Heizen

Fußbodenheizung und trotzdem kalte Füße? Warum das kein Widerspruch ist

Autorenbild: Andreas Steger
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Eine Fußbodenheizung verspricht behagliche Wärme. Viele stellen sich darunter einen Boden vor, der sich auch im Winter jederzeit angenehm warm anfühlt. Wer dann barfuß durch einen Neubau läuft, erlebt mitunter etwas anderes: Der Raum ist warm, die Fliesen fühlen sich kühl an. Ist die Heizung falsch eingestellt?

Eine Fußbodenheizung soll in erster Linie den Raum auf die gewünschte Temperatur bringen – sie ist keine dauerhaft beheizte Fußmatte. Weil sie Wärme über eine große Fläche abgibt, benötigt sie dafür oft nur eine niedrige Temperatur des Heizwassers. Das passt besonders gut zu einer Wärmepumpe, die bei niedrigen Vorlauftemperaturen effizient arbeitet.

Ein warmer Raum braucht nicht immer einen warmen Boden

In gut gedämmten Neubauten geht wenig Wärme nach draußen verloren. Deshalb muss die Heizung oft nur wenig nachliefern. Ist die gewünschte Raumtemperatur erreicht, kann die Raumregelung die Wärmezufuhr drosseln oder zeitweise unterbrechen. Auch wenn die Heizung gerade arbeitet, muss die Bodenoberfläche nur etwas wärmer sein als der Raum, um Wärme abzugeben. Beides kann dazu führen, dass der Boden beim Berühren kaum warm wirkt.

Hinzu kommt die eigene Wahrnehmung: Die Haut an den Füßen ist wärmer als die Oberfläche eines unbeheizten Bodens. Besonders Fliesen entziehen ihr beim Kontakt rasch Wärme und fühlen sich deshalb kühl an. Ein Holz- oder Korkboden kann bei gleicher Raumtemperatur angenehmer wirken. Wie warm sich ein Boden anfühlt, hängt also nicht allein von der Temperaturanzeige am Thermostat ab.

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Was tun, wenn die Füße kalt bleiben?

Wer den Raum als angenehm warm empfindet, hat zunächst kein Anzeichen für einen Heizungsdefekt. Hausschuhe, ein kleiner Teppich an häufig genutzten Stellen oder ein anderer Bodenbelag können das Gefühl beim Barfußlaufen verändern. Größere Teppiche beeinflussen allerdings die Wärmeabgabe der Fußbodenheizung.

Ist dagegen auch der Raum zu kühl oder werden einzelne Bereiche trotz Heizbedarf nicht warm, lohnt sich ein Blick auf die Einstellungen und die Anlage. Eine Fachperson kann dann prüfen, ob Regelung und Heizkreise richtig funktionieren. Den Sollwert dauerhaft hochzudrehen, nur damit sich der Boden warm anfühlt, heizt unter Umständen vor allem den Raum stärker als gewünscht.

Hilft ein hydraulischer oder thermischer Abgleich?

Beim hydraulischen Abgleich werden die Wassermengen der Heizkreise passend eingestellt. Die anschließende Feinabstimmung im laufenden Betrieb wird oft als thermischer Abgleich bezeichnet, wobei unter anderem Raumtemperaturen und Heizkurve beobachtet und angepasst werden. So kann die Anlage gleichmäßiger und mit möglichst niedriger Vorlauftemperatur heizen.

Ein Abgleich sorgt aber nicht dafür, dass die Fußbodenheizung ständig Wärme abgibt oder sich der Boden dauerhaft warm anfühlt. Ist der Raum bereits auf Solltemperatur, braucht er in einem gut gedämmten Haus wenig oder zeitweise keine zusätzliche Wärme. Wird die Vorlauftemperatur allein für wärmere Füße erhöht, kann der Raum zu warm werden und die Wärmepumpe weniger effizient arbeiten.

Fazit: Eine Fußbodenheizung kann einen Neubau zuverlässig und effizient erwärmen, ohne dass der Boden ständig warm unter den Füßen ist. Warme Raumluft und ein kühl empfundener Boden schließen einander nicht aus.

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