Ratgeber

Überraschung im Osten: In diesen Städten bleibt trotz Warmmiete besonders viel Geld übrig

Autorenbild Kilian Treß
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Hohe Kaufkraft verbinden viele mit München, Hamburg oder Frankfurt. Doch die Kombination aus Einkommen und Warmmiete zeichnet ein anderes Bild. Gerade mehrere ostdeutsche Städte bieten überraschend viel finanziellen Spielraum – weil die Wohnkosten trotz gestiegener Nebenkosten vergleichsweise niedrig bleiben.

Chemnitz bleibt auch bei der Warmmiete ganz vorne

Wie viel Geld Haushalten am Monatsende bleibt, hängt nicht allein vom Einkommen ab. Entscheidend ist, wie hoch die gesamten Wohnkosten inklusive Nebenkosten ausfallen.

Genau hier spielt Chemnitz seine Stärke aus. Das durchschnittliche Haushaltsnettoeinkommen liegt bei 3.336 Euro. Für eine 90 Quadratmeter große Wohnung werden inklusive Nebenkosten durchschnittlich 763 Euro Warmmiete fällig. Damit fließen lediglich 22,9 Prozent des Einkommens in die Wohnkosten. Nach Abzug der Warmmiete bleiben rechnerisch noch 2.573 Euro – einer der besten Werte unter den ostdeutschen Städten.

Auch andere Städte im Osten schneiden im bundesweiten Vergleich weiterhin gut ab.

Stadt Einkommen Warmmiete (90 qm) Anteil am Einkommen Nach Warmmiete übrig
Chemnitz 3.336 € 763 € 22,9 % 2.573 €
Gera 3.019 € 804 € 26,6 % 2.215 €
Cottbus 3.370 € 896 € 26,6 % 2.474 €
Dessau-Roßlau 3.313 € 877 € 26,5 % 2.436 €
Magdeburg 3.399 € 970 € 28,5 % 2.429 €

Dresden und Jena gehören zu den stärksten Wirtschaftsstandorten

Längst profitieren nicht mehr nur kleinere Städte von günstigen Wohnkosten. Auch wirtschaftlich starke Standorte wie Dresden oder Jena verbinden vergleichsweise hohe Einkommen mit einer noch moderaten Warmmietenbelastung.

In Jena verfügen Haushalte durchschnittlich über 3.875 Euro netto im Monat. Die Warmmiete für eine 90-Quadratmeter-Wohnung liegt bei 1.148 Euro. Damit bleiben im Durchschnitt 2.727 Euro für alle übrigen Ausgaben.

Auch Dresden schneidet gut ab. Trotz der hohen Nachfrage fließen dort weniger als 30 Prozent des Einkommens in die Warmmiete.

Stadt Einkommen Warmmiete (90 qm) Anteil am Einkommen Nach Warmmiete übrig
Jena 3.875 € 1.148 € 29,6 % 2.727 €
Dresden 3.689 € 1.088 € 29,5 % 2.601 €
Halle (Saale) 3.444 € 1.021 € 29,7 % 2.423 €
Leipzig 3.550 € 1.104 € 31,1 % 2.446 €
Erfurt 3.356 € 1.079 € 32,2 % 2.277 €
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Nicht jede Ost-Stadt ist noch ein Wohnkosten-Schnäppchen

Die Zahlen zeigen allerdings auch, dass der Osten längst kein einheitlicher Wohnungsmarkt mehr ist. Besonders gefragte Städte haben bei den Wohnkosten deutlich aufgeholt.

In Potsdam verschlingt die Warmmiete inzwischen 37,1 Prozent des durchschnittlichen Haushaltseinkommens. Für eine 90 Quadratmeter große Wohnung werden dort durchschnittlich 1.383 Euro fällig. Noch höher ist die Belastung kaum in Ostdeutschland.

Auch Rostock zählt mittlerweile zu den teuersten Wohnungsmärkten im Osten. Dort müssen Haushalte durchschnittlich 36,4 Prozent ihres Einkommens für die Warmmiete aufbringen. Von den günstigen Verhältnissen in Chemnitz, Gera oder Cottbus ist die Hansestadt damit inzwischen weit entfernt.

Moderate Wohnkosten bleiben ein echter Standortvorteil

Die Auswertung zeigt: Auch inklusive Nebenkosten bleibt Wohnen in vielen ostdeutschen Städten vergleichsweise erschwinglich. Gerade Chemnitz, Cottbus oder Dessau-Roßlau verbinden niedrige Warmmieten mit soliden Einkommen und bieten dadurch einen finanziellen Spielraum, den viele westdeutsche Großstädte nicht mehr erreichen.

Zwar haben die Wohnkosten in den vergangenen Jahren auch im Osten deutlich angezogen. Dennoch bleibt in zahlreichen Städten nach Abzug der Warmmiete ein größerer Teil des Einkommens für Konsum, Freizeit oder Vermögensaufbau übrig als in vielen teuren Metropolregionen Deutschlands.

 

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Daten: immowelt.de, Bundesagentur für Arbeit, Deutscher Mieterbund

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