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Immobilienmarkt stabilisiert sich: Käufer greifen trotz hoher Zinsen wieder zu

Autorenbild Kilian Treß
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Trotz hoher Zinsen und gestiegener Kaufnebenkosten zieht der Immobilienmarkt wieder an. immowelt-Daten zeigen: In den meisten Großstädten steigen die Preise – und Käufer werden wieder aktiver.

Der deutsche Immobilienmarkt hat sich 2025 spürbar belebt. Trotz weiterhin hoher Bauzinsen und gestiegener Kaufnebenkosten wechselten wieder deutlich mehr Wohnungen und Häuser den Eigentümer als im Vorjahr. Darauf deuten nicht nur die Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer hin, sondern auch aktuelle Marktdaten von immowelt.

Wohnungspreise in fast allen Großstädten gestiegen

Laut Daten von immowelt sind die Angebotspreise für Eigentumswohnungen innerhalb von zwölf Monaten in 71 von 80 deutschen Großstädten gestiegen. Im Durchschnitt verteuerten sich Wohnungen um 4,0 Prozent, in einzelnen Städten sogar um knapp 12 Prozent. Auch Häuser wurden teurer, allerdings in geringerem Tempo. Nach den deutlichen Preisrückgängen der Jahre 2022 und 2023 zeigt sich damit eine klare Stabilisierung des Marktes.

Preise unter früheren Höchstständen eröffnen Spielräume

Trotz der jüngsten Anstiege liegen die Preise in vielen Städten weiterhin unter den Höchstständen aus dem Sommer 2022. Gleichzeitig haben sich die finanziellen Spielräume vieler Haushalte angesichts gestiegener Reallöhne verbessert. Das sorgt dafür, dass Kaufinteressenten wieder aktiver werden.

„Eigentumswohnungen haben sich in den vergangenen zwölf Monaten in fast allen Großstädten verteuert“, sagt Robert Wagner, Geschäftsführer von immowelt. „Allerdings können Kaufinteressenten in Preisverhandlungen nach wie vor spürbare Nachlässe erzielen. Vor allem abseits der teuren Metropolen eröffnen sich dadurch weiterhin gute Möglichkeiten für den Immobilienkauf.“

Moderate Entwicklungen in den Metropolen

In den hochpreisigen Metropolen verlief die Preisentwicklung vergleichsweise moderat. In München stiegen die Angebotspreise für Bestandswohnungen binnen eines Jahres um 2,7 Prozent. Auch Hamburg, Frankfurt und Köln verzeichneten leichte Zuwächse. In Berlin hingegen sanken die Preise leicht. Größere Preissprünge bleiben in den bevölkerungsreichsten Städten bislang aus, was vor allem am bereits hohen Preisniveau liegt.

Dynamik in kleineren und mittleren Großstädten

Deutlich stärker fiel der Preisanstieg in mehreren kleineren Großstädten aus. Besonders kräftige Zuwächse gab es unter anderem in Göttingen, Bergisch Gladbach, Mannheim und Rostock. Insgesamt verzeichneten 29 Großstädte Preissteigerungen von mehr als fünf Prozent. Ein möglicher Treiber ist die weiterhin angespannte Situation auf den Mietmärkten, die den Wunsch nach Eigentum verstärkt.

Sinkende Preise bleiben die Ausnahme

Preisrückgänge waren zuletzt selten. Lediglich in neun Großstädten wurden Bestandswohnungen günstiger. Zudem fielen die Abschläge deutlich geringer aus als im Vorjahr. Das unterstreicht die zunehmende Stabilisierung des Marktes nach der Phase starker Korrekturen.

Mehr Transaktionen trotz hoher Zinsen

Parallel zur Preisentwicklung zeigen auch andere Indikatoren eine Belebung. Die Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer stiegen 2025 deutlich. Da die Steuer ausschließlich bei tatsächlichen Kaufverträgen anfällt, gilt sie als verlässlicher Maßstab für die Zahl der Transaktionen. Dass die Einnahmen stärker wuchsen als die Preise, spricht dafür, dass nicht nur teurer verkauft wurde, sondern insgesamt wieder mehr gekauft.

Warum viele Käufer nicht länger warten

Nach dem starken Zinsanstieg ab 2022 hatten viele Haushalte abgewartet, in der Hoffnung auf sinkende Finanzierungskosten. Diese Erwartung erfüllte sich nur teilweise. Gleichzeitig nahmen geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheiten zu. Für viele Käufer dürfte 2025 daher der Zeitpunkt gewesen sein, an dem weiteres Zögern als größeres Risiko erschien als der Kauf selbst.

Markt ordnet sich neu

Insgesamt deutet vieles darauf hin, dass sich der Immobilienmarkt neu sortiert hat. Die Phase rasanter Preissteigerungen ist vorbei, eine flächendeckende Kaufzurückhaltung ebenfalls. Stattdessen etabliert sich ein Markt mit moderaten Preisbewegungen, wieder mehr Transaktionen und spürbaren Verhandlungsspielräumen für Käufer.

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