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Alternativen zur Ölheizung: Was jetzt gilt und was sie kosten

Autorenbild: Andreas Steger
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Heizöl ist so teuer wie nie. Doch welche Alternativen zur Ölheizung gibt es? Wärmepumpen, Pelletheizungen, Fernwärme und Hybridlösungen kommen infrage. Eine Austauschpflicht besteht allerdings nicht grundsätzlich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Du musst eine funktionierende Ölheizung nicht austauschen. Das Betriebsverbot für alte Heizkessel ist gestrichen.
  • Neue Ölheizungen sind wieder erlaubt, müssen aber ab 2029 die Bio-Treppe erfüllen und werden nicht gefördert.
  • Der Austausch gegen eine erneuerbare Heizung wird mit 30 Prozent gefördert, mit Boni bis 70 oder 80 Prozent.
  • Laut Heizspiegel 2026 kostet Heizen mit Heizöl 1.275 Euro pro Jahr, mit Wärmepumpe 735 Euro (70-m²-Wohnung).
  • Pelletheizung und Fernwärme sind einfache Alternativen, wenn Platz oder ein Netz vorhanden ist.
  • Stromdirektheizungen taugen höchstens für einzelne Räume.

Muss ich meine Ölheizung austauschen?

Nein. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist seit dem 29. Juli 2026 in Kraft und hat die 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien beim Heizungseinbau und das Betriebsverbot für alte Heizkessel gestrichen. Bestehende Ölheizungen dürfen weiterlaufen, und auch neue sind erlaubt. Neue Öl- und Gasheizungen müssen ab 2029 die Bio-Treppe erfüllen: mindestens 10 Prozent biogene Brennstoffe oder Wasserstoff, ab 2040 mindestens 60 Prozent.

Wie die Bio-Treppe funktioniert und welche Pflichten für größere Gebäude gelten, steht im Ratgeber Ölheizung und Gasheizung austauschen. Kommunen müssen außerdem eine Wärmeplanung vorlegen, die zeigt, wo künftig Fernwärme verfügbar ist. Große Städte haben dafür bis zum 30. Juni 2026 Zeit, kleinere Kommunen bis zum 30. Juni 2028.

Welche Alternativen zur Ölheizung gibt es?

Es gibt fünf Hauptalternativen zur Ölheizung, und keine passt für jedes Haus. Die Tabelle zeigt, wofür sie geeignet sind, was sie kosten und ob sie gefördert werden. Die Betriebskosten stammen aus der Prognose des Heizspiegels 2026 für eine 70-m²-Wohnung.

HeizungGeeignet fürAnschaffungBetrieb pro JahrBEG-Förderung
WärmepumpeGebäude mit niedriger Vorlauftemperatur18.000 bis 35.000 Euro735 EuroJa, ab 30 Prozent
PelletheizungHaus mit Platz für Kessel und Lagerab ca. 20.000 Euro860 EuroJa, ab 30 Prozent
FernwärmeGebiete mit Fernwärmenetz5.000 bis 15.000 Euro1.310 EuroJa, ab 30 Prozent
HybridheizungWer nicht komplett wechseln will20.000 bis 30.000 EuroJe nach KombinationNur erneuerbarer Anteil
StromdirektheizungEinzelne RäumeNiedrig3- bis 4-fache Stromkosten der WärmepumpeNein
Neue Ölheizung (Vergleich)Ersatz ohne Umbau8.000 bis 15.000 Euro1.275 EuroNein

Die Anschaffungskosten sind Richtwerte inklusive Einbau, vor Abzug der Förderung. Mehr zu Kosten und Förderung aller Systeme findest du im Ratgeber Ölheizung und Gasheizung austauschen.

Was kostet Heizen mit Öl im Vergleich?

