München bleibt für Studierende Deutschlands teuerstes Pflaster. Doch wer bei der Wahl des Studienorts genauer hinschaut, findet deutlich günstigere Alternativen – darunter Hochschulen mit starken Profilen in Informatik, KI, Ingenieurwissenschaften oder Quantentechnologie.
Zum Semesterbeginn suchen viele Studierende nach einer passenden Wohnung am Studienort. (Symbolbild, KI-generiert)
Schlüsselpunkte
- München ist am teuersten: 21,56 Euro je Quadratmeter.
- Frankfurt und Hamburg holen auf: Dort steigen die Mieten derzeit schneller.
- Günstig heißt nicht schlechter: Städte wie Saarbrücken, Paderborn oder Chemnitz bieten spezialisierte Hochschulen für Zukunftstechnologien bei deutlich niedrigeren Mieten.
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Wer im Oktober sein Studium in München beginnt, muss sich schon vor der ersten Vorlesung mit einer Zahl beschäftigen: 21,56 Euro. So viel kostet Anfang September 2026 ein Quadratmeter einer Bestandswohnung im Angebot. Auf die Fläche eines 20 Quadratmeter großen WG-Zimmers umgerechnet sind das rechnerisch 431 Euro Kaltmiete im Monat – noch ohne anteilige Flächen für Küche, Bad und Flur sowie Nebenkosten. Keine der 138 untersuchten Hochschulstädte ist teurer.
Frankfurt folgt mit 17,02 Euro je Quadratmeter, Stuttgart mit 15,19 Euro, Berlin mit 14,59 Euro und Düsseldorf mit 14,18 Euro. Auch klassische Universitätsstädte sind inzwischen teuer: Heidelberg kommt auf 13,34 Euro, Konstanz auf 13,30 Euro und Freiburg auf 13,16 Euro.
Das kosten 20 Quadratmeter in den teuersten Hochschulstädten
| Stadt | Miete je m² | 20 m²* | 1 Jahr | 4 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| München | 21,56 € | 431 € | +3,1% | +15,3% |
| Frankfurt | 17,02 € | 340 € | +5,4% | +20,7% |
| Stuttgart | 15,19 € | 304 € | +3,4% | +13,7% |
| Berlin | 14,59 € | 292 € | +2,3% | +18,7% |
| Düsseldorf | 14,18 € | 284 € | +4,5% | +18,5% |
| Hamburg | 13,92 € | 278 € | +4,8% | +20,2% |
| Köln | 13,86 € | 277 € | +2,5% | +17,3% |
| Heidelberg | 13,34 € | 267 € | +1,4% | +8,9% |
| Konstanz | 13,30 € | 266 € | +3,4% | +13,8% |
| Freiburg | 13,16 € | 263 € | +3,1% | +14,1% |
*Rechnerischer Vergleich auf Grundlage der durchschnittlichen Angebotsmieten für Bestandswohnungen. Die Werte sind keine erhobenen WG-Zimmermieten. Die tatsächliche Angebotsmiete kann je nach Lage, Wohnungsgröße, Zustand und Ausstattung deutlich vom Durchschnitt abweichen. Gemeinschaftsflächen und Nebenkosten sind nicht berücksichtigt. Quelle: immowelt
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Frankfurt und Hamburg werden besonders schnell teurer
München hat das höchste Preisniveau, den stärksten Anstieg gab es zuletzt aber anderswo. In Frankfurt erhöhten sich die Angebotsmieten zwischen September 2025 und September 2026 um 5,4 Prozent. Hamburg folgt mit 4,8 Prozent. München kam auf 3,1 Prozent.
Über vier Jahre ist der Unterschied noch deutlicher: Frankfurt verteuerte sich seit September 2022 um 20,7 Prozent, Hamburg um 20,2 Prozent und München um 15,3 Prozent.
Die Daten vergleichen jeweils September mit September. Das ist für Studierende ein besonders relevanter Zeitpunkt: Wenige Wochen später beginnt im Oktober das Wintersemester und viele Erstsemester suchen gleichzeitig eine Wohnung.
Wer sich noch zwischen mehreren Hochschulen entscheiden kann, sollte allerdings nicht nur auf die teuersten und bekanntesten Städte schauen. Denn niedrigere Mieten bedeuten keineswegs automatisch ein weniger interessantes Studium.
Saarbrücken: Informatik zum halben Münchner Mietpreis
Ein besonders auffälliges Beispiel ist Saarbrücken. Dort kostet der Quadratmeter 9,45 Euro – rund 56 Prozent weniger als in München. 20 Quadratmeter entsprechen rechnerisch 189 statt 431 Euro.
Für Informatiker ist Saarbrücken zugleich ein hoch spezialisierter Standort. Auf dem Saarland Informatics Campus arbeiten die Universität des Saarlandes, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, das CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit sowie zwei Max-Planck-Institute eng zusammen. Geforscht wird unter anderem zu KI, maschinellem Lernen, Cybersicherheit, Algorithmen und Softwaresystemen.
