Sie tauchen plötzlich auf und verschwinden genauso schnell wieder im Dunkeln: Silberfische. Harmlos, aber unangenehm. Wir zeigen, warum sie sich gerade bei dir eingenistet haben – und mit welchen Hausmitteln du sie in wenigen Tagen wieder loswirst.
Feuchte Ecken in Bad oder Küche sind der bevorzugte Rückzugsort von Silberfischen. Foto: Feliz / stock.adobe.com
Woher kommen Silberfische?
Silberfische lieben warme und feuchte Umgebungen. Sie kommen vor allem bei hoher Luftfeuchtigkeit ins Haus. Badezimmer, Küchen und Waschkeller mit mehr als 70 Prozent Luftfeuchtigkeit bieten ideale Bedingungen für Silberfische. Ins Haus kommen sie über Lüftungsschächte, Risse in der Wand oder mitgebrachte Gegenstände aus Kellern oder Lagerräumen. Diese können Silberfische und ihre Eier enthalten. Sind sie einmal im Haus verstecken sie sich dann in dunklen Verstecken, wie Ritzen, unter Fußleisten oder hinter Schränken.
Info: Silberfische sind flügellose Insekten, die unter optimalen Bedingungen erstaunlich alt werden können – bis zu 8 Jahre. Sie vermehren sich allerdings nur langsam, da ein Weibchen pro Jahr nur etwa 20 Eier legt.
Je nach Befall und angewendeten Maßnahmen lassen sich Silberfische innerhalb weniger Tage bis Wochen bekämpfen.
Silberfische ernähren sich von Kohlenhydraten: Hautschuppen, Haare, Kleister und sogar Papier oder Textilien mit stärkehaltigen Rückständen.
Wie erkenne ich einen Silberfisch-Befall?
Silberfische sind nachtaktiv und bleiben deshalb häufig lange unbemerkt. Meist entdeckt man sie erst, wenn nachts das Licht im Bad oder in der Küche angeht und die kleinen, silbrig glänzenden Insekten blitzschnell über den Boden in eine Ritze verschwinden. Auch feine Fraßspuren an Tapeten, Büchern oder anderen stärkehaltigen Materialien können auf die Tiere hindeuten. Hinzu kommen winzige Kotspuren, die leicht mit gewöhnlichem Hausstaub verwechselt werden können.
Einzelne Tiere im Badezimmer sind zunächst kein Grund zur Sorge. Tauchen Silberfische jedoch regelmäßig oder in größerer Zahl auf, lohnt sich ein genauerer Blick auf das Raumklima. Besonders eine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit bietet ihnen gute Lebensbedingungen.
Wie kann ich Silberfischen vorbeugen?
Der wichtigste Ansatzpunkt ist deshalb die Feuchtigkeit in der Wohnung. Regelmäßiges Stoßlüften und ausreichendes Heizen helfen dabei, die Luftfeuchtigkeit niedrig zu halten. Bleibt ein Raum trotzdem dauerhaft feucht, sollte nach der Ursache gesucht werden. Auch nasse Handtücher und feuchte Wäsche sollten nicht unnötig lange im Badezimmer liegen bleiben.
Gleichzeitig lohnt es sich, mögliche Verstecke zu beseitigen. Silberfische ziehen sich tagsüber gerne in Fugen, Ritzen und Spalten zurück. Undichte Fugen und größere Spalten an Fußleisten oder Wandanschlüssen können daher verschlossen werden. Regelmäßiges Saugen und Wischen reduziert außerdem Haare, Hautschuppen und andere mögliche Nahrungsquellen. Papier, Kartons und Lebensmittel sollten möglichst trocken gelagert werden.
Wie werde ich Silberfische wieder los?
Sind die Tiere bereits da, sollte nicht der einzelne Silberfisch im Mittelpunkt stehen, sondern die Frage, warum er sich in der Wohnung wohlfühlt. Vor allem eine hohe Luftfeuchtigkeit sollte reduziert werden. Gibt es feuchte Wände, ungewöhnlich viel Kondenswasser oder andere Hinweise auf einen Feuchteschaden, sollte die Ursache überprüft werden.
Zusätzlich können Verstecke wie offene Fugen und Ritzen verschlossen und mögliche Nahrungsquellen durch gründliches Reinigen reduziert werden. Fallen können dabei helfen, einzelne Tiere zu fangen und gleichzeitig einen Eindruck davon zu bekommen, wie stark der Befall tatsächlich ist.
Von einem vorschnellen Einsatz chemischer Sprays ist dagegen abzuraten. Auch Hausmittel wie Lavendel, Essig oder Backpulver bekämpfen vor allem einzelne Tiere und lösen eine mögliche Feuchtigkeitsursache nicht. Bleibt der Befall trotz trockenerer Räume bestehen oder nimmt er deutlich zu, kann eine professionelle Schädlingsbekämpfung sinnvoll sein.
5 Schritte gegen Silberfische
Wenn die kleinen Krabbler bereits in der Wohnung sind, gibt es verschiedene Methoden, um sie loszuwerden:
- Luftfeuchtigkeit reduzieren: Trockene Räume machen das Umfeld für Silberfische unattraktiv.
- Natürliche Feinde einsetzen: Tausendfüßer, Spinnen und Geckos fressen Silberfische – für viele aber keine ideale Lösung.
- Hausmittel nutzen:
- Zucker und Backpulver: Eine Mischung aus beiden lockt die Insekten an und tötet sie.
- Lavendel oder Zitrusschalen: Silberfische meiden diese Gerüche.
- Essigwasser: Damit Böden und Wände wischen, um Silberfische zu vertreiben.
- Silberfischfallen aufstellen:
- Feuchte Zeitungen: Eine gerollte Zeitung, leicht angefeuchtet, dient als Versteck – morgens einfach entsorgen.
- Honigfallen: Ein Klecks Honig auf Papier lockt die Tiere an und sie bleiben kleben.
- Chemische Mittel nur im Notfall: Silberfisch-Sprays oder Köderdosen können helfen, sollten aber nur in starkem Befall eingesetzt werden.
Fazit: Mit einfachen Maßnahmen Silberfische vermeiden
Silberfische sind zwar lästig, aber harmlos. Wer sie loswerden will, sollte zunächst die Luftfeuchtigkeit senken und Verstecke beseitigen. Hausmittel wie Lavendel oder Backpulver helfen, die kleinen Insekten fernzuhalten. Falls der Befall größer ist, können Fallen oder im Extremfall chemische Mittel eingesetzt werden. Mit regelmäßiger Reinigung und Vorbeugung bleibt das Zuhause langfristig silberfischfrei.
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