Ratgeber

PV-Speicher nachrüsten: Bei hohem Verbrauch vierstelliges Plus im Jahr

Autorenbild: Andreas Steger
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Auf einen Blick: Hast du schon eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, profitierst du von einem Speicher-Upgrade. Mit ihm steigerst du deinen Eigenverbrauch von einem auf zwei Drittel deines Solarertrags. Wichtig ist, dass du durch große Stromverbraucher wie E-Auto oder Wärmepumpe so viel wie möglich deines eigenen Stroms verbrauchst. Dein Plus ergibt sich dann durch die Ersparnis an Netzstrom.

Der Bestands-Check: Für diese Anlagen lohnt sich das Nachrüsten besonders

Je nachdem, wann deine Dachanlage ans Netz gegangen ist, ergeben sich unterschiedliche Vorteile:

1. Auslaufende EEG-Förderung für Ü20-Anlagen

Photovoltaikanlagen, die vor 20 Jahren gebaut wurden, fallen komplett aus der einst garantierten Einspeisevergütung. Mit so einer Anlage müsstest du ohne Speicher deinen Strom für geringe Cent-Beträge am Markt verkaufen. Installierst du einen PV-Speicher, machst du deine Ü20-Anlage stattdessen zum Eigenversorger für dein Zuhause. So sparst du teuren Netzstrom.

2. Jüngere Bestandsanlagen (ca. 2012 bis 2025)

Hier ist die feste Einspeisevergütung mit 7 bis 8 Cent pro Kilowattstunde (kWh) ohnehin gering. Stromzukauf aus dem Netz bleibt aber teuer. Jede selbst genutzte Kilowattstunde bringt dir die volle Ersparnis beim Haushaltsstrompreis.

3. Haushalte mit neuem und größerem Strombedarf

Ob Wärmepumpe, E-Auto oder Homeoffice: Wenn dein Stromverbrauch seit der Installation der PV-Anlage gestiegen ist, unterstützt der Speicher dabei, den höheren Bedarf mit Sonnenstrom abzudecken. Das bedeutet für dich: Je höher dein Stromverbrauch, desto lukrativer der Speicher. Die folgende Beispielrechnung zeigt dir den Unterschied zwischen einer PV-Anlage mit Speicher und einer ohne.

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Mit Speicher gilt: Je mehr du verbrauchst, desto mehr sparst du

Beispielrechnung:

Das Beispielhaus hat eine PV-Anlage mit 10 Kilowattpeak Leistung (kWp), Installationsjahr 2025. Sie gewinnt pro Jahr 10.000 kWh Strom. Der Stromverbrauch der 4-köpfigen Familie im Einfamilienhaus beträgt 4.000 kWh pro Jahr. Der Strom aus dem Netz kostet etwa 35 ct/kWh. Die Einspeisevergütung liegt bei rund 8 ct/kWh.

(Die Berechnung erfolgte mit dem “Solarisator” Rechner der htw Berlin. Die Ergebnisse umfassen den ersparten Strombezug und die erhaltene Einspeisevergütung)

 

  • Ohne Speicher deckt die Familie 38 % ihres Strombedarfs selbst.
  • Das entspricht 87 % der Stromkosten und ergibt eine Ersparnis von 1.213 €/Jahr
  • Mit Speicher und 10 kWh Speicherkapazität kann die Familie 81 % ihres Strombedarfs selbst decken. 
  • Das entspricht 118 % ihrer gesamten Stromkosten und ergibt eine jährliche Ersparnis von 1.655 €.
     

Schnell wird klar: Je mehr Solarstrom die Familie selbst verbraucht, desto größer die Ersparnis: 

  • die Familie hat ein E-Auto : ca. 2.500 kWh/Jahr
  • eine Wärmepumpe kommt hinzu: ca. 4.000 kWh/Jahr

 

Gesamtbedarf neu: 10.500 kWh/Jahr

  • Ohne Speicher deckt die Familie nun 25 % ihres Strombedarfs mit PV-Strom.
  • Sie spart jährlich 1.517 Euro ein, das sind 41 % ihrer Stromkosten. Die Wärmepumpe nutzt 1.090 kWh Solarstrom. Damit sind 27 % des Strombedarfs zum Heizen mit Solarstrom abgedeckt. Außerdem sind 9 % des E-Auto-Strombedarfs solar abgedeckt.
  • Mit Speicher sind 47 % des Strombedarfs durch PV-Strom gedeckt. Das bedeutet 57 % der jährlichen Stromkosten und 2.088 Euro Ersparnis. Die Wärmepumpe nutzt 1.930 kWh Solarstrom, das sind 48 % des Strombedarfs zum Heizen. Der Strombedarf des E-Autos ist zu 46 % solar gedeckt.

Mit Wärmepumpe und E-Auto sowie PV-Anlage mit Speicher ergibt sich aus Ersparnis an Netzstrom sowie Einspeisevergütung eine jährliche Rendite von 2.088 Euro. 

Gegenüber dem Szenario ohne Wärmepumpe und E-Auto ist die Rendite der Familie um 433 Euro höher.

 

Was der PV-Speicher für eine Bestandsanlage kostet

Die Investitionskosten für Solarbatterien haben sich auf einem attraktiven Niveau eingependelt. Bei der Nachrüstung von Heimspeichern für PV-Kleinanlagen bis 30 kWp gelten aktuell folgende Orientierungswerte. Sie beziehen sich auf die nutzbare Speicherkapazität inklusive Wechselrichter und Montage. Die Speicherkapazität wird in Kilowattstunden (kWh) angegeben. Generell sinken die Preise pro kWh Kapazität, je größer ein Speicher ist.