Heizen mit Öl ist 2026 deutlich teurer geworden und teurer als mit den meisten Alternativen. Anfang Oktober 2026 kosteten 100 Liter Heizöl laut Preisportalen rund 164 bis 170 Euro, im Oktober 2025 waren es etwa 96 Euro (Bericht auf ms-aktuell.de). Der CO₂-Preis liegt 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne, das entspricht etwa 20 Cent pro Liter Heizöl. Laut co2online können sich die Heizkosten für Öl- und Gasheizungen bis 2045 mehr als verdoppeln.

Heizart70-m²-Wohnung im Mehrfamilienhaus130-m²-Einfamilienhaus
Wärmepumpe735 Euro (+3 Prozent)1.300 Euro (+3 Prozent)
Holzpellets860 Euro (+17 Prozent)1.740 Euro (+23 Prozent)
Erdgas1.120 Euro (−4 Prozent)1.930 Euro (−5 Prozent)
Heizöl1.275 Euro (+24 Prozent)2.745 Euro (+28 Prozent)
Fernwärme1.310 Euro (+1 Prozent)2.055 Euro (+1 Prozent)

Welche Förderung gibt es für den Austausch der Ölheizung?

Wer seine Ölheizung gegen eine erneuerbare Heizung tauscht, erhält 30 Prozent Grundförderung und als Selbstnutzer zusätzlich 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus. Mit dem Einkommensbonus (10, 30 oder 40 Prozent bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 50.000, 40.000 oder 30.000 Euro) sind bis zu 70 Prozent möglich, bei 40 Prozent Einkommensbonus bis zu 80 Prozent. Förderfähig sind Kosten bis 28.000 Euro für die erste Wohneinheit.

Der Klimageschwindigkeitsbonus gilt bis zum 31. Januar 2027. Danach sinkt er alle sechs Monate um 4 Prozentpunkte und entfällt ab dem 1. August 2028. Wer früh wechselt, sichert sich also den höheren Satz. Neue Ölheizungen sind von der Förderung ausgeschlossen. Alle Bedingungen stehen im Abschnitt Förderung für den Heizungstausch.

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Die Alternativen zur Ölheizung im Detail

Kann eine Wärmepumpe meine Ölheizung ersetzen?

Ja, in Bestandsgebäuden ersetzt eine Wärmepumpe oft eine alte Ölheizung. Sie arbeitet umso effizienter, je niedriger die Vorlauftemperatur des Heizwassers ist. Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizwassers, das vom Heizkessel zu den Heizkörpern fließt. In schlecht gedämmten Altbauten mit kleinen Heizkörpern ist sie oft hoch, das verschlechtert die Effizienz und erhöht die Heizkosten.

Oft helfen schon einzelne Maßnahmen: Tausche zu kleine Heizkörper gegen größere, denn bei größerer Fläche reicht eine niedrigere Vorlauftemperatur. Auch neue Fenster und Dämmung senken den Bedarf. Herkömmliche Wärmepumpen arbeiten bis etwa 55 °C wirtschaftlich, Hochtemperatur-Wärmepumpen schaffen bis zu 70 °C oder mehr, brauchen aber mehr Strom. Lass vorab berechnen, wie hoch der Stromverbrauch wird. Mehr dazu im Ratgeber Wärmepumpe im Altbau: Kosten, Voraussetzungen und welche sich 2026 eignet.

Ist eine Pelletheizung eine Alternative zur Ölheizung?

Ja, eine Pelletheizung ist eine gängige Alternative, vor allem für Häuser mit Platz für Kessel und Lager. Wer den Öltank entfernt, hat diesen Platz meist frei. Holz gilt als weitgehend CO₂-neutral, weil Bäume beim Wachsen so viel CO₂ binden, wie bei der Verbrennung entsteht. Bei Herstellung und Transport der Pellets entsteht aber CO₂, und Holzheizungen stoßen Feinstaub aus. Außerdem ist das Potenzial begrenzt, denn es darf nur so viel Holz verbraucht werden, wie nachwächst.

