München, Berlin, Köln, Hamburg: In vielen Städten verschlingt die Miete längst mehr als 30 Prozent des Einkommens. Eine neue immowelt Analyse zeigt, wie stark Familien in den 107 kreisfreien Städten belastet werden. Mit unserem Rechner lässt sich jetzt herausfinden, wie groß die Wohnung beim eigenen Einkommen sein darf.
In manchen Städten verschlingt die Miete inzwischen rund 40 Prozent des Einkommens. Insbesondere für Familien ist die Belastung vielerorts enorm. Foto: iStock.com / Pekic
Deutschlandweit wird viel über hohe Mieten diskutiert. Doch wie stark die Belastung tatsächlich ausfällt, hängt nicht nur von der Höhe der Miete ab, sondern auch vom Einkommen vor Ort. Während manche Familien weniger als ein Fünftel ihres Budgets für die Wohnung ausgeben müssen, verschlingt die Warmmiete in anderen Städten bereits mehr als 40 Prozent des verfügbaren Einkommens.
Eine neue immowelt Analyse zur Leistbarkeit von Wohnraum zeigt, wie groß die Unterschiede zwischen den 107 kreisfreien Städten Deutschlands inzwischen sind. Das Ergebnis reicht von vergleichsweise entspannten Verhältnissen in Wolfsburg bis hin zu einer enormen Belastung in München.
Wie viel Wohnung ist drin – jetzt berechnen
Wer eine Wohnung sucht, kennt das Problem: Die Miete steigt oft schneller als das Einkommen. Doch wie viel Wohnfläche ist bei einem bestimmten Haushaltsnettoeinkommen überhaupt realistisch?
Experten raten, dass Haushalte idealerweise nicht mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Warmmiete ausgeben sollten. Der Hintergrund: Wer einen größeren Anteil des Einkommens für das Wohnen aufwendet, hat meist weniger finanziellen Spielraum für den Alltag, Rücklagen oder unerwartete Ausgaben.
Die 30-Prozent-Marke ist jedoch kein starres Gesetz, sondern lediglich ein Orientierungswert. Wer beispielsweise kein Auto benötigt, keine Kredite abzahlen muss oder insgesamt geringe Lebenshaltungskosten hat, kann oft auch einen höheren Anteil des Einkommens für die Miete aufbringen.
Wie viel Wohnung kann ich mir leisten?
Haushaltsnettoeinkommen eingeben, Stadt auswählen und berechnen, wie groß die Wohnung bei maximal 30 Prozent Warmmietanteil ungefähr sein sollte.
Monatliches Nettoeinkommen in Euro
Empfohlen: 30 Prozent des Nettoeinkommens
Bitte Haushaltsnettoeinkommen eingeben und eine Stadt auswählen.
Hinweis: Die maximal empfohlene Warmmiete bezieht sich auf den eingetragenen Mietanteil am Haushaltsnettoeinkommen. Bei 3.500 Euro netto und 30 Prozent sind das zum Beispiel 1.050 Euro. Das Ergebnis ist eine Orientierung, keine individuelle Mietberatung.
Daten: immowelt.de, Bundesagentur für Arbeit, Deutscher Mieterbund
Ein Land, zwei Welten: München und Wolfsburg trennen 1.600 Euro
Wie unterschiedlich die Belastung in Deutschland ausfällt, zeigt die neue immowelt Leistbarkeitsstudie.
Am schwierigsten ist die Situation für Familien in München. Eine dreiköpfige Familie mit einem Voll- und einem Teilverdiener und Kind verfügt dort über ein durchschnittliches Haushaltsnettoeinkommen von rund 5.094 Euro netto im Monat. Die Warmmiete für eine 90-Quadratmeter-Wohnung liegt bei 2.146 Euro. Damit fließen 42,1 Prozent des verfügbaren Einkommens allein in die Wohnkosten.
Ganz anders sieht es in Wolfsburg aus. Dort kostet die gleiche Wohnung inklusive Nebenkosten lediglich 978 Euro. Familien müssen dadurch nur 17,7 Prozent ihres Einkommens für die Miete aufbringen.
Obwohl sich die Einkommen in beiden Städten nur vergleichsweise wenig unterscheiden, bleiben einer Familie in Wolfsburg am Monatsende rund 1.600 Euro mehr für andere Ausgaben übrig.
