Wohnen – WM-Spezial

Nachts WM schauen: Darf mein Nachbar wegen Ruhestörung die Polizei rufen?

Autorenbild: Andreas Steger
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Die Fußball-WM 2026 sorgt in Deutschland für ungewohnte Anstoßzeiten. Viele Spiele laufen erst um 22 Uhr, Mitternacht oder sogar mitten in der Nacht. Doch dürfen Fans deshalb lauter feiern als sonst? Die Antwort dürfte einige überraschen: Für private Fußballabende gelten weiterhin die normalen Ruhezeiten. Ausnahmen gibt es nur beim Public Viewing.

Die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko bringt für deutsche Fans einige Herausforderungen mit sich. Wegen der Zeitverschiebung finden viele Partien erst spätabends oder nachts statt. Anstoßzeiten um 22 Uhr, Mitternacht oder sogar 3 Uhr morgens sind keine Seltenheit.

Für viele Fußballfans stellt sich deshalb die Frage: Darf während der WM länger gefeiert werden als sonst?

Nachtruhe gilt auch während der WM

Wer das Spiel mit Freunden zu Hause verfolgt, muss sich grundsätzlich an die üblichen Ruhezeiten halten. In den meisten Bundesländern beginnt die Nachtruhe um 22 Uhr und endet morgens um 6 Uhr. Fernseher, Musik und Gespräche sollten dann nur noch in Zimmerlautstärke stattfinden.

Die WM selbst ändert daran nichts. Wer nach einem späten Tor auf dem Balkon laut jubelt, Fan-Gesänge anstimmt oder die Nachbarn mit einer Tröte weckt, riskiert Ärger. Bei wiederholten Verstößen können Nachbarn sogar das Ordnungsamt oder die Polizei einschalten.

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Ausnahme nur für öffentliches Public Viewing

Anders sieht es bei offiziellen Public-Viewing-Veranstaltungen aus. Für die WM 2026 hat die Bundesregierung eine Sonderregelung geschaffen, die es Städten und Gemeinden ermöglicht, Ausnahmen vom Lärmschutz zu genehmigen. Dadurch können Spiele auch nach 22 Uhr öffentlich übertragen werden.

Wichtig ist jedoch: Die Nachtruhe wird nicht automatisch aufgehoben. Veranstalter müssen in der Regel eine Genehmigung beantragen. Die zuständigen Behörden prüfen jeden Einzelfall und entscheiden, ob eine Ausnahme erlaubt wird. Dabei spielen unter anderem die Nähe zu Wohngebieten, die erwartete Lautstärke und mögliche Lärmschutzmaßnahmen eine Rolle.

Im Garten gelten dieselben Regeln wie auf dem Balkon

Manche Fans hoffen, dass die Sonderregeln auch für private Grillabende im Garten gelten. Das ist jedoch nicht der Fall. Ob Balkon, Terrasse, Hof oder Garten: Private Feiern unterliegen weiterhin den normalen Lärmschutzvorschriften.

Ein spontaner Torjubel wird zwar in der Regel niemanden vor Gericht bringen. Wer jedoch über Stunden laut feiert, Musik aufdreht oder mit mehreren Gästen bis tief in die Nacht für erhebliche Geräusche sorgt, kann Probleme bekommen.

Rücksicht bleibt die beste Taktik

Fußballfans müssen also auch während der WM 2026 Rücksicht auf ihre Nachbarn nehmen. Die Sonderregeln der Bundesregierung betreffen ausschließlich genehmigte öffentliche Übertragungen. Im privaten Wohnzimmer gilt weiterhin: Ab 22 Uhr ist Zimmerlautstärke angesagt.

Wer die Nachtspiele trotzdem gemeinsam erleben möchte, fährt daher oft besser mit einem offiziellen Public Viewing oder einer Sportsbar, die über die erforderlichen Genehmigungen verfügt. Dort darf unter Umständen länger gejubelt werden als im heimischen Garten.

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