Wer in Deutschlands Großstädten eine neue Wohnung sucht, muss immer tiefer in die Tasche greifen. Während die Reallöhne in den vergangenen drei Jahren nur um 5,1 Prozent gestiegen sind, kletterten die Angebotsmieten vielerorts um bis zu 20 Prozent. Besonders betroffen sind Hamburg, Frankfurt und Dresden.
Die Nähe zur Alster prägt Eppendorf als eine der gefragtesten Wohnlagen Hamburgs. Foto: iStock.com / Christian Horz
Der deutsche Mietmarkt auf einen Blick:
- Mieten steigen viermal schneller als die Löhne: Die Reallöhne legten zwischen 2023 und 2025 um 5,1 Prozent zu. Gleichzeitig stiegen die Angebotsmieten in den größten deutschen Städten um 10 bis 20 Prozent – in der Spitze also fast viermal so stark.
- Hamburg, Dresden und Frankfurt mit den stärksten Anstiegen: Die höchsten Mietzuwächse verzeichnen Hamburg (+20,2 Prozent), Dresden (+18,0 Prozent) und Frankfurt am Main (+17,7 Prozent). Am teuersten bleibt München mit 21,44 Euro pro Quadratmeter.
- Zu wenig Neubau hält den Mietdruck hoch: 2025 wurden nur 206.600 neue Wohnungen fertiggestellt – rund 18 Prozent weniger als im Vorjahr und nur etwa halb so viele wie das politische Ziel von 400.000 Wohnungen pro Jahr.
Die Einkommen in Deutschland haben sich nach den starken Kaufkraftverlusten der Inflationsjahre zwar wieder leicht erholt. Doch für Millionen Mieter kommt davon kaum etwas an. Der Grund: Die Wohnkosten steigen wesentlich schneller als die Löhne.
Das zeigt der aktuelle immowelt Mietkompass für die 15 größten deutschen Städte. Während die Reallöhne laut Statistischem Bundesamt zwischen 2023 und 2025 um 5,1 Prozent zulegten, verteuerten sich Angebotsmieten vielerorts um bis zu 20 Prozent. Spitzenreiter ist Hamburg mit einem Plus von 20,2 Prozent. Es folgen Dresden (+18,0 Prozent) und Frankfurt am Main (+17,7 Prozent).
„Nach den deutlichen Reallohnverlusten der Jahre 2022 und 2023 hat sich die Kaufkraft der Beschäftigten zwar leicht verbessert. In der Praxis merken viele davon aber wenig, weil die Wohnkosten im gleichen Zeitraum massiv gestiegen sind.“
immowelt CEO Theo Mseka
In München kostet eine neue Wohnung über 200 Euro mehr pro Monat
Besonders teuer bleibt München. Dort liegt die durchschnittliche Angebotsmiete inzwischen bei 21,44 Euro pro Quadratmeter. Für eine 75-Quadratmeter-Wohnung bedeutet das gegenüber vor drei Jahren rund 218 Euro mehr Kaltmiete pro Monat.
Auch in anderen Metropolen fällt der Aufschlag erheblich aus:
- München: +218 Euro pro Monat
- Frankfurt am Main: +190 Euro
- Hamburg: +175 Euro
Selbst Städte, die lange als vergleichsweise günstig galten, holen kräftig auf. In Duisburg stiegen die Angebotsmieten um 16 Prozent, in Essen um 15,4 Prozent. Damit wird Wohnungssuche inzwischen auch außerhalb der klassischen Hochpreisregionen zunehmend zur finanziellen Herausforderung, denn Experten raten, dass Haushalte idealerweise nicht mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Warmmiete ausgeben sollten.
Wie viel Wohnung kann ich mir leisten?
Haushaltsnettoeinkommen eingeben, Stadt auswählen und berechnen, wie groß die Wohnung bei maximal 30 Prozent Warmmietanteil ungefähr sein sollte.
Monatliches Nettoeinkommen in Euro
Empfohlen: 30 Prozent des Nettoeinkommens
Bitte Haushaltsnettoeinkommen eingeben und eine Stadt auswählen.
Hinweis: Die maximal empfohlene Warmmiete bezieht sich auf den eingetragenen Mietanteil am Haushaltsnettoeinkommen. Bei 3.500 Euro netto und 30 Prozent sind das zum Beispiel 1.050 Euro. Das Ergebnis ist eine Orientierung, keine individuelle Mietberatung.
Daten: immowelt.de, Bundesagentur für Arbeit, Deutscher Mieterbund
Berlin vor der Wahl: Kaum Entspannung trotz geringerer Dynamik
Auf den ersten Blick fällt Berlin mit einem Mietanstieg von 11,9 Prozent weniger stark auf als andere Großstädte. Tatsächlich liegt die Hauptstadt damit sogar im unteren Bereich des Rankings.
Entspannung bedeutet das jedoch nicht. Mit durchschnittlich 14,39 Euro pro Quadratmeter ist Berlin inzwischen die vierteuerste Stadt Deutschlands. Gleichzeitig liegen die Durchschnittseinkommen in der Hauptstadt rund 8 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Für viele Haushalte verschärft sich dadurch die finanzielle Belastung zusätzlich.
„Berlin wirkt auf den ersten Blick weniger dynamisch als andere Mietmärkte. Doch das täuscht: Die Mieten steigen von einem bereits hohen Niveau weiter“, sagt immowelt CEO Theo Mseka. Besonders in begehrten Stadtteilen seien bezahlbare Wohnungen inzwischen kaum noch zu finden.
Warum die Mieten weiter steigen
Ein Ende der Entwicklung ist vorerst nicht in Sicht. Hauptursache bleibt das knappe Wohnungsangebot. Hohe Baukosten, gestiegene Zinsen und langwierige Genehmigungsverfahren bremsen den Wohnungsbau seit Jahren aus.
2025 wurden deutschlandweit lediglich 206.600 Wohnungen fertiggestellt – rund 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Das politische Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr wurde damit deutlich verfehlt. Solange Angebot und Nachfrage so weit auseinanderliegen, dürfte der Druck auf die Mieten hoch bleiben.
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Geschrieben am 30.06.2026
von
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