Ratgeber

Trockenheit im Sommer: Erst den Rasen retten oder lieber den Baum gießen?

Autorenbild Kilian Treß
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Braune Rasenflächen sorgen bei vielen Gartenbesitzern schnell für Unruhe. Doch während sich das Gras oft wieder erholt, kann Trockenheit für Bäume deutlich gefährlicher werden. Wer bei Hitze nur begrenzt Wasser zur Verfügung hat, sollte deshalb Prioritäten setzen.

Der braune Rasen ist meist nicht das größte Problem

Wenn wochenlang kein Regen fällt, verfärben sich viele Rasenflächen gelb oder braun. Das sieht zwar unschön aus, bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass der Rasen abgestorben ist. Viele Gräser verfügen über einen natürlichen Schutzmechanismus und gehen bei extremer Trockenheit in eine Art Ruhephase über.

Sobald wieder ausreichend Regen fällt, treiben die meisten Rasenflächen erneut aus. Selbst wenn der Garten im Hochsommer eher an eine Steppe erinnert, erholt sich das Gras häufig innerhalb weniger Wochen.

Bäume leiden oft stärker unter Trockenheit

Anders sieht es bei Bäumen aus. Besonders junge Bäume verfügen noch nicht über ein tiefreichendes Wurzelsystem und sind auf regelmäßige Wasserversorgung angewiesen. Fehlt über längere Zeit Niederschlag, können Blätter vertrocknen, Äste absterben oder der gesamte Baum geschwächt werden.

Die Folgen zeigen sich oft nicht sofort. Manche Bäume überstehen einen trockenen Sommer scheinbar problemlos, kämpfen aber noch Jahre später mit den Schäden. Dadurch werden sie anfälliger für Krankheiten, Pilzbefall und Schädlinge.

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Große Bäume brauchen überraschend viel Wasser

Viele Gartenbesitzer gehen davon aus, dass ein großer Baum sich selbst versorgen kann. Tatsächlich benötigen auch ältere Exemplare in längeren Trockenphasen Unterstützung.

Wichtiger als tägliches Gießen mit kleinen Mengen ist eine durchdringende Bewässerung. Experten empfehlen, lieber seltener, dafür aber deutlich mehr Wasser auszubringen. So gelangt die Feuchtigkeit bis in tiefere Bodenschichten und regt die Wurzeln an, nach unten zu wachsen.

So wird ein großer Baum richtig gegossen

Ein häufiger Fehler besteht darin, das Wasser direkt am Stamm auszukippen. Die meisten feinen Wurzeln, über die der Baum Wasser aufnimmt, befinden sich jedoch weiter außen im Bereich der Baumkrone.

Deshalb sollte das Wasser möglichst langsam im Bereich unter der Krone versickern können. Hilfreich sind Gießsäcke, ein langsam laufender Gartenschlauch oder mehrere Bewässerungsgänge hintereinander.

Wenig Wasser vorhanden? Dann hat der Baum Vorrang

Wer nur begrenzte Wassermengen zur Verfügung hat, sollte zunächst Bäume und größere Sträucher versorgen. Danach folgen Gemüsebeete, Stauden und andere empfindliche Pflanzen.

Der Rasen steht in der Prioritätenliste meist ganz unten. Selbst wenn er vorübergehend braun wird, sind die Chancen auf eine Erholung nach dem nächsten größeren Regen oft gut.

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Auch alte Bäume profitieren von zusätzlichem Wasser

Die vergangenen trockenen Sommer haben gezeigt, dass selbst jahrzehntealte Bäume unter Wassermangel leiden können. Besonders betroffen sind flachwurzelnde Arten sowie Bäume auf sandigen Böden.

Wer wertvolle Schattenspender im Garten erhalten möchte, investiert sein Wasser deshalb häufig sinnvoller in den Baum als in die Rasenfläche.

Mulch hilft gegen Verdunstung

Neben dem Gießen gibt es weitere Möglichkeiten, Pflanzen durch Hitzeperioden zu bringen. Eine Mulchschicht aus Rindenmulch, Laub oder Rasenschnitt schützt den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung und reduziert die Verdunstung.

Dadurch bleibt die Feuchtigkeit länger im Boden und die Bewässerung wird deutlich effektiver.

Fazit: Der Baum gewinnt gegen den Rasen

So ärgerlich ein vertrockneter Rasen auch aussieht: In den meisten Fällen erholt er sich wieder. Bäume hingegen können durch anhaltende Trockenheit dauerhaft geschädigt werden. Wer im Sommer entscheiden muss, wohin das verfügbare Wasser fließt, sollte deshalb zuerst junge und ältere Bäume versorgen. Der Rasen kann meist warten.

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