Wer Informatik, KI oder Cybersicherheit studieren möchte, bekommt dort also ein spezialisiertes Forschungsumfeld, ohne die Mieten von München, Berlin oder Frankfurt zahlen zu müssen.
Auch Paderborn und Chemnitz haben klare Stärken
Ähnlich interessant ist Paderborn. Bei 8,52 Euro je Quadratmeter entsprechen 20 Quadratmeter rechnerisch 170 Euro.
Die Universität hat fünf ausgewiesene Forschungsprofile. Dazu gehören Intelligente Technische Systeme, Optoelektronik und Photonik sowie nachhaltige Werkstoffe und Prozesse. Zur Forschungsinfrastruktur gehören unter anderem das Heinz Nixdorf Institut, das Paderborn Center for Parallel Computing und ein Institut für Photonische Quantensysteme.
Noch günstiger ist Chemnitz mit 5,85 Euro je Quadratmeter. Die TU Chemnitz konzentriert sich auf drei Kernkompetenzen: Materialien und intelligente Systeme, ressourceneffiziente Produktion und Leichtbau sowie Mensch und Technik. Dazu kommen Forschungsfelder von Sensorik und Robotik über Computer Vision bis zu KI und Industrie 4.0.
Für Studierende in technischen Fächern kann Chemnitz damit eine ganz andere Rechnung bieten als München: 20 Quadratmeter entsprechen dort rechnerisch 117 Euro, in München 431 Euro.
Günstigere Städte mit spezialisiertem Profil
München ist nicht nur teuer, sondern bietet auch ein starkes Umfeld für Zukunftstechnologien. An der TU München gehören unter anderem Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen, Robotik und Quantentechnologien zu den Forschungsfeldern. Wer sich für solche Themen interessiert, muss dafür aber nicht zwangsläufig die hohen Münchner Wohnkosten in Kauf nehmen.
Auch andere Standorte zeigen, dass sich der Blick über die bekannten Universitätsstädte hinaus lohnen kann.
- In Siegen, wo der Quadratmeter bei 7,86 Euro liegt, gehören neue Materialien, Sensorik und Künstliche Intelligenz, Quantensysteme und intelligente Produktionssysteme zu den Forschungsprofilen. Die Universität ist zudem an einem Exzellenzcluster in der Teilchenphysik beteiligt.
- Koblenz kommt auf 9,57 Euro. Dort hat die Informatik „Data Intelligence“ als übergreifendes Profil definiert – also die Verbindung von Daten und KI. Ein spezieller Bereich beschäftigt sich mit der Anwendung dieser Technologien auf Gesundheitsdaten.
- In Kaiserslautern, mit 9,77 Euro je Quadratmeter ebenfalls weit unter München, bietet die RPTU in der Informatik Vertiefungen von Robotik und intelligenten Systemen über Software Engineering bis Data Science und Scientific Computing.
| Stadt | Miete je m² | 20 m²* | Beispiele für besondere Profile |
|---|---|---|---|
| München | 21,56 € | 431 € | KI, Robotik, Quantentechnologien, Luft- und Raumfahrt |
| Kaiserslautern | 9,77 € | 195 € | Informatik, Robotik, Data Science |
| Koblenz | 9,57 € | 191 € | Data Intelligence, KI |
| Saarbrücken | 9,45 € | 189 € | Informatik, KI, Cybersicherheit |
| Paderborn | 8,52 € | 170 € | Intelligente Systeme, Photonik |
| Siegen | 7,86 € | 157 € | Sensorik, KI, Quantensysteme |
| Chemnitz | 5,85 € | 117 € | Materialien, Leichtbau, intelligente Systeme |
*Rechnerischer Vergleich auf Grundlage der durchschnittlichen Angebotsmieten für Bestandswohnungen. Die Werte sind keine tatsächlichen WG-Zimmermieten und können je nach Lage, Größe, Zustand und Ausstattung deutlich abweichen. Gemeinschaftsflächen und Nebenkosten sind nicht berücksichtigt. Städte bilden nur eine Auswahl ab, es gibt weitere Universitäten mit ähnlichen Profilen.
Mietcheck: Deutschlands teuerste Hochschulstädte
Alle 138 Hochschulstädte durchsuchen. Angezeigt werden höchstens 10 Treffer gleichzeitig.
| Rang | Stadt | Hochschule | Studierende | Ø €/m² | 20 m²* | 1 Jahr | 4 Jahre |
|---|
Quelleninfo: Der Quadratmeterpreis ist der Durchschnitt der Angebotsmieten für Bestandswohnungen im jeweiligen Stadtgebiet zum 1. September 2026. Er ist kein fester Preis und keine spezielle WG-Zimmermiete. Je nach Lage, Wohnungsgröße, Zustand und Ausstattung können einzelne Angebote deutlich nach oben oder unten abweichen. *Die 20-m²-Angabe ist nur eine rechnerische Vergleichsgröße. Die Studierendenzahl bezieht sich – wo angegeben – auf die jeweils genannte Hochschule, nicht auf alle Studierenden der Stadt. Hochschulangaben werden nur angezeigt, wenn sie verifiziert sind; fehlende Angaben werden nicht geschätzt.
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