro
Wer sein Elektroauto zu Hause lädt, profitiert derzeit von einem deutlichen Kostenvorteil gegenüber Benzin und Diesel. Nach einer aktuellen Berechnung des Vergleichsportals Verivox kostet eine Fahrt von 100 Kilometern mit einem Elektroauto der Mittel- oder Oberklasse bei Ladung mit Haushaltsstrom durchschnittlich 5,44 Euro.
Grundlage sind ein durchschnittlicher Strompreis von 32,29 Cent pro Kilowattstunde und ein Verbrauch von 16,9 Kilowattstunden (kWh) je 100 Kilometer.
Ein vergleichbarer Benziner kommt aktuell auf 18,02 Euro, ein Diesel auf 12,47 Euro je 100 Kilometer. Das E-Auto fährt damit bei den reinen Energiekosten rund 70 Prozent günstiger als der Benziner und 56 Prozent günstiger als der Diesel.
| Antrieb | Verbrauch je 100 km | Kosten je 100 km |
|---|---|---|
| Elektroauto | 16,9 kWh | 5,44 Euro |
| Benziner | 7,9 Liter | 18,02 Euro |
| Diesel | 5,2 Liter | 12,47 Euro |
Entscheidend für diesen Kostenvorteil, den Verivox errechnet hat, ist allerdings, wo das E-Auto geladen wird.
Wallbox statt Ladesäule: Zuhause laden ist günstiger
Verivox setzt für Haushaltsstrom aktuell 32,29 Cent pro Kilowattstunde an. An öffentlichen Ladesäulen wurden bei einer Erhebung im März 2025 dagegen durchschnittlich 52 Cent für Normalladen und 60 Cent pro Kilowattstunde für Schnellladen ermittelt.
Wer einen eigenen Stellplatz, Carport oder eine Garage besitzt, hat deshalb einen Vorteil: Das E-Auto kann bequem mit Haushaltsstrom geladen werden. Eine fest installierte Wallbox für das Laden zu Hause ist für die dauerhafte Belastung ausgelegt und ermöglicht höhere Ladeleistungen als eine gewöhnliche Haushaltssteckdose.
Mit Solarstrom sinkt der Strombezug aus dem Netz
Noch interessanter wird das Laden für Eigentümer mit Photovoltaikanlage. Produziert die Anlage mehr Energie, als im Haushalt gerade benötigt wird, kann der überschüssige Solarstrom über eine geeignete Wallbox direkt in den Akku des Autos fließen.
Beim sogenannten PV-Überschussladen kann eine intelligente Steuerung den Ladevorgang sogar an die aktuelle Solarproduktion anpassen. Das E-Auto wird damit zu einer zusätzlichen Möglichkeit, mehr vom eigenen Solarstrom selbst zu verbrauchen, statt ihn ins öffentliche Netz einzuspeisen.
Besonders gut funktioniert das, wenn das Fahrzeug tagsüber regelmäßig zu Hause steht. Wer erst abends zurückkehrt, kann den tagsüber erzeugten Strom dagegen nur eingeschränkt direkt zum Laden nutzen.
Batteriespeicher kann Solarstrom für später sichern
Ein Batteriespeicher kann überschüssigen Solarstrom aufnehmen und später wieder zur Verfügung stellen. Das kann vor allem dann interessant sein, wenn der Stromverbrauch durch ein E-Auto oder eine Wärmepumpe deutlich steigt.
Ob sich die Investition rechnet, hängt allerdings von Verbrauch, PV-Leistung, Speichergröße und Nutzungsverhalten ab. Bei einer bestehenden Anlage lohnt sich deshalb eine individuelle Prüfung, ob und wann sich ein PV-Speicher nachrüsten lässt.
Wer mehrere große Stromverbraucher im Haus hat, kann zusätzlich ein Home Energy Management System (HEMS) einsetzen. Es koordiniert beispielsweise PV-Anlage, Batteriespeicher, Wallbox und Wärmepumpe und verteilt vorhandenen Solarstrom möglichst effizient. Gerade bei einer Modernisierung kann es deshalb sinnvoll sein, Photovoltaik, Wärmepumpe und Energiemanagement gemeinsam zu planen. Außerde, können moderne Fahrzeuge den eigenen Akku als Speicher nutzen und später wieder an das Haus abgeben.
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