Ratgeber

Leitungswasser riecht nach Chlor? Das steckt dahinter

Autorenbild Kilian Treß
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Ein Glas Wasser aus dem Hahn – und plötzlich riecht es nach Schwimmbad? Das kann zunächst verunsichern. In den meisten Fällen steckt jedoch kein Gesundheitsrisiko dahinter. Warum Leitungswasser manchmal nach Chlor riecht, welche Keime dadurch bekämpft werden und wann Sie den Wasserversorger kontaktieren sollten.

Warum riecht Leitungswasser überhaupt nach Chlor?

Deutschland verfügt über eines der strengsten Trinkwassersysteme der Welt. Trotzdem kann es vorkommen, dass Leitungswasser vorübergehend leicht nach Chlor riecht oder schmeckt.

Der häufigste Grund: Der Wasserversorger hat das Trinkwasser vorsorglich gechlort. Chlor dient als Desinfektionsmittel und sorgt dafür, dass sich Krankheitserreger im Leitungsnetz nicht vermehren können.

Besonders häufig geschieht das nach:

  • Reparaturen am Leitungsnetz
  • dem Austausch von Wasserleitungen
  • Spülungen des Leitungsnetzes
  • außergewöhnlichen Belastungen, etwa nach Rohrbrüchen oder Hochwasser

Der Chlorgeruch bedeutet deshalb meist gerade, dass zusätzliche Maßnahmen für die Trinkwassersicherheit getroffen wurden.

Gegen welche Keime wirkt Chlor?

Mit der Desinfektion sollen vor allem Keime beseitigt werden, die über beschädigte Leitungen oder Verunreinigungen ins Trinkwassernetz gelangen könnten. Dazu gehören unter anderem:

  • Escherichia coli (E. coli): Hinweis auf fäkale Verunreinigungen und möglicher Auslöser von Durchfallerkrankungen.
  • Enterokokken: Können Harnwegs- und Darminfektionen verursachen.
  • Coliforme Bakterien: Gelten als wichtige Indikatoren für Verunreinigungen im Leitungsnetz.
  • Salmonellen: Verursachen Magen-Darm-Erkrankungen.
  • Campylobacter: Einer der häufigsten Auslöser bakterieller Durchfallerkrankungen.
  • Noroviren und Rotaviren: Hochansteckende Erreger von Magen-Darm-Infekten.

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Chlor verhindert außerdem, dass sich viele weitere Bakterien und Viren über das Trinkwassernetz verbreiten können.

Ist Chlor im Trinkwasser gesundheitsschädlich?

Für Verbraucher lautet die gute Nachricht: Nein.

Die Mengen an Chlor, die zur Trinkwasserdesinfektion eingesetzt werden, liegen deutlich unter den gesetzlich zulässigen Grenzwerten. Das Wasser bleibt grundsätzlich trinkbar und gesundheitlich unbedenklich.

Viele Menschen nehmen den Geruch allerdings bereits bei sehr geringen Konzentrationen wahr. Die Nase reagiert auf Chlor deutlich empfindlicher als gesundheitliche Grenzwerte es erforderlich machen.

So verschwindet der Chlorgeruch oft schon nach kurzer Zeit

Wenn Sie der Geruch stört, helfen meist einfache Maßnahmen:

  • Leitungswasser einige Minuten offen in einer Karaffe stehen lassen. Da Chlor flüchtig ist, verflüchtigt sich auch der Geruch.
  • Das Wasser gut kühlen. Kaltes Wasser riecht und schmeckt meist weniger intensiv.
  • Wer den Geschmack dauerhaft reduzieren möchte, kann einen Aktivkohlefilter verwenden. Dieser entfernt Chlor sowie viele Geruchs- und Geschmacksstoffe.

Wann sollte man den Wasserversorger informieren?

Ein leichter Chlorgeruch über wenige Tage ist meist kein Grund zur Sorge.

Anders sieht es aus, wenn:

  • der Geruch über längere Zeit sehr stark bleibt,
  • das Wasser zusätzlich ungewöhnlich verfärbt ist,
  • oder sich Geruch und Geschmack plötzlich deutlich verändern.

Dann lohnt sich eine Nachfrage beim örtlichen Wasserversorger. Dort kann man Auskunft geben, ob aktuell Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt werden oder ob möglicherweise Arbeiten am Leitungsnetz stattfinden.

Gut zu wissen

Ein leichter Chlorgeruch ist oft eher ein Zeichen dafür, dass das Trinkwasser besonders sorgfältig abgesichert wurde. Die eingesetzten Mengen dienen dem Schutz vor Krankheitserregern und liegen in Deutschland innerhalb der strengen gesetzlichen Vorgaben. Wer den Geruch dennoch als störend empfindet, kann ihn meist schon durch kurzes Stehenlassen des Wassers deutlich reduzieren.

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