Im August herrscht in unseren Gärten Hochbetrieb: Die Igel befinden sich mitten in der Aufzucht ihres Nachwuchses. Während die Igelmütter unter Hochdruck nach Futter und Flüssigkeit suchen, erkunden Ende des Monats bereits die ersten Igelbabys vorsichtig die Umgebung. Doch Hitzewellen, versiegelte Flächen und Gartengeräte machen den nützlichen Schädlingsbekämpfern das Leben im Spätsommer schwer. Der Braunbrustigel steht mittlerweile als „potenziell gefährdet“ auf der Roten Liste. Mit ein paar einfachen Spätsommer-Kniffen machst du deinen Garten jetzt zur sicheren Schutzzone.
7 Dinge, die du im Spätsommer für Igel tun kannst
1. Frisches Wasser bereitstellen (Überlebenswichtig bei Sommerhitze)
Durch trockene Sommerböden finden Igel kaum Nacktschnecken oder Würmer und leiden unter Durst.
So hilft’s: Stelle täglich flache Wasserschalen im Schatten auf.
Wichtig: Niemals Milch geben! Laktose führt bei Igeln zu tödlichem Durchfall.
2. Mähroboter ab der Dämmerung stoppen
Im August sind säugende Igelmütter und neugierige Jungtiere unterwegs. Da Igel bei Gefahr nicht flüchten, sondern sich einrollen, werden sie von Rasenmähern und Mährobotern oft schwer verletzt.
Die Regel: Mähroboter ausschließlich tagsüber fahren lassen und nachts komplett ausschalten.
3. Vorsicht bei der Gartenarbeit: Das Gebüsch prüfen
Bevor du im Spätsommer Hecken schneidest, den Rasentrimmer ansetzt oder dichtes Gestrüpp rodest, solltest du die Stellen genau kontrollieren. Hier liegen oft gut versteckte Nester mit hilflosem Nachwuchs.
4. Ausstiegshilfen an Teichen und Pools anbringen
Auf der Suche nach Wasser fallen Igel im Spätsommer häufig in Gartenpools, Regentonnen oder steil abfallende Gartenteiche.
Die Lösung: Schräge Bretter mit Querlatten oder ein flaches Ufer ermöglichen den Tieren das selbstständige Erretten vor dem Ertrinken.
5. Durchgänge in Zäunen schaffen
Igel legen auf ihrer nächtlichen Futtersuche lange Strecken zurück. Verschlossene Zäune zwingen sie auf gefährliche Straßen.
Der Tipp: Ein kleiner Durchlass im Zaun (ca. 10 x 10 cm) verbindet Gärten und schafft sichere Igel-Wanderwege.
6. Pestizide und Schneckenkorn komplett verbannen
Wer im August Chemie gegen Schädlinge einsetzt, vergiftet Igel direkt oder raubt ihnen die Nahrungsgrundlage. Ein naturnaher Garten mit Totholz, Kompost und heimischen Pflanzen lockt Insekten ganz natürlich an.
7. Wildwuchs-Ecken für den Herbst vorbereiten
Lass eine Ecke im Garten ruhig etwas „verwildern“. Dichtes Gras, Totholz und zusammengetragenes Reisig bieten den idealen Unterschlupf für den kommenden Herbst und den anschließenden Winterschlaf.
Die Sommer-Schutzmaßnahmen im Überblick
| Maßnahme | Warum im August wichtig? | Das ist zu tun |
| Wasserschalen | Hitze & trockene Böden im Spätsommer | Täglich frisch aufstellen (flache Schalen) |
| Mäh-Pause | Aktive Phase & Igelbabys unterwegs | Ab der Dämmerung alle Geräte ausschalten |
| Teich-Sicherung | Hohe Ertrinkungsgefahr bei Durst | Rampen / Bretter als Ausstieg anbringen |
| Zaundurchlass | Große Reviere bei der Futtersuche | 10x10 cm große Lücken am Boden lassen |
Fazit: Jeder Garten zählt!
Wenn du im Sommer flache Wasserschalen bereitstellst, auf nächtliches Mähen verzichtest und wilde Ecken zulässt, hilfst du der Igelpopulation durch die kritischste Zeit des Jahres. Und mit etwas Glück kannst du in der Abenddämmerung schon bald die ersten Jungtiere durch dein Beet schnüffeln sehen.
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