Während Käufer in München, Stuttgart oder Hamburg wieder mehr Wohnung für ihr Geld bekommen, entwickelt sich der Markt in Teilen des Ruhrgebiets genau andersherum. In mehreren Städten reicht ein Budget von 350.000 Euro heute für deutlich weniger Wohnfläche als noch vor vier Jahren. Besonders Gelsenkirchen und Recklinghausen stechen heraus.
2022 bekam man in Gelsenkirchen für 350.000 Euro eine Eigentumswohnung mit 185 Quadratmetern Fläche. Heute sind es nur noch 163 Quadratmeter. Foto: stock.adobe.com / machabo19
Gelsenkirchen gehört zu den größten Verlierern Deutschlands
Wer im Jahr 2022 in Gelsenkirchen mit einem Budget von 350.000 Euro eine Eigentumswohnung kaufen wollte, konnte sich rechnerisch rund 185 Quadratmeter leisten. Heute sind es nur noch 163 Quadratmeter. Damit ist die leistbare Wohnfläche um 22 Quadratmeter gesunken. Laut Daten von immowelt handelt es sich um den stärksten Rückgang aller 80 untersuchten Großstädte. Gleichzeitig sind die Angebotspreise für Eigentumswohnungen seit 2022 um mehr als 13 Prozent gestiegen.
Auch in Recklinghausen und Bottrop schrumpft das Angebot
Gelsenkirchen bleibt kein Einzelfall. In Recklinghausen erhalten Käufer heute nur noch 126 statt 142 Quadratmeter für ihr Budget. Das entspricht einem Minus von 16 Quadratmetern. Auch in Bottrop ist die leistbare Wohnfläche um 10 Quadratmeter zurückgegangen. In allen drei Städten haben sich die Wohnungspreise seit dem Höchststand von 2022 weiter nach oben entwickelt, während viele andere Regionen Deutschlands Preisrückgänge verzeichneten.
Essen zeigt denselben Trend
Auch in einer der größten Städte des Ruhrgebiets müssen Käufer inzwischen mehr Geld pro Quadratmeter bezahlen. In Essen reicht ein Budget von 350.000 Euro heute für 113 statt 121 Quadratmeter. Die Wohnfläche sinkt damit um 8 Quadratmeter. Anders als in vielen süddeutschen Städten kam es hier nach dem Zinsanstieg nicht zu einer spürbaren Preiskorrektur. Stattdessen blieben Wohnungen gefragt, was die Preise weiter stützte.
| Stadt | Wohnfläche 2022 | Wohnfläche 2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Dortmund | 116 m² | 121 m² | +5 m² |
| Duisburg | 151 m² | 152 m² | +1 m² |
| Bochum | 124 m² | 124 m² | 0 m² |
| Herne | 157 m² | 157 m² | 0 m² |
| Oberhausen | 154 m² | 153 m² | -1 m² |
| Mülheim an der Ruhr | 120 m² | 118 m² | -2 m² |
| Essen | 121 m² | 113 m² | -8 m² |
| Bottrop | 145 m² | 135 m² | -10 |
| Recklinghausen | 142 m² | 126 m² | -16 m² |
| Gelsenkirchen | 185 m² | 163 m² | -22 m² |
Das Ruhrgebiet geht gegen den Bundestrend
Während die Kaufpreise in vielen Metropolen nach dem Boom der Corona-Jahre nachgegeben haben, zeigt das Ruhrgebiet vielerorts eine gegenteilige Entwicklung. Das vergleichsweise niedrige Preisniveau hält Wohnungen für viele Käufer weiterhin attraktiv. Dadurch blieb die Nachfrage stabil, obwohl die Finanzierungskosten gestiegen sind. Das Ergebnis: Während Käufer in Stuttgart, München oder Frankfurt heute mehr Wohnfläche für ihr Geld erhalten, müssen Interessenten in Teilen des Ruhrgebiets inzwischen Abstriche machen.
Geschrieben am 04.06.2026
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