Im Freien

Rasen verbrannt? Diese Grasarten vertragen Hitze besonders gut

Autorenbild: Andreas Steger
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Sommer mit Temperaturen über 30 Grad und wochenlang kaum Regen sind längst keine Ausnahme mehr. Während herkömmliche Rasenflächen schnell austrocknen, braun werden und sich nur langsam erholen, gibt es inzwischen spezielle Rasenmischungen, die genau für solche Bedingungen entwickelt wurden. Sie gelten als sogenannte Trockenrasen und benötigen deutlich weniger Wasser als klassische Gebrauchs- oder Zierrasen.

Was ist ein Trockenrasen?

Ein Trockenrasen ist eine spezielle Rasenmischung für den Garten, die für heiße und trockene Standorte entwickelt wurde. Sie besteht aus besonders hitze- und trockenheitsverträglichen Gräsern, deren Wurzeln deutlich tiefer in den Boden reichen als bei herkömmlichen Rasenmischungen. Dadurch können sie auch in längeren Trockenphasen Wasser aus tieferen Bodenschichten aufnehmen.

Das macht den Rasen widerstandsfähiger gegen Trockenstress. Er bleibt bei Hitze länger grün, wächst auch während trockener Perioden weiter und muss deutlich seltener bewässert werden.

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Diese Gräser stecken in einer guten Trockenrasen-Mischung

Nicht jede Mischung mit der Aufschrift "trockenheitsverträglich" ist gleich aufgebaut. Drei Gräserarten bilden das Rückgrat der meisten Trockenrasen-Mischungen:

  • Rohrschwingel (Festuca arundinacea): tiefwurzelnd, sehr hitzetolerant und strapazierfähig. Bildet eine robuste, etwas gröbere Grasnarbe und gilt als Basis vieler Trockenrasen-Mischungen.
  • Schafschwingel (Festuca ovina): extrem trockenheitstolerant, gedeiht auch auf nährstoffarmen, sandigen Böden. Feinblättriger und genügsamer als Rohrschwingel.
  • Wiesenrispe (Poa pratensis): ergänzt die Mischung um Dichte und Selbstreparaturfähigkeit, da sie unterirdische Ausläufer bildet, die kahle Stellen selbstständig wieder auffüllen.

Beim Kauf lohnt sich ein Blick auf die Zusammensetzung der Mischung: Enthält sie vor allem diese drei Arten, ist sie für sonnige, trockenheitsgefährdete Standorte gut gerüstet.

Diese Vorteile bietet die Rasenmischung

Trockenrasen bringt vor allem auf sonnigen Grundstücken einige Vorteile mit sich:

  • benötigt deutlich weniger Bewässerung
  • übersteht längere Hitze- und Trockenperioden besser
  • bildet ein tiefes und kräftiges Wurzelsystem
  • verursacht geringere Pflege- und Wasserkosten
  • eignet sich gut für den Klimawandel mit häufigeren Dürrephasen

Ganz ohne Wasser kommt allerdings auch Trockenrasen nicht aus. Bei extremer und lang anhaltender Trockenheit sollte auch diese Rasenmischung gelegentlich gründlich gewässert werden. Auch während der Keimungsphase eines neu angelegten Trockenrasens muss der Boden gleichmäßig feucht gehalten werden – die Trockenheitsresistenz gilt erst für den eingewachsenen Bestand.

So entwickelt der Rasen tiefe Wurzeln

Damit Trockenrasen seine Vorteile ausspielen kann, kommt es auf die richtige Pflege an. Statt täglich ein wenig Wasser zu geben, empfiehlt sich ein selteneres, dafür intensives Bewässern. So dringt das Wasser tief in den Boden ein und regt die Gräser dazu an, ebenfalls tiefer zu wurzeln.

Auch beim Mähen gilt: Der Rasen sollte nicht zu kurz geschnitten werden. Eine Schnitthöhe von etwa 5 bis 6 Zentimetern beschattet den Boden, verringert die Verdunstung und schützt die Grasnarbe zusätzlich vor Hitze. Manche Fachquellen empfehlen für besonders heiße, sonnige Standorte sogar bis zu 8 Zentimeter Schnitthöhe – wer maximale Trockenheitsresistenz will, kann also ruhig etwas länger stehen lassen als beim klassischen Zierrasen.

Wer einen neuen Rasen anlegen möchte, sollte die Aussaat möglichst im Frühjahr oder frühen Herbst vornehmen. Dann herrschen meist ideale Bedingungen, damit sich die tief wurzelnden Gräser gut etablieren können. Gerade in trockenen Sommern zahlt sich diese Investition aus – denn während viele Rasenflächen bereits braun werden, bleibt Trockenrasen oft deutlich länger grün.

Welche Produkte sich in Vergleichen bewährt haben

In unabhängigen Vergleichstests tauchen für Trockenrasen-Mischungen regelmäßig folgende Produkte auf:

  • Wolf-Garten Premium-Trockenrasen: speziell für Neueinsaat und Nachsaat in Trockenlagen konzipiert, setzt auf von Natur aus wassersparende und tiefwurzelnde Gräser
  • Substral "Der Sonnige": für stark besonnte, trockenheitsgefährdete Flächen entwickelt, mit umhüllten Saatkörnern für verbesserten Bodenschluss und schnellere Keimung

Beide Mischungen sind für den klassischen Hausgarten geeignet und lassen sich sowohl zur Neuanlage als auch zur Nachsaat bestehender Flächen verwenden.

Quellen: rasenwelt.de, selbst.de (Vergleichstest), gartendiagnose.de

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