Die Dürre in Deutschland spitzt sich zu. Flüsse führen kaum Wasser, Wälder brennen, Tiere verdursten. Während Meteorologen bereits vor einem neuen Katastrophensommer warnen, stellen sich viele die Frage: Was kann ich eigentlich selbst tun, um der Natur in dieser Situation zu helfen?
Die Natur leidet unter Trockenheit. Foto: apcefoto / stock.adobe.com
Warum die Lage so ernst ist
Zwischen Februar und Mai ist laut dem Deutschen Wetterdienst noch nie so wenig Regen in Deutschland gefallen wie in diesem Jahr. Der Oberboden ist in vielen Regionen stark ausgetrocknet, Flusspegel sinken bedrohlich, die Waldbrandgefahr ist mancherorts auf Höchststufe. Fachleute schlagen Alarm: Die Pflanzen finden kaum noch Wasser, viele Tiere sind akut gefährdet. Besonders Igel, Vögel und Eichhörnchen leiden unter der anhaltenden Trockenheit – teilweise mit tödlichen Folgen.
Wasser anbieten – aber richtig
Eine der einfachsten und wirkungsvollsten Maßnahmen ist das Aufstellen von Wasserschalen für Wildtiere. Dabei gibt es ein paar Dinge zu beachten:
- Flache Schalen mit einem Stein als Ausstiegshilfe eignen sich besonders gut
- Das Wasser täglich wechseln und die Schale regelmäßig reinigen
- Schattiger, ruhiger Standort im Garten oder auf dem Balkon ist ideal
So bietest du Vögeln, Insekten und Kleintieren eine überlebenswichtige Trinkquelle.
Gießen mit Verantwortung
Auch dein Garten braucht jetzt Unterstützung – aber bitte mit Bedacht:
- Gieße früh morgens oder abends, um Verdunstung zu vermeiden
- Verwende Regenwasser, wenn möglich
- Bevorzuge Pflanzen, die mit wenig Wasser auskommen (z. B. Lavendel, Salbei, Fetthenne) – ein Magerbeet ist ideal
Wer einen Garten hat, kann außerdem bewusst kleine wilde Ecken stehen lassen. Diese bieten Unterschlupf und Nahrung für viele Tierarten.
Kein Wasser verschwenden
In Zeiten wie diesen zählt jeder Tropfen. Kleine Verhaltensänderungen können viel bewirken:
- Dusche kürzer und verwende einen Sparduschkopf – so lässt sich im Haushalt jede Menge Wasser sparen
- Stelle die Waschmaschine nur bei voller Beladung an
- Nutze Wasser aus dem letzten Gemüsekochen zum Blumengießen
Bewusstes Konsumverhalten hilft dabei, die ohnehin knappen Ressourcen nicht zusätzlich zu belasten.
Pflanzen schützen und die Artenvielfalt erhalten
Monokulturen und versiegelte Flächen machen es Pflanzen und Tieren noch schwerer. Du kannst gegensteuern:
- Setze auf Vielfalt im Garten oder auf dem Balkon: heimische Blumen, Kräuter und Sträucher bieten Nahrung für Insekten – ein Naturgarten bietet eine Heimat für Artenvielfalt
- Verzichte auf Steingärten – sie heizen sich stark auf und bieten keinerlei Lebensraum
- Lasse verblühte Pflanzen stehen – sie sind Lebensraum und Futterquelle zugleich
Jede grüne Fläche zählt – ob im Vorgarten oder auf dem Fensterbrett.
Keine Grünflächen betreten
So verlockend die kühle Wiese im Park auch wirkt: Besonders in der Dürrezeit sollte man Grünflächen nicht unnötig belasten. Vertrockneter Rasen regeneriert sich nur langsam, und kleine Tiere verstecken sich oft im hohen Gras. Bleib deshalb lieber auf den Wegen – der Natur zuliebe.
Achtsam im Wald: Feuer vermeiden
Waldbrandgefahr herrscht vielerorts auf hohem Niveau. Besonders wichtig:
- Kein offenes Feuer, auch keine Zigaretten im Wald
- Auto nicht über trockenem Gras parken – heiße Katalysatoren können Brände auslösen
- Brände oder Rauchentwicklung sofort der Feuerwehr melden
Ein einziger Funke kann in diesen Wochen verheerende Folgen haben.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Die aktuellen Wetterprognosen zeigen: Die Chance auf einen gemäßigten Sommer ist gering. Vieles deutet auf neue Extremwetterereignisse hin. Doch selbst wenn du das Wetter nicht beeinflussen kannst – dein Handeln vor Ort macht einen Unterschied. Für die Tiere im Garten. Für die Pflanzen an deinem Straßenrand. Für eine Natur, die dringend Unterstützung braucht.
Geschrieben am 02.07.2025
von
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