  • Richtpreis pro kWh: ca. 500 bis 1.000 Euro pro kWh Nutzkapazität.
  • Kompakter Speicher (ca. 5 kWh): ca. 2.500 bis 5.000 Euro komplett.
  • Mittlerer Speicher (ca. 8 bis 10 kWh): ca. 4.000 bis 9.000 Euro komplett.

Die richtige Speichergröße: Nicht größer kaufen als nötig

Markt und Gesetzgebung belohnen vor allem hohe Effizienz und gezielten Eigenverbrauch – nicht das wahllose Horten von Strom. Ein zu großer Akku verteuert dein Upgrade unnötig.

Nutze als Orientierung die bewährte Faustregel:

  • Die Verbrauchsformel: Maximal 1,5 kWh nutzbare Speicherkapazität je kWp Leistung deiner PV-Anlage.

 

Ein konkretes Beispiel: Gewinnt deine PV-Anlage 10.000 kWh Strom im Jahr, liegt das Optimum bei 10 kWh Speicherkapazität. Eine größere Batterie würde nachts selten entladen werden und schmälert deine Gesamtrendite.

Förderungen senken die Anschaffungskosten

Du kannst deine tatsächlichen Kosten über verschiedene Wege spürbar reduzieren:

  • 0 % Umsatzsteuer bzw. Nullsteuersatz: Beim Kauf und der Installation von Speicher und Zubehör zahlst du keine Mehrwertsteuer.
  • Regionale Zuschüsse durch Länder & Städte: Einige Bundesländer (z. B. Berlin mit SolarPLUS oder NRW mit progres.nrw) sowie zahlreiche Städte und Kommunen zahlen direkte Zuschüsse von oft 100 bis 300 Euro pro kWh Speicherkapazität.
  • KfW-Förderkredit 270: Über das Programm „Erneuerbare Energien – Standard“ lässt sich das Speicher-Upgrade zu 100 % über ein zinsgünstiges Darlehen deiner Hausbank finanzieren.

Unser Tipp: Wenn du regionale Zuschüsse oder einen KfW-Kredit nutzen möchtest, musst du den Antrag vor der Beauftragung des Handwerkers bzw. vor Kaufabschluss stellen, da dein Anspruch sonst erlischt!

Technische Umsetzung: AC- oder DC-Kopplung?

Beim Nachrüsten eines Speichers zur bestehenden PV-Anlage stehen dir technisch zwei Wege offen:

  • AC-Kopplung (Wechselstrom) – Der Standard: Der Speicher erhält einen eigenen Batterie-Wechselrichter und wird parallel ans Hausnetz angeschlossen. Dein alter Solar-Wechselrichter bleibt unverändert im Einsatz. Vorteil: Unabhängig von Alter und Marke deiner bestehenden PV-Module schnell und unkompliziert installiert.
  • DC-Kopplung (Gleichstrom) – Bei Wechselrichter-Tausch: Der Speicher befindet sich zwischen den Modulen und dem Wechselrichter. Das setzt voraus, dass dein alter Wechselrichter durch einen modernen Hybrid-Wechselrichter ersetzt wird. Das lohnt sich vor allem dann, wenn dein Alt-Gerät ohnehin defekt ist oder nach 10 bis 15 Jahren ausgetauscht werden muss.

Das E-Auto als Garagenspeicher

Eine Alternative oder auch Ergänzung zum Speicher ist das bidirektionale Laden (Vehicle-to-Home / V2H). Dabei dient der riesige Akku deines Elektroautos als flexibler Zwischenspeicher für dein Haus. Wenn du ohnehin die Anschaffung eines neuen E-Autos planst, lohnt es sich zu prüfen, ob Fahrzeug und Wallbox bereits V2H-fähig sind, um künftig Einspeisebegrenzungen noch flexibler abzufangen. Dann würdest du dir die Anschaffungskosten für einen stationären Speicher sparen.

Auf einen Blick: Vor- und Nachteile im Vergleich

Vorteile der Speicher-Nachrüstung Nachteile
Maximierter Eigenverbrauch: Steigerung von ca. 30 % auf bis zu 80 %. Anfangsinvestition: Je nach Kapazität musst du mit ca. 2.500 bis 9.000 Euro an Anschaffungskosten rechnen.
Unkomplizierte AC-Kopplung: Der bestehende Solar-Wechselrichter kann in der Regel einfach weitergenutzt werden. Begrenzte Akku-Lebensdauer: Speicher halten ca. 10 bis 15 Jahre und verlieren über die Zeit an Kapazität.
0 % Umsatzsteuer & Förderung: Dauerhafte Mehrwertsteuerbefreiung und regionale Zuschüsse nutzbar. Wandlungsverluste: Beim Speichern und Entladen geht physikalisch bedingt ein kleiner Teil der Energie verloren.
E-Auto als mobiler Speicher möglich: Der große Akku deines E-Autos kann alle Vorteile des Heimspeichers mitbringen, ist aber größer. Registrierungspflicht: Auch nachgerüstete Speicher müssen im Marktstammdatenregister eingetragen werden.

Fazit: So machst du deine Anlage zukunftssicher

Das Nachrüsten eines PV-Speichers ist mehr als eine Komfortentscheidung. Stattdessen ist es die klügste wirtschaftliche Absicherung für deine Solaranlage. Indem du Stromüberschüsse speicherst und so deinen Eigenverbrauch maximierst, machst du dich unabhängig von steigenden Strompreisen. Das gilt vor allem, wenn größere elektrische Verbraucher wie ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe hinzukommen. Wenn du deine Anlage mit Speicher passend zu deinem Verbrauch dimensioniert und die steuerlichen Boni sowie regionale Fördermittel nutzt, ist dein PV-System perfekt gerüstet für die Zukunft.

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