Laut Heizspiegel 2026 kosten Holzpellets 860 Euro pro Jahr für eine 70-m²-Wohnung und liegen damit unter Heizöl (1.275 Euro). Allerdings haben sich Pellets verteuert: Das Deutsche Pelletinstitut ermittelte für September 2026 einen Preis von 454 Euro je Tonne, rund 36 Prozent mehr als im Vorjahr. Eine Alternative zur Pelletheizung ist eine Holzhackschnitzelheizung. Mehr im Ratgeber Alternativen zur Wärmepumpe: Pelletheizung.

Kann ich von Öl auf Fernwärme umsteigen?

Ja, wenn in deinem Gebiet ein Fernwärmenetz liegt. Du brauchst dann keine eigene Heizung mehr, nur eine Übergabestation im Haus. Leitungen ins Haus und die Station kosten je nach Anbieter 5.000 bis 15.000 Euro. Der Anschluss an ein Wärmenetz wird mit 30 Prozent Grundförderung plus möglichen Boni gefördert.

Fernwärme entsteht oft in Müllverbrennungsanlagen oder Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, manchmal auch aus Erdwärme. Sie ist deshalb nicht automatisch CO₂-neutral und bringt gegenüber der Ölheizung nicht immer einen großen Klimavorteil. Der Betreiber kann die Erzeugung später auf erneuerbare Energien umstellen, ohne dass du am Gebäude etwas ändern musst. Im Betrieb ist Fernwärme laut Heizspiegel 2026 mit 1.310 Euro pro Jahr für eine 70-m²-Wohnung die teuerste der untersuchten Heizarten. Mehr im Ratgeber Fernwärme: Das müssen Eigentümer wissen.

Ist eine Stromheizung ein guter Ersatz für die Ölheizung?

Nur für einzelne Räume. Stromdirektheizungen wie Infrarot- oder Marmorplattenheizungen sind in der Anschaffung am günstigsten, wandeln den Strom aber 1:1 in Wärme um. Eine Wärmepumpe erzeugt dagegen aus einer Einheit Strom etwa drei bis viereinhalb Einheiten Wärme. Deshalb verbrauchen Stromdirektheizungen drei- bis viermal so viel Strom. Früher waren das oft Nachtspeicheröfen.

Infrarotheizungen erzeugen angenehme Strahlungswärme, und es heißt, dass für eine Wohlfühltemperatur weniger Wärme nötig ist. Die Stiftung Warentest nennt sie dennoch eine Notlösung ohne Sparpotenzial. Ein Rechenbeispiel mit Stromkosten findest du im Ratgeber Alternativen zur Wärmepumpe: Infrarotheizung.

Welche Hybridheizungen gibt es?

Eine Hybridheizung kombiniert zwei Systeme, damit du die vorhandene Heizung weiter nutzen kannst. Gefördert wird nur der erneuerbare Teil, nicht die Ölheizung. Grundsätzlich lassen sich alle Zentralheizungen hybrid betreiben. Diese Kombinationen kommen infrage:

Solarunterstützung

Eine Öl- oder Gasheizung oder eine Wärmepumpe wird durch eine solarthermische Anlage ergänzt.

Wärmepumpenhybrid

Die alte Heizung bleibt bestehen und läuft nur noch an sehr kalten Tagen. Den Rest übernimmt die Wärmepumpe, die einen Teil des Stroms aus der eigenen Photovoltaikanlage beziehen kann.

Wasserführender Kaminofen

Ein holzbefeuerter Ofen mit Wärmetauscher (Wassertasche) gibt den größeren Teil der Wärme an den Speicher der Zentralheizung ab.

Weitere Kombinationen

Ölheizungen lassen sich mit Solar, Holz oder einer Wärmepumpe kombinieren.

Details zu Kosten und Voraussetzungen im Abschnitt Hybridheizung nachträglich einbauen. Brennstoffzellen mit Wasserstoff und mit E-Fuels betriebene Ölheizungen sind noch Zukunftsmusik, weil Infrastruktur und Erzeugungskapazität fehlen. Mehr dazu im Ratgeber Alternativen zur Wärmepumpe: E-Fuels.

