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Mieten steigen schneller als BAföG: Wohnpauschale reicht in immer weniger Hochschulstädten aus

Autorenbild: Andreas Steger
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Zum Start des Wintersemesters 2026/27 wird die Miete für viele Studierende trotz BAföG immer mehr zur Belastung. Denn in den meisten Hochschulstädten reicht die Wohnpauschale nicht für die Kaltmiete einer studententypischen Wohnung. Der Grund: Seit 2022 sind die Angebotsmieten deutlich stärker gestiegen als die staatliche Unterstützung fürs Wohnen.

Miete und BAföG: Das Wichtigste in Kürze

  • BAföG seit 2022: Die Wohnpauschale stieg von 360 auf 380 Euro im Monat – ein Plus von 5,6 Prozent. Der Höchstsatz erhöhte sich von 934 auf 992 Euro.
  • Mieten seit 2022: Die Angebotsmieten in den 138 Hochschulstädten haben sich zwischen September 2022 und September 2026 um durchschnittlich 14,1 Prozent erhöht.
  • Die drei teuersten Hochschulstädte*: München (862 Euro), Frankfurt am Main (681 Euro) und Stuttgart (608 Euro).
  • Die drei günstigsten Hochschulstädte*: Plauen (232 Euro), Chemnitz (234 Euro) und Zwickau (241 Euro).

*Angebotsmiete für eine 40 Quadratmeter-Wohnung

Studieren mit BAföG wird in vielen deutschen Hochschulstädten zur finanziellen Herausforderung. Die Wohnpauschale beträgt monatlich 380 Euro. In 82 der 138 untersuchten Städte liegt bereits die Kaltmiete einer 40 Quadratmeter großen Wohnung darüber, wie ein immowelt Vergleich zeigt. In den teuersten Universitätsstädten verschlingt die Miete sogar mehr als die Hälfte des gesamten BAföG-Höchstsatzes von 992 Euro.

Die Entwicklung der vergangenen Jahre erklärt, warum die Lücke immer größer. Seit dem Wintersemester 2022/23 wurde die Wohnpauschale einmal erhöht: von 360 auf 380 Euro, ein Plus von 5,6 Prozent. In den betrachteten Hochschulstädten stiegen die Angebotsmieten zwischen 2022 und 2026 dagegen um durchschnittlich 14,1 Prozent. Bei einer 40 Quadratmeter großen Wohnung entspricht das rund 52 Euro mehr Miete pro Monat. Dem stehen 20 Euro mehr Wohnpauschale gegenüber.

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114 Euro mehr Miete, nur 20 Euro mehr Wohnpauschale

Am deutlichsten zeigt sich die Entwicklung in München. Eine 40-Quadratmeter-Wohnung kostet dort aktuell durchschnittlich 862 Euro kalt. Im September 2022 waren es rund 748 Euro. Während die Angebotsmiete um etwa 114 Euro stieg, legte die Wohnpauschale um 20 Euro zu. Der Teil der Miete, den sie nicht deckt, wuchs damit von rund 388 auf 482 Euro im Monat.

Auch der gestiegene BAföG-Höchstsatz gleicht das nicht aus. Die Münchner Angebotsmiete beanspruchte 2022 rund 80 Prozent der damaligen 934 Euro. Heute sind es 87 Prozent von 992 Euro. Von diesem Höchstsatz blieben nach der Kaltmiete rechnerisch 130 Euro für alle anderen Ausgaben. Ohne einen Nebenjob oder familiäre Unterstützung ist das nicht stemmbar.

Mit etwas Abstand zu München folgen Frankfurt am Main mit 681 Euro Angebotsmiete und Stuttgart mit 608 Euro. Dort gehen rechnerisch 69 beziehungsweise 61 Prozent des BAföG-Höchstsatzes für die Kaltmiete drauf. In Berlin sind es bei 584 Euro noch 59 Prozent. Wer dort etwa an der Freien Universität Sozial- oder Geisteswissenschaften studiert, trifft auf einen deutlich teureren Wohnungsmarkt als Studierende in vielen kleineren Hochschulstädten.

