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Neues Heizungsgesetz: Kostenfalle für Mieter?

Autorenbild: Andreas Steger
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Die Reform des Heizungsgesetzes gilt als politische Kehrtwende. Gas- und Ölheizungen sollen wieder leichter eingebaut werden dürfen – gerettet durch sogenannte „grüne Gase“. Doch genau hier beginnt das Problem. Denn Biogas und Wasserstoff sind knapp – und teuer. Am Ende könnten Millionen Mieter die Rechnung zahlen.

Grüngas-Quote klingt harmlos – wird aber teuer

Union und SPD wollen die bisherige 65-Prozent-Regel für erneuerbare Energien beim Heizungstausch faktisch abschaffen. Stattdessen soll eine wachsende Beimischung klimafreundlicher Brennstoffe kommen: Ab 2029 müssen neue Gasheizungen zunächst mit 10 Prozent „grünen Gasen“ betrieben werden, der Anteil soll danach steigen.

Das klingt nach einem Kompromiss. In der Praxis bedeutet es jedoch: Wer heute eine neue Gasheizung einbaut, setzt auf einen Energieträger, der künftig immer stärker mit Biogas oder Wasserstoff angereichert werden muss.

Das Problem: Diese Stoffe sind in Deutschland extrem knapp.

Biogas steht nur in begrenzten Mengen zur Verfügung. Schon heute wird es vor allem in der Stromproduktion oder Industrie eingesetzt. Wasserstoff wiederum wird in großen Mengen für Stahl, Chemie und andere Industriezweige gebraucht. Energieverbände und Umweltorganisationen warnen deshalb: Für Millionen Gasheizungen reicht das Angebot schlicht nicht

Wenn Knappheit auf Pflicht trifft

Ökonomisch ist die Lage klar: Trifft politisch vorgeschriebene Nachfrage auf ein knappes Angebot, steigen die Preise.

Spätestens wenn Deutschland größere Mengen Biogas importieren müsste, würden die Kosten explodieren. Genau davor warnen Experten. Die Idee, Gasheizungen einfach mit „grünen Gasen“ klimafreundlich zu machen, könnte sich als teure Illusion erweisen.

Hinzu kommen steigende CO₂-Preise, Netzentgelte und Umlagen. Je mehr Haushalte aus dem Gasnetz aussteigen, desto höher werden die Kosten für die verbleibenden Nutzer. Die Fixkosten verteilen sich auf immer weniger Anschlüsse – die Netzentgelte steigen.

Das Ergebnis: Gas könnte zur Kostenfalle werden.

Vermieter entscheiden – Mieter zahlen

Besonders brisant ist die Lage für Mieter. Denn sie haben keinen Einfluss darauf, welche Heiztechnik eingebaut wird.

Der Deutsche Mieterbund kritisiert die Pläne scharf. Vermieter entschieden über Heizung, Energieträger und Gebäudestand – die daraus entstehenden Heiz- und Investitionskosten würden jedoch von den Mietern getragen. Gerade einkommensschwache Haushalte lebten häufig in schlecht sanierten Gebäuden mit hohem Energieverbrauch.

Wenn ein Vermieter jetzt eine neue Gasheizung einbaut, können zwei Belastungen auf Mieter zukommen:

Erstens steigen die laufenden Heizkosten durch teures Biogas, CO₂-Bepreisung und höhere Netzentgelte. Diese Kosten werden über die Nebenkosten abgerechnet.

Zweitens kann der Einbau einer neuen Heizung als Modernisierung gelten. Vermieter dürfen einen Teil der Investitionskosten dauerhaft auf die Jahresmiete umlegen. Das bedeutet: Neben höheren Betriebskosten droht auch eine steigende Kaltmiete.

„Grüne Gase“ als riskante Wette

Auch Gewerkschaften, Umweltverbände und Verbraucherschützer warnen vor einer riskanten Wette auf „grüne Gase“. Diese würden in der Industrie dringender benötigt und seien im Gebäudesektor ineffizient eingesetzt.

Verbraucherschützer sprechen von einer Mogelpackung: Statt klarer Leitplanken setze die Politik auf vage Hoffnungen über einen wachsenden Markt für Biogas und Wasserstoff.

Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Wärmepumpen deutlich. 2025 wurden erstmals mehr Wärmepumpen als Gasheizungen verkauft. Viele Kommunen planen zudem den Ausbau von Fernwärme oder sogar die schrittweise Stilllegung von Gasnetzen.

Wer jetzt noch in eine neue Gasheizung investiert, könnte sich langfristig an eine Technologie binden, deren Brennstoff immer teurer wird.

Besonders hart trifft es ärmere Haushalte

Hohe Energiepreise treffen vor allem Menschen mit geringem Einkommen. Sie wohnen häufiger in Gebäuden mit schlechter Dämmung und hohem Verbrauch. Wenn hier teures Grüngas eingesetzt werden muss, steigen die Nebenkosten überproportional.

Der Mieterbund fordert deshalb klare Schutzmechanismen gegen überhöhte Nebenkosten. Im aktuellen Reformpapier ist davon zwar die Rede – konkrete Regelungen fehlen jedoch bislang.

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