Der Immobilienmarkt in Baden-Württemberg hat sich 2025 spürbar belebt. Trotz höherer Zinsen und einer Grunderwerbsteuer von 5,0 Prozent wechselten wieder deutlich mehr Wohnungen und Häuser den Eigentümer als beispielsweise in Bayern.
Die Transaktionen in Baden-Württemberg ziehen wieder an. Foto: iStock.com | Roksana Bashyrova
Nach einer Phase der Zurückhaltung kehren Immobilienkäufer in Baden-Württemberg wieder auf den Markt zurück. Das zeigen sowohl die Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer als auch aktuelle Preisdaten von immowelt. Während viele Kaufinteressenten in den vergangenen Jahren abgewartet hatten, nahm die Zahl der Transaktionen 2025 wieder zu.
Deutliches Plus bei der Grunderwerbsteuer
Die Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer stiegen in Baden-Württemberg 2025 um 19,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In absoluten Zahlen legten sie um rund 346 Millionen Euro zu. Da die Steuer ausschließlich bei tatsächlichen Immobilienkäufen anfällt, gilt sie als verlässlicher Indikator für die Marktaktivität.
Baden-Württemberg gehört mit einem Steuersatz von 5,0 Prozent zwar nicht zu den Ländern mit den höchsten Erwerbsnebenkosten, liegt aber klar über dem Niveau Bayerns. Trotzdem entwickelte sich der Markt 2025 dynamischer als im südlichen Nachbarland.
Preise steigen moderat
Laut Daten von immowelt legten die Angebotspreise für Eigentumswohnungen 2025 auch in Baden-Württemberg zu, allerdings in moderatem Umfang. In vielen Städten blieb der Preisanstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Nach den deutlichen Korrekturen der Jahre 2022 und 2023 zeigt sich damit eine Stabilisierung, jedoch kein erneuter Boom.
„Eigentumswohnungen haben sich in den vergangenen zwölf Monaten in fast allen Großstädten verteuert“, sagt Robert Wagner, Geschäftsführer von immowelt. „Allerdings können Kaufinteressenten in Preisverhandlungen nach wie vor spürbare Nachlässe erzielen.“
Bewegung auch außerhalb der Metropolen
Besonders gefragt waren 2025 nicht nur die großen Städte wie Stuttgart, sondern auch viele Mittelstädte und Regionen im Umland. Dort profitieren Käufer von niedrigeren Quadratmeterpreisen als in den teuersten Lagen, gleichzeitig bleibt die Nachfrage stabil.
Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass sich der Markt breiter aufstellt. Statt einzelner Hotspots rücken zunehmend Regionen in den Fokus, die in den Boomjahren weniger Beachtung fanden.
Baden-Württemberg im Vergleich
Im bundesweiten Vergleich fällt auf, dass Baden-Württemberg deutlich dynamischer abschneidet als Bayern, obwohl dort die Grunderwerbsteuer niedriger ist. Gleichzeitig bleibt der Zuwachs hinter besonders starken Ländern wie Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen zurück, wo die Zahl der Transaktionen noch kräftiger anstieg.
Der Vergleich zeigt: Der Steuersatz allein ist nicht ausschlaggebend für die Kaufdynamik. Entscheidender sind Preisniveau, Einkommensentwicklung und die Erwartung der Käufer an die künftige Marktentwicklung.
Käufer entscheiden sich gegen weiteres Abwarten
Viele Haushalte hatten in den vergangenen Jahren gehofft, dass sinkende Zinsen den Immobilienkauf erleichtern würden. Diese Erwartung erfüllte sich nur teilweise. Gleichzeitig nahmen die wirtschaftlichen Unsicherheiten zu. Für viele Käufer dürfte 2025 daher der Punkt gewesen sein, an dem weiteres Zögern als größeres Risiko erschien als der Kauf selbst.
Fazit: Markt gewinnt wieder an Breite
Der Blick auf Baden-Württemberg zeigt, dass sich der Immobilienmarkt 2025 wieder belebt hat – trotz höherer Finanzierungskosten und spürbarer Kaufnebenkosten. Moderate Preissteigerungen, wachsende Verhandlungsspielräume und eine steigende Zahl von Transaktionen prägen das Bild. Der Markt gewinnt an Breite, auch jenseits der teuersten Metropolen.
Geschrieben am 16.02.2026
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