Nach Jahren des Stillstands nimmt Nürnbergs wohl bekanntestes Bauprojekt spürbar Fahrt auf. Mit der Eröffnung von Rewe, Lidl und Müller ist „The Q“ erstmals im Alltag der Stadt angekommen. 2026 soll das Mega-Areal dann wieder richtig lebendig werden – mit Wohnungen, Verwaltung und tausenden neuen Nutzern.
Blick auf „The Q“: Auf dem ehemaligen Quelle-Areal entsteht ein gemischt genutztes Stadtquartier mit Wohnungen, Verwaltung und Einzelhandel. Foto: Bayerisches Immobilien Kontor GmbH
Erste Eröffnungen als Wendepunkt
Der 4. Dezember 2025 markiert einen wichtigen Meilenstein für das ehemalige Quelle-Versandzentrum in Nürnberg. Mit Rewe, Lidl und Müller sind erstmals große Einzelhändler in das Areal an der Fürther Straße eingezogen. Damit ist es nicht länger nur Baustelle, sondern wieder ein Ort mit Publikumsverkehr. Auch die Tiefgarage unter den Handelsflächen ist seitdem geöffnet und vollständig für Kunden nutzbar.
Der neue Rewe-Markt erstreckt sich über rund 2.900 Quadratmeter und setzt auf Bedienungstheken, regionale Produkte und ein breites To-go-Angebot. Lidl ergänzt das Angebot auf etwa 1.700 Quadratmetern, Müller belegt weitere 2.200 Quadratmeter mit Drogerie, Haushaltswaren, Spielwaren und Spezialsortimenten. Ein eigener U-Bahn-Aufgang zur Linie U1 (Haltestelle Eberhardshof) bindet das Quartier direkt an den ÖPNV an.
2026 zieht die Stadt Nürnberg ein
Der nächste große Schritt folgt 2026. Dann bezieht die Stadt Nürnberg das sogenannte Stadthaus Q in den oberen Geschossen des Areals. Rund 1.500 Mitarbeiter sollen dort künftig arbeiten. Geplant ist die Bündelung mehrerer zentraler Ämter, darunter der Bürgerservice, das Amt für Migration und Integration, das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien sowie IT- und Organisationsbereiche.
In den kommenden Monaten werden die Flächen schrittweise an die Stadt übergeben. Der Fokus liegt dabei auf dem Innenausbau, der Möblierung und der technischen Infrastruktur. Erst danach startet der sukzessive Umzug der einzelnen Dienststellen.
Wohnen, Kita und gemischte Nutzung
Langfristig ist „The Q“ deutlich mehr als ein Verwaltungs- und Einkaufsstandort. Insgesamt sind rund 1.000 Wohnungen für mehr als 2.000 Menschen vorgesehen. Ergänzt wird das Quartier durch eine Kindertagesstätte sowie weitere Büro- und Einzelhandelsflächen. Ziel ist ein urbanes Mischquartier, das Wohnen, Arbeiten, Versorgung und Verwaltung an einem Ort vereint.
Vom Baustopp zum Neustart
Dass das Projekt heute wieder sichtbar vorankommt, war lange nicht selbstverständlich. Die Insolvenz des ursprünglichen Entwicklers Gerchgroup im Herbst 2023 führte zu einem monatelangen Baustopp. Erst mit dem Einstieg der Bayerischen Versorgungskammer als Investorin und der Übernahme durch den Münchner Entwickler Accumulata Real Estate konnten die Arbeiten wieder aufgenommen werden.
Die nun eröffneten Geschäfte gelten deshalb auch als Signal, dass das Projekt endgültig die Kurve bekommen hat.
Ein neues Stadtquartier mit Symbolkraft
Spätestens 2026 soll „The Q“ vollständig im Alltag Nürnbergs angekommen sein. Was jahrzehntelang als Symbol für den Niedergang des Quelle-Konzerns stand, entwickelt sich Schritt für Schritt zu einem der größten innerstädtischen Quartiere der Region. Mit Verwaltung, Wohnungen und Nahversorgung wird aus der Industriebrache ein neues urbanes Zentrum – und eines der ambitioniertesten Stadtentwicklungsprojekte Nürnbergs.
Geschrieben am 20.12.2025
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