Warmwasser gilt als Selbstverständlichkeit – doch bei Wärmepumpen wird es zur technischen Gratwanderung. Hohe Temperaturen schützen zwar vor Legionellen, drücken aber die Effizienz der Anlage spürbar nach unten.
Wärmepumpen gelten als Schlüsseltechnologie der Energiewende. Doch ausgerechnet beim Warmwasser geraten sie an ihre Grenzen. Hohe Temperaturen schützen vor Legionellen – drücken aber die Effizienz deutlich nach unten.
Wärmepumpen arbeiten besonders sparsam, wenn der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und Heizsystem möglichst gering bleibt. Genau hier liegt das Problem: Für den Schutz vor Legionellen werden in Warmwassersystemen häufig Temperaturen von 60 Grad empfohlen. In diesem Bereich sinkt die Leistungszahl vieler Geräte deutlich. Das Warmwasser wird dann im Vergleich zu Gas- oder Ölheizungen spürbar teurer erzeugt.
Gleichzeitig sind so hohe Temperaturen im Alltag oft gar nicht nötig. Für Komfort beim Duschen oder Baden reichen meist niedrigere Werte. Doch lauwarmes oder nur moderat erhitztes Wasser kann das Wachstum von Legionellen begünstigen – Bakterien, die sich in stehenden Leitungen vermehren und beim Einatmen von Aerosolen gesundheitsschädlich sein können.
Das Dilemma im Technikraum
Damit stehen Hausbesitzer vor einer Zwickmühle: Entweder hohe Temperaturen und schlechtere Effizienz – oder bessere Effizienz mit erhöhtem Hygienerisiko. Besonders kritisch wird es, wenn Warmwasserspeicher große Mengen Wasser über längere Zeit bevorraten. Stehendes Wasser gilt als idealer Nährboden für Keime.
Auch die häufig eingesetzte „Legionellenschaltung“, bei der das Wasser regelmäßig kurzfristig stark aufgeheizt wird, überzeugt in der Praxis nicht immer. Sie kostet zusätzlich Energie und löst das Grundproblem stagnierender Wassermengen oft nur unzureichend.
Technische Lösungen als Ausweg
Als sinnvoller Kompromiss gelten Systeme, die Warmwasser nicht dauerhaft speichern, sondern bei Bedarf im Durchflussprinzip erhitzen. Frischwasserstationen etwa erwärmen Trinkwasser erst dann, wenn es tatsächlich gebraucht wird. Dadurch bleibt weniger Wasser im System stehen – das senkt das Risiko für Keimbildung.
Auch spezielle Hygienespeicher oder durchdachte Leitungsführungen können helfen, das Infektionsrisiko zu reduzieren, ohne die Temperaturen dauerhaft hochfahren zu müssen. In Mehrfamilienhäusern sind die Vorgaben strenger, dort sind technische und organisatorische Maßnahmen oft klar geregelt. Von diesen Konzepten lässt sich auch im Einfamilienhaus lernen.
Effizienz versus Sicherheit
Unterm Strich zeigt sich: Die Warmwasserbereitung entscheidet maßgeblich über die Jahresarbeitszahl einer Wärmepumpe. Wer hier dauerhaft hohe Temperaturen fährt, verschenkt Effizienz. Wer zu stark absenkt, riskiert hygienische Probleme.
Die Lösung liegt weniger im bloßen Hochdrehen der Temperatur – sondern in einer klugen Systemplanung. Moderne Technik kann helfen, Effizienz und Hygiene in Einklang zu bringen.
Geschrieben am 28.02.2026
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