Häufige Fragen zu Alternativen zur Ölheizung

Welche Alternativen zur Ölheizung gibt es?

Die wichtigsten Alternativen sind die Wärmepumpe, die Pelletheizung, Fernwärme und Hybridheizungen. Stromdirektheizungen eignen sich nur für einzelne Räume. Auch neue Ölheizungen sind seit dem GModG wieder erlaubt.

Muss ich meine Ölheizung austauschen?

Nein. Seit das Gebäudemodernisierungsgesetz am 29. Juli 2026 in Kraft getreten ist, gibt es keine Austauschpflicht mehr. Auch das Betriebsverbot für alte Heizkessel ist gestrichen. Eine funktionierende Ölheizung darf weiterlaufen.

Darf ich noch eine neue Ölheizung einbauen?

Ja. Die 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien ist gestrichen. Neue Ölheizungen müssen aber ab 2029 die Bio-Treppe erfüllen, also einen steigenden Anteil biogener Brennstoffe oder Wasserstoff nutzen. Der Staat fördert sie nicht.

Wie stark ist der Heizölpreis gestiegen?

Anfang Oktober 2026 kosteten 100 Liter Heizöl laut Preisportalen rund 164 bis 170 Euro, im Oktober 2025 waren es etwa 96 Euro. Das sind rund 70 Prozent mehr. Der Heizspiegel 2026 erwartet für Heizöl einen Kostenanstieg von 24 Prozent für eine 70-m²-Wohnung.

Was ist günstiger: Ölheizung oder Wärmepumpe?

Im Betrieb ist die Wärmepumpe günstiger. Laut Heizspiegel 2026 kostet Heizen mit Wärmepumpe 735 Euro pro Jahr für eine 70-m²-Wohnung, mit Heizöl 1.275 Euro. Die Wärmepumpe kostet in der Anschaffung aber 18.000 bis 35.000 Euro, eine neue Ölheizung 8.000 bis 15.000 Euro.

Welche Förderung gibt es für den Austausch einer Ölheizung?

Die Grundförderung beträgt 30 Prozent. Selbstnutzer erhalten zusätzlich 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus bis 31. Januar 2027 und je nach Einkommen bis zu 40 Prozent Einkommensbonus. Insgesamt sind bis zu 70 Prozent möglich, bei niedrigem Einkommen bis zu 80 Prozent. Förderfähig sind Kosten bis 28.000 Euro für die erste Wohneinheit.

Kann eine Wärmepumpe meine Ölheizung im Altbau ersetzen?

Ja, wenn Dämmung, Heizkörperfläche und Vorlauftemperatur zusammenpassen. Herkömmliche Wärmepumpen arbeiten bis etwa 55 °C Vorlauftemperatur wirtschaftlich. Oft genügt es, einzelne kleine Heizkörper gegen größere auszutauschen.

Ist eine Pelletheizung günstiger als Heizöl?

Im Betrieb ja. Laut Heizspiegel 2026 kosten Holzpellets 860 Euro pro Jahr für eine 70-m²-Wohnung, Heizöl 1.275 Euro. Pellets sind allerdings 2026 um 17 Prozent teurer geworden, und die Anschaffung beginnt bei etwa 20.000 Euro.

Ist eine Infrarotheizung ein guter Ersatz für die Ölheizung?

Nur für einzelne Räume. Eine Infrarotheizung verbraucht drei- bis viermal so viel Strom wie eine Wärmepumpe, erzeugt kein Warmwasser und wird nicht gefördert. Als Hauptheizung ist sie im Betrieb die teuerste Lösung.

Steigt die CO₂-Abgabe auf Heizöl weiter?

Ja, laut Prognosen. 2026 liegt der CO₂-Preis in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne, das entspricht etwa 20 Cent pro Liter Heizöl. Laut co2online können sich die Heizkosten für Öl- und Gasheizungen bis 2045 mehr als verdoppeln, auch wegen steigender CO₂-Preise.

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