Die Entwicklung der Wohnungspreise in Norddeutschland verläuft alles andere als einheitlich. Während Käufer in Bremen und Hannover inzwischen deutlich mehr Wohnfläche für ein Budget von 350.000 Euro erhalten als noch auf dem Höhepunkt des Immobilienbooms 2022, zeigt sich in Wolfsburg eine gegenläufige Entwicklung. Dort können sich Wohnungssuchende heute sogar weniger Wohnfläche leisten als vor vier Jahren.
Der Bremer Marktplatz liegt im Zentrum der Hansestadt und ist einer der ältesten öffentlichen Plätze Bremens. Foto: stock.adobe.com / EKH-Pictures
Bremen gehört zu den Gewinnern
Besonders stark verbessert hat sich die Leistbarkeit in Bremen. Im Juni 2022 reichte ein Budget von 350.000 Euro für 94 Quadratmeter Wohnfläche. Vier Jahre später sind es bereits 109 Quadratmeter. Das entspricht einem Plus von 15 Quadratmetern oder 16 Prozent.
Damit zählt Bremen bundesweit zu den Städten mit den größten Zugewinnen bei der leistbaren Wohnfläche. Käufer erhalten heute rechnerisch fast eineinhalb zusätzliche Zimmer gegenüber dem Marktumfeld vor vier Jahren.
Hannover bietet wieder deutlich mehr Platz
Auch in Hannover hat sich die Situation für Käufer entspannt. Im Juni 2022 waren für 350.000 Euro lediglich 81 Quadratmeter möglich. 2026 liegt die leistbare Wohnfläche bereits bei 90 Quadratmetern. Das entspricht einem Plus von 9 Quadratmetern beziehungsweise gut 11 Prozent.
Die niedersächsische Landeshauptstadt gehört damit ebenfalls zu den Städten, in denen Käufer vom Preisrückgang der vergangenen Jahre profitieren.
Braunschweig und Oldenburg mit moderaten Gewinnen
In Braunschweig steigt die leistbare Wohnfläche von 97 auf 101 Quadratmeter. Auch Oldenburg verzeichnet ein Plus von 89 auf 91 Quadratmeter. Die Preisentwicklung verlief dort deutlich stabiler als in Bremen oder Hannover.
Wolfsburg fällt aus dem Rahmen
Während viele Städte nach dem Boomjahr 2022 wieder günstiger geworden sind, entwickelt sich Wolfsburg in die entgegengesetzte Richtung. Im Juni 2022 konnten Käufer für 350.000 Euro noch 118 Quadratmeter erwerben. Im Juni 2026 sind es nur noch 117 Quadratmeter.
Auf den ersten Blick wirkt der Rückgang um einen Quadratmeter gering. Betrachtet man jedoch die Entwicklung im regionalen Umfeld, fällt Wolfsburg deutlich aus dem Rahmen. Während Bremen 15 Quadratmeter hinzugewinnt, Hannover um 9 Quadratmeter zulegt und selbst Braunschweig 4 Quadratmeter gewinnt, verschlechtert sich die Leistbarkeit in Wolfsburg. Damit gehört die VW-Stadt zu den wenigen Großstädten Deutschlands, in denen Käufer heute weniger Wohnfläche erhalten als auf dem Höhepunkt des Immobilienmarkts 2022.
| Stadt | Juni 2022 | Juni 2026 | Veränderung (m²) | Veränderung (%) |
|---|---|---|---|---|
| Bremen | 94 m² | 109 m² | +15 m² | +16,0 % |
| Bremerhaven | 163 m² | 168 m² | +5 m² | +3,1 % |
| Hannover | 81 m² | 90 m² | +9 m² | +11,1 % |
| Braunschweig | 97 m² | 101 m² | +4 m² | +4,1 % |
| Oldenburg | 89 m² | 91 m² | +2 m² | +2,2 % |
| Osnabrück | 109 m² | 102 m² | -7 m² | -6,4 % |
| Göttingen | 92 m² | 96 m² | +4 m² | +4,3 % |
| Salzgitter | 175 m² | 195 m² | +20 m² | +11,4 % |
| Wolfsburg | 118 m² | 117 m² | -1 m² | -0,8 % |
Niedersachsen zeigt ein gemischtes Bild
Insgesamt zeigt sich in Niedersachsen kein einheitlicher Trend. Hannover, Braunschweig, Oldenburg, Osnabrück, Göttingen und viele weitere Städte verzeichnen Zugewinne bei der leistbaren Wohnfläche. Wolfsburg hingegen gehört zu denen, wo sich die Leistbarkeit verschlechtert hat.
Für Wohnungskäufer bedeutet das: Während in Bremen und großen Teilen Niedersachsens die Folgen des Immobilienbooms inzwischen weitgehend abgeschmolzen sind, bleibt Wolfsburg eine Ausnahme. Dort hat sich die Kaufkraft eines Budgets von 350.000 Euro seit 2022 nicht verbessert, sondern sogar leicht verschlechtert.
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