Ausgemusterte Flugzeuge recyceln? Ein irische Firma zeigt, wie Rumpfteile alter Flieger zum nachhaltigen Tiny House mit 20 Garantie werden.
Ein Aeropod: Würdest du das Flugzeug-Wohnzimmer kaufen? Foto: aeropods.ie
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Ein Stück Linienflugzeug im Vorgarten – und darin ein Büro, eine Bar oder sogar ein Mini-Apartment. In Irland werden ausrangierte Teile von Passagierjets zu luxuriösen Tiny Houses umgebaut. Wer hier arbeitet oder übernachtet, lebt ein bisschen wie im Flieger – nur ohne Turbulenzen.
Vom Jet zum Gartenhaus
Die sogenannten „Aeropods“ bestehen aus hochwertigen Rumpfsegmenten ehemaliger Verkehrsflugzeuge. Statt auf dem Schrottplatz zu landen, werden sie zu Büro- oder Wohnpods umfunktioniert. Die runde Form, die großen Fenster, die Aluminiumstruktur – vieles erinnert noch an die ursprüngliche Nutzung über den Wolken.
Genau das macht den Reiz aus. Das Tiny House wirkt futuristisch und technisch, gleichzeitig aber kompakt und durchdacht. Ein Flugzeugrumpf ist auf Stabilität ausgelegt – beste Voraussetzungen für ein langlebiges Mini-Gebäude im Garten oder auf einem Grundstück.
Highend-Pod statt Gartenhütte
Was von außen nach Luftfahrt aussieht, ist innen ein vollwertiger Raum. Die Pods sind komplett isoliert, verfügen über doppelt verglaste Türen und können mit LED-Licht, Heizsystemen und USB-Steckdosen ausgestattet werden. Je nach Wunsch entstehen Homeoffice, Glamping-Unterkunft oder sogar kleine Apartments mit Küche und Bad.
Besonders gefragt sind die Pods als Homeoffice-Lösung. Seit Remote-Arbeit für viele zum Alltag gehört, wächst der Bedarf nach separaten Arbeitsräumen. Ein Aeropod im Garten schafft Distanz zum Wohnbereich – und sorgt ganz nebenbei für einen echten Hingucker.
Nachhaltig durch Upcycling
Der Clou liegt im Material. Statt neu zu produzieren, werden ausgemusterte Flugzeuge recycelt. Die verwendeten Rumpfteile sind extrem robust, korrosionsbeständig und für hohe Belastungen ausgelegt. Damit wird aus einem Industrieprodukt ein nachhaltiges Tiny House mit 20 Jahren struktureller Garantie.
Auch optisch lässt sich vieles anpassen. Außen können die Pods lackiert oder foliert werden – von schlichter Metalloptik bis zur Holzoptik, die sich harmonisch in den Garten einfügt. Innen sind unterschiedliche Farb- und Designvarianten möglich.
Flexibel, mobil und vielseitig nutzbar
Ein integriertes Hebesystem macht die Konstruktion transportfähig. Wer umzieht, kann den Pod mitnehmen. Das unterscheidet ihn von klassischen Anbauten oder Gartenhäusern, die fest mit dem Grundstück verbunden sind.
Die Einsatzmöglichkeiten reichen vom Büro über Gästeunterkunft bis hin zu Bar, Fitnessraum oder sogar studentischem Wohnraum. In Irland werden die Pods bereits als Glamping-Einheiten, Verkaufsflächen oder Meetingräume genutzt.
Tiny House mit Startbahn-Feeling
Preislich beginnen die umgebauten Flugzeug-Tiny-Houses bei rund 21.000 Euro – je nach Ausstattung und Größe steigt der Betrag entsprechend. Im Vergleich zu klassischen Anbauten oder vollwertigen Tiny Houses bleibt das Konzept damit vergleichsweise erschwinglich.
Das Leben im Flugzeugrumpf ist kein klassisches Wohnen, sondern ein Statement. Technik trifft Nachhaltigkeit, Upcycling trifft Design. Und wer im eigenen Garten aus einem ehemaligen Jet-Rumpf arbeitet, dürfte zumindest beim Blick aus dem Fenster kurz das Gefühl haben, gleich hebt die Maschine ab.
Geschrieben am 22.02.2026
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