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Für Gasheizungen schreibt der Gesetzgeber regelmäßige Kontrollen vor, für Wärmepumpen dagegen nicht. Viele Eigentümer gehen deshalb davon aus, dass Wärmepumpen praktisch wartungsfrei sind. Ein Trugschluss, der im Alltag teuer werden kann.
Bei der Wartung einer Wärmepumpe prüfen Fachbetriebe unter anderem Kältemittelkreislauf, Elektronik und Einstellungen – gesetzlich vorgeschrieben ist das zwar nicht, für einen effizienten Betrieb aber entscheidend. Foto: iStock.com / Narai Chal
Gesetzliche Wartungspflicht: Was bei Gasheizungen gilt
Gasheizungen unterliegen in Deutschland klaren gesetzlichen Vorgaben. Grundlage ist unter anderem das Gebäudeenergiegesetz (GEG) in Verbindung mit der Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO). Demnach müssen Gasheizungen regelmäßig überprüft werden, insbesondere im Hinblick auf Abgassicherheit und Energieeffizienz.
Schornsteinfeger messen Abgasverluste und kontrollieren die Betriebssicherheit. Zusätzlich empfehlen Hersteller und Fachbetriebe jährliche Wartungen, um Verschleiß zu begrenzen und den Wirkungsgrad zu erhalten. Wer diese Prüfungen nicht durchführen lässt, riskiert nicht nur Sicherheitsprobleme, sondern auch Bußgelder oder Stilllegungen der Anlage.
Warum Wärmepumpen keine Wartungspflicht haben
Wärmepumpen funktionieren ohne Verbrennung. Sie erzeugen keine Abgase und benötigen keinen Schornstein. Deshalb fallen sie nicht unter die KÜO und auch das GEG schreibt keine festen Wartungsintervalle vor.
Aus rechtlicher Sicht gelten Wärmepumpen damit als risikoärmer. Das bedeutet jedoch lediglich, dass der Staat keine regelmäßigen Kontrollen verlangt – nicht, dass die Technik ohne Pflege auskommt.
Wartung trotz fehlender Pflicht: Was geprüft wird
Auch bei Wärmepumpen empfehlen Hersteller regelmäßige Inspektionen, meist alle 2 Jahre. Dabei kontrollieren Fachbetriebe unter anderem Filter und Luftwege, den Zustand von Pumpen, Ventilatoren und elektrischen Anschlüssen sowie die Regelung und Sensoreinstellungen.
Bei Bedarf wird auch der Kältemittelkreislauf überprüft. Ziel ist es, einen effizienten Betrieb sicherzustellen und kleine Abweichungen frühzeitig zu erkennen.
Was kostet die Wartung einer Wärmepumpe?
Die Kosten für eine Wartung liegen in der Regel zwischen 150 und 300 Euro. Der genaue Preis hängt vom Typ der Wärmepumpe ab, etwa Luft-Wasser oder Sole-Wasser, sowie vom Umfang der Wartungsarbeiten.
Im Vergleich zu Gasheizungen, bei denen zusätzlich zum Wartungstermin oft noch der Schornsteinfeger anfällt, bleiben die laufenden Kosten bei Wärmepumpen meist überschaubar.
Wartung selbst durchführen – was möglich ist und was nicht
Einige einfache Aufgaben lassen sich selbst erledigen. Dazu gehört das Reinigen oder Tauschen von Luftfiltern, das Freihalten der Außeneinheit von Laub, Schnee oder Schmutz sowie eine regelmäßige Sichtkontrolle auf Fehlermeldungen oder ungewöhnliche Geräusche.
Technische Arbeiten an Elektrik oder Kältemittelkreislauf sollten jedoch ausschließlich Fachbetriebe übernehmen. Eigenständige Eingriffe können Schäden verursachen und dazu führen, dass Garantie- oder Gewährleistungsansprüche entfallen.
Folgen mangelnder Wartung
Bleibt die Wärmepumpe über Jahre ungeprüft, sinkt häufig unbemerkt die Effizienz. Die Anlage benötigt mehr Strom, um dieselbe Heizleistung zu erzielen, was die laufenden Kosten erhöht.
Kommt es zusätzlich zu technischen Defekten, können Reparaturen schnell teuer werden. Auch Garantieansprüche können gefährdet sein, wenn empfohlene Wartungen nicht nachgewiesen werden können.
Buchtipp: Das Wärmepumpen Handbuch ohne Fachchinesisch ist ein kompakter Ratgeber für Hausbesitzer, die prüfen wollen, ob eine Wärmepumpe die richtige Alternative zu Gas oder Öl ist. Es erklärt leicht verständlich die Funktionsweise, Voraussetzungen, Kosten, Förderungen sowie Installation und Betrieb. Ziel ist es, ohne Vorwissen eine fundierte Entscheidung für eine zukunftssichere und wirtschaftliche Heizlösung zu ermöglichen.
Fazit: Keine Pflicht, aber klare Empfehlung
Wärmepumpen sind rechtlich nicht wartungspflichtig, anders als Gasheizungen mit klar geregelten Kontrollintervallen. Dennoch ist eine regelmäßige Wartung sinnvoll. Sie sorgt für einen effizienten Betrieb, schützt vor hohen Stromkosten und hilft, teure Schäden langfristig zu vermeiden.
Geschrieben am 10.01.2026
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