Hohe Wohnkosten sind aber kein reines Metropolenproblem. In Heidelberg, Standort einer Universität mit Schwerpunkten unter anderem in Medizin und Lebenswissenschaften, beträgt die Angebotsmiete 534 Euro. In Mannheim mit seiner wirtschaftswissenschaftlich geprägten Universität sind es 505 Euro, in Tübingen 454 Euro. Auch dort übersteigt die Kaltmiete die Wohnpauschale.

Gleiche Fachrichtung, andere Stadt, mehrere hundert Euro Unterschied

Besonders groß sind die Preisunterschiede zwischen Hochschulorten mit technischen Studienangeboten. München ist mit der Technischen Universität ein wichtiger Standort für Ingenieurwesen und Informatik. Am Karlsruher Institut für Technologie finden Studierende ebenfalls Angebote in diesen Bereichen. Die Angebotsmiete für 40 Quadratmeter liegt dort bei 482 Euro. In Aachen, Standort der RWTH mit Schwerpunkten etwa im Maschinenbau und in der Produktionstechnik, sind es 420 Euro – 442 Euro weniger als in München.

Noch näher an der BAföG-Wohnpauschale liegt Dresden. Eine 40-Quadratmeter-Wohnung kostet dort durchschnittlich 382 Euro kalt, also zwei Euro mehr als die Pauschale. Die Technische Universität Dresden ist unter anderem in der Mikroelektronik und den Materialwissenschaften stark. Die Unterschiede zeigen, wie sehr der Studienort neben dem Fach die laufenden Kosten bestimmt.

Stadt Hochschule Bekannt für Angebotsmiete für 40 m² Anteil am BAföG-Höchstsatz
München Technische Universität München Ingenieurwesen, Informatik 862 € 87 %
Berlin Freie Universität Berlin Sozial- und Geisteswissenschaften, Politikwissenschaft 584 € 59 %
Heidelberg Universität Heidelberg Medizin, Lebenswissenschaften 534 € 54 %
Mannheim Universität Mannheim Wirtschaftswissenschaften 505 € 51 %
Karlsruhe Karlsruher Institut für Technologie Ingenieurwesen, Informatik, Energie 482 € 49 %
Tübingen Universität Tübingen Künstliche Intelligenz, Geisteswissenschaften 454 € 46 %
Aachen RWTH Aachen Maschinenbau, Produktionstechnik 420 € 42 %
Dresden Technische Universität Dresden Mikroelektronik, Materialwissenschaften 382 € 39 %
Halle (Saale) Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Pflanzenforschung, Gesellschaftswissenschaften 349 € 35 %
Dortmund Technische Universität Dortmund Produktionstechnik, Bildungsforschung 333 € 34 %
Bochum Ruhr-Universität Bochum Informatik, IT-Sicherheit 332 € 33 %
Chemnitz Technische Universität Chemnitz Maschinenbau, Werkstoffe 234 € 24 %

Quelle: immowelt.de, college-council.com

Günstiger studieren: Halle, Ruhrgebiet und Chemnitz

In einigen Hochschulstädten reicht die Wohnpauschale zumindest für die Kaltmiete einer kleinen Wohnung. Halle an der Saale kommt auf 349 Euro. An der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gibt es unter anderem Schwerpunkte in der Pflanzenforschung und den Gesellschaftswissenschaften.

Auch im Ruhrgebiet liegen die Angebotsmieten niedriger: In Dortmund kostet eine 40-Quadratmeter-Wohnung durchschnittlich 333 Euro, in Bochum 332 Euro. Die Technische Universität Dortmund forscht beispielsweise zur Produktionstechnik und Bildungsforschung. An der Ruhr-Universität Bochum gehören Informatik und IT-Sicherheit zu den Fachgebieten.

Chemnitz zählt mit 234 Euro zu den günstigsten Städten der Untersuchung. Die dortige Technische Universität bietet unter anderem Studien- und Forschungsfelder im Maschinenbau und bei Werkstoffen. Für Studierende, die bei der Wahl der Hochschule mehrere Orte in Betracht ziehen können, lohnt deshalb auch ein Blick auf die Wohnkosten.

Berechnungsgrundlage: Die Mietwerte beruhen auf bei immowelt.de inserierten Angeboten für Bestandswohnungen mit 40 Quadratmetern, Baujahr 1990er-Jahre.

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