Lange galt Bayern als Synonym für immer höhere Immobilienpreise. Doch seit dem Ende des Preisbooms hat sich die Lage für Wohnungskäufer spürbar verändert. Wer heute mit einem Budget von 350.000 Euro auf Wohnungssuche geht, bekommt in München und vielen anderen bayerischen Städten wieder deutlich mehr Wohnfläche als noch vor vier Jahren.
München bleibt zwar die teuerste Großstadt Deutschlands, doch die Kaufpreise haben sich seit dem Höchststand im Jahr 2022 spürbar reduziert. Foto: iStock.com / Meinzahn
München: Das Budget reicht wieder für mehr Quadratmeter
München bleibt zwar die teuerste Großstadt Deutschlands, doch die Kaufpreise haben sich seit dem Höchststand im Jahr 2022 spürbar reduziert. Laut Daten von immowelt können Käufer für 350.000 Euro heute durchschnittlich 40 Quadratmeter Wohnfläche erwerben. Vor vier Jahren waren es lediglich 34 Quadratmeter. Damit ist die leistbare Wohnfläche um rund 18 Prozent gestiegen. Für Kaufinteressenten bedeutet das: Das gleiche Budget eröffnet heute wieder mehr Möglichkeiten auf dem Münchner Wohnungsmarkt.
Besonders stark profitieren Käufer in Fürth und Ingolstadt
Noch deutlicher fällt die Entwicklung in einigen bayerischen Städten außerhalb der Landeshauptstadt aus. In Fürth reicht ein Budget von 350.000 Euro inzwischen für 88 statt 76 Quadratmeter Wohnfläche. Das entspricht einem Plus von 12 Quadratmetern. In Ingolstadt stieg die leistbare Wohnfläche von 68 auf 79 Quadratmeter und damit um 11 Quadratmeter. Beide Städte gehören zu den größten Gewinnern der Preiskorrektur in Bayern.
Auch Augsburg, Nürnberg und Erlangen legen zu
Der Trend zeigt sich nahezu flächendeckend im Freistaat. In Augsburg erhalten Käufer heute 72 statt 63 Quadratmeter für ihr Budget. In Nürnberg stieg die leistbare Wohnfläche von 81 auf 87 Quadratmeter. Auch in Erlangen reicht das gleiche Budget inzwischen für 73 statt 68 Quadratmeter. Die Entwicklung verdeutlicht, dass die Kaufpreise in vielen bayerischen Städten nach dem Boom der vergangenen Jahre wieder etwas zurückgekommen sind.
Wohnung kaufen in München und Bayern: Städte im Vergleich
| Stadt | Wohnfläche 2022 | Wohnfläche 2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Fürth | 76 m² | 88 m² | +12 m² |
| Ingolstadt | 68 m² | 79 m² | +11 m² |
| Augsburg | 63 m² | 72 m² | +9 m² |
| München | 34 m² | 40 m² | +6 m² |
| Nürnberg | 81 m² | 87 m² | +6 m² |
| Erlangen | 68 m² | 73 m² | +5 m² |
| Würzburg | 73 m² | 76 m² | +3 m² |
| Regensburg | 65 m² | 65 m² | 0 m² |
Bayerns Wohnungskäufer gewinnen wieder an Kaufkraft
Während höhere Bauzinsen die Finanzierung verteuern, profitieren Käufer gleichzeitig von gesunkenen Immobilienpreisen. In München liegen die Angebotspreise für Eigentumswohnungen aktuell rund 14 Prozent unter dem Niveau von 2022. In Städten wie Fürth, Ingolstadt oder Augsburg fallen die Rückgänge teilweise ähnlich deutlich aus. Wer heute eine Wohnung in Bayern kaufen möchte, bekommt deshalb vielerorts spürbar mehr Wohnfläche für das gleiche Geld als noch auf dem Höhepunkt des Immobilienmarkts.
Geschrieben am 06.06.2026
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