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1.000 Euro Miete in Nordrhein-Westfalen: Im Ruhrgebiet schrumpft die leistbare Wohnfläche drastisch

Autorenbild: Andreas Steger
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Lange galt das Ruhrgebiet als vergleichsweise günstig. Doch genau dort verlieren Mieter derzeit besonders viel Wohnfläche für ihr Geld.

Wer im Ruhrgebiet 1.000 Euro für die Kaltmiete ausgibt, bekommt dafür heute deutlich weniger Wohnraum als noch vor wenigen Jahren. Besonders auffällig: Viele Städte mit den größten Flächenverlusten Deutschlands liegen im Ruhrgebiet.

Das zeigt eine aktuelle Auswertung von immowelt zur leistbaren Wohnfläche für 1.000 Euro Kaltmiete. Zwar finden Mieter dort im bundesweiten Vergleich noch immer vergleichsweise große Wohnungen. Gleichzeitig steigen die Angebotsmieten aber auch im Ruhrgebiet inzwischen deutlich an.

Die Folge: Für dasselbe Budget bekommen Mieter heute teilweise mehr als 20 Quadratmeter weniger Wohnfläche als noch 2022.

Gelsenkirchen verliert fast 29 Quadratmeter

Am stärksten fällt der Rückgang in Gelsenkirchen aus. Dort sank die leistbare Wohnfläche für 1.000 Euro Kaltmiete von 175,5 auf 146,6 Quadratmeter. Das entspricht einem Verlust von 28,9 Quadratmetern beziehungsweise 16 Prozent.

Auch Hagen verzeichnet einen massiven Rückgang. Dort schrumpfte die Wohnfläche innerhalb von vier Jahren um 26,2 Quadratmeter.

In Recklinghausen, Duisburg und Bochum verlieren Mieter ebenfalls jeweils mehr als 22 Quadratmeter für dieselbe Summe.

Hier schrumpft die Wohnfläche im Ruhrgebiet besonders stark:

Stadt 2022 2026 Veränderung (qm) Veränderung (%)
Gelsenkirchen 175,5 qm 146,6 qm -28,9 qm -16 %
Hagen 151,7 qm 125,5 qm -26,2 qm -17 %
Recklinghausen 172,1 qm 147,5 qm -24,6 qm -14,3 %
Duisburg 158,5 qm 135,1 qm -23,4 qm -14,7 %
Bochum 143,1 qm 120,3 qm -22,7 qm -15,9 %

Quelle: immowelt Price Map (Stand: Mai 2026)

Überlauf-Effekt aus den teuren Metropolen

Ein wichtiger Grund für die Entwicklung liegt im sogenannten Überlauf-Effekt. Denn häufig ist es nicht die eigene Wirtschaftskraft einer Stadt, die das Mietniveau antreibt, sondern die Überhitzung benachbarter Wohnungsmärkte.

Vor allem Städte wie Düsseldorf und Köln, aber auch die Kernstädte des Ruhrgebiets wie Dortmund oder Essen, sind für viele Haushalte inzwischen deutlich teurer geworden. Wohnungssuchende weichen deshalb zunehmend auf traditionell günstigere Städte und Randlagen aus.

Davon profitieren Städte wie Hagen, Duisburg oder Gelsenkirchen zunächst durch eine höhere Nachfrage. Gleichzeitig trifft diese Entwicklung dort auf ein vergleichsweise knappes Angebot an freien Wohnungen.

Der Nachholeffekt treibt die Statistik zusätzlich

Hinzu kommt ein statistischer Nachholeffekt. Viele Städte im Ruhrgebiet hatten über Jahre hinweg ein vergleichsweise niedriges Mietniveau – häufig lagen die Angebotsmieten deutlich unter denen großer Metropolen.

Steigen die Mieten dort um einen Euro pro Quadratmeter, wirkt sich das deshalb besonders stark auf die Statistik aus. Während derselbe absolute Anstieg in München oder Frankfurt prozentual weniger ins Gewicht fällt, sorgen vergleichbare Entwicklungen im Ruhrgebiet sofort für deutliche Sprünge.

Große Wohnungen bleiben trotzdem vergleichsweise günstig

Trotz der starken Rückgänge bekommen Mieter im Ruhrgebiet für 1.000 Euro noch immer deutlich mehr Wohnfläche als in vielen deutschen Metropolen.

In Gelsenkirchen reichen 1.000 Euro trotz des starken Rückgangs weiterhin für 146,6 Quadratmeter. Zum Vergleich: In München bekommen Mieter dafür aktuell nur noch 48,2 Quadratmeter.

Die Zahlen zeigen jedoch, dass auch ehemals günstige Regionen zunehmend unter Druck geraten – und die leistbare Wohnfläche selbst dort spürbar schrumpft.

Lange galt das Ruhrgebiet als vergleichsweise günstig. Doch genau dort verlieren Mieter derzeit besonders viel Wohnfläche für ihr Geld.

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