Wer rund um Frankfurt am Main ein Haus sucht, kann teils mehr als 250.000 Euro sparen. Gleichzeitig zeigt sich: Nicht jeder Ort im Umland ist automatisch günstiger. Manche Städte liegen preislich überraschend nah am Niveau der Mainmetropole oder sogar darüber.
Bad Homburg liegt im direkten Umland von Frankfurt am Main. Foto: iStock.com / Meinzahn
Frankfurt am Main zählt zu den teuersten Immobilienmärkten Deutschlands. Für Häuser werden hier inzwischen im Schnitt 5.001 Euro pro Quadratmeter fällig. Doch ein Blick ins Umland zeigt deutliche Unterschiede. Das geht aus den Daten von immowelt hervor.
Während einige Städte mit guter Anbindung klar günstiger sind, bleiben andere trotz kurzer Pendelzeit teuer oder bewegen sich fast auf Frankfurter Niveau. Entscheidend sind nicht nur die Fahrtzeiten, sondern auch Wirtschaftskraft, Infrastruktur und Nachfrage vor Ort. Genau daraus ergeben sich die spannendsten Kontraste im Umland.
Hauspreise im Umland von Frankfurt am Main
| Stadt | Pendelzeit | Preis (€/m²) | Vergleich zur Kernstadt | Differenz |
|---|---|---|---|---|
| Bad Homburg vor der Höhe | ca. 20 Minuten | 6.143 € |
|
+23 % |
| Darmstadt | ca. 30 Minuten | 4.940 € | −1 % | |
| Mainz | ca. 35 Minuten | 4.934 € | −1 % | |
| Wiesbaden | ca. 40 Minuten | 4.898 € | −2 % | |
| Neu-Isenburg | ca. 20 bis 25 Minuten | 4.764 € | −5 % | |
| Rüsselsheim am Main | ca. 25 