In fast jeder zweiten Stadt wird die 30-Prozent-Marke überschritten
Besonders alarmierend: Die hohen Wohnkosten beschränken sich längst nicht mehr auf München, Berlin oder Hamburg.
Insgesamt überschreiten Familien in 48 der 107 kreisfreien Städte die oft genannte Belastungsgrenze von 30 Prozent. Das bedeutet, dass in fast jeder zweiten untersuchten Stadt mehr als ein Drittel des verfügbaren Einkommens für die Warmmiete ausgegeben werden muss.
Zu den am stärksten belasteten Städten zählen:
| Stadt | Warmmiete (90 qm) | Verfügbares Einkommen (1,5 Durchschnittsverdiener) | Anteil Miete am Einkommen |
|---|---|---|---|
| Frankfurt a.M. | 1.748 € | 4.962 € | 35,2% |
| Rostock | 1.255 € | 3.452 € | 36,4% |
| Potsdam | 1.383 € | 3.729 € | 37,1% |
| Berlin | 1.525 € | 3.982 € | 38,3% |
| München | 2.146 € | 5.094 € | 42,1% |
Gerade Rostock zeigt, wie stark sich die Mietkrise inzwischen über die klassischen Metropolen hinaus ausgebreitet hat.
Rostock belastet Familien stärker als Hamburg
Während viele Menschen hohe Mieten vor allem mit Großstädten verbinden, zeigt die Studie ein anderes Bild.
In Rostock müssen Familien inzwischen 36,4 Prozent ihres Einkommens für die Warmmiete aufbringen. Damit liegt die Belastung höher als in Hamburg oder Köln.
Der Grund: Die Angebotsmieten haben in den vergangenen Jahren stark zugelegt. Das Einkommensniveau konnte mit dieser Entwicklung jedoch nicht Schritt halten. Dadurch geraten auch Städte außerhalb der klassischen Ballungsräume zunehmend unter Druck.
Wo Wohnen noch vergleichsweise günstig ist
Den Gegenpol bilden Städte mit moderaten Mieten oder überdurchschnittlichen Einkommen.
Besonders gut schneiden Wolfsburg, Salzgitter, Chemnitz, Schweinfurt und Emden ab. Dort bleibt Familien nach Abzug der Wohnkosten deutlich mehr Geld für den Alltag.
| Stadt | Warmmiete (90 qm) | Verfügbares Einkommen (1,5, Durchschnittsverdiener) | Anteil Miete am Einkommen |
|---|---|---|---|
| Wolfsburg | 978 € | 5.529 € | 17,7% |
| Salzgitter | 933 € | 4.756 € | 19,6 % |
| Schweinfurt | 1.003 € | 4.611 € | 21,8% |
| Emden | 920 € | 4.106 € | 22,4% |
| Chemnitz | 763 € | 3.336 € | 22,9% |
Insgesamt liegen noch 59 der 107 kreisfreien Städte unter der 30-Prozent-Marke. Allerdings beträgt die Belastung nur noch in 16 Städten weniger als 25 Prozent.
Der Wohnort entscheidet immer stärker über die finanzielle Freiheit
immowelt CEO Theo Mseka. Foto: immowelt
Die Analyse zeigt, dass nicht das Einkommen allein darüber entscheidet, wie viel Geld Familien am Monatsende zur Verfügung haben. Immer häufiger macht die Höhe der Miete den entscheidenden Unterschied.
„Die finanzielle Überlastung durch die Miete ist längst kein Problem mehr, dass auf die Metropolen begrenzt ist. Die deutlichen Anstiege von Mieten und Nebenkosten in den vergangenen Jahren haben dafür gesorgt, dass Familien inzwischen auch in kleineren Städten einen erheblichen Teil des verfügbaren Einkommens für die Wohnkosten ausgeben müssen. Gleichzeitig bestehen bei der Wohnkostenbelastung nach wie vor erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Städten.“
immowelt CEO Theo Mseka
Während Familien in Wolfsburg weniger als ein Fünftel ihres Einkommens für die Wohnung ausgeben müssen, fließen in München bereits mehr als zwei Fünftel des verfügbaren Budgets in die Warmmiete.
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Geschrieben am 25.06.2026
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