Deutschland fehlen Wohnungen. Gleichzeitig leben Millionen Menschen auf mehr Fläche, als sie eigentlich benötigen, während Familien und einkommensschwache Mieter zu wenig Platz haben. Der Mietenreport 2026 zeigt, wie ungleich Wohnraum verteilt ist – und warum Neubau allein das Problem nicht löst.
Viele Menschen in leben in zu kleinen Wohnungen. Foto: stock.adobe.com / mariescha
In Kürze
- 11,7 Prozent der Menschen in Deutschland leben in überbelegten Wohnungen.
- Knapp jeder fünfte Mieter hat zu wenig Platz, bei Eigentümern sind es nur rund drei Prozent.
- Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche: 19 Prozent der unter 18-Jährigen leben in zu kleinen Wohnungen.
- In Städten ist Platzmangel deutlich häufiger als auf dem Land: 16,9 gegenüber 5,5 Prozent.
- Gleichzeitig gibt es anderswo Wohnraumreserven. Der Mieterbund sieht deshalb neben dem Neubau auch die ungleiche Verteilung vorhandener Wohnfläche als Problem.
Fast jeder fünfte Mieter lebt auf zu wenig Raum
In Deutschland lebten 2025 insgesamt 11,7 Prozent der Bevölkerung in überbelegten Wohnungen. Das sagt der Mietenreport 2026 vom Deutschen Mieterbund (DMB). Hinter diesem Durchschnitt verbirgt sich ein deutlicher Unterschied zwischen Mietern und Eigentümern: Knapp jeder fünfte Mieter lebt laut Mietenreport in einer Wohnung, die gemessen an der Haushaltsgröße zu wenig Räume bietet.
Bei Eigentümern kommt das wesentlich seltener vor. Hier liegt die Überbelegungsquote bei lediglich rund drei Prozent. Der Deutsche Mieterbund sieht darin vor allem eine Folge des Mangels an bezahlbaren Mietwohnungen in ausreichender Größe.
Besonders angespannt ist die Situation in Städten. Dort leben 16,9 Prozent der Menschen in überbelegten Wohnungen, auf dem Land sind es lediglich 5,5 Prozent. Gerade dort, wo besonders viele Menschen eine Wohnung suchen, fehlt also bezahlbarer Wohnraum mit ausreichend Zimmern.
Kinder trifft der Platzmangel besonders häufig
Am stärksten zeigt sich das Problem bei Kindern und Jugendlichen. 19 Prozent der unter 18-Jährigen leben in Deutschland in einer überbelegten Wohnung. Damit betrifft Platzmangel fast jedes fünfte Kind beziehungsweise jeden fünften Jugendlichen.
Bei den 18- bis 64-Jährigen liegt die Quote mit 12,6 Prozent deutlich niedriger. Noch einmal ganz anders sieht es bei Menschen ab 65 Jahren aus: Von ihnen leben lediglich 3,1 Prozent in einer überbelegten Wohnung.
Auch das Einkommen spielt eine große Rolle. 27,4 Prozent der armutsbetroffenen Bevölkerung wohnen auf zu engem Raum. Mehr als jeder vierte einkommensarme Mensch verfügt damit nicht über die Zahl an Räumen, die nach der verwendeten EU-Definition für seinen Haushalt vorgesehen wäre.
Gleichzeitig gibt es Wohnungen mit reichlich Platz
Auf der anderen Seite stehen Haushalte, die mehr Räume zur Verfügung haben, als sie nach derselben Definition benötigen. Der Mietenreport spricht deshalb nicht nur über Überbelegung, sondern auch über Unterbelegung.
Besonders häufig betrifft das Eigentümer und einkommensstärkere Haushalte. Familien mit Kindern verfügen dagegen deutlich seltener über zusätzlichen Wohnraum. So entstehen zwei sehr unterschiedliche Wohnrealitäten: Während ein Teil der Bevölkerung dauerhaft zu eng wohnt, gibt es andernorts erhebliche Wohnraumreserven.
Der Mieterbund formuliert daraus einen bemerkenswerten Befund: „Deutschland leidet nicht an einem generellen Mangel an Wohnfläche.“ Entscheidend sei neben dem Neubau deshalb, bezahlbare Wohnungen in der jeweils benötigten Größe verfügbar zu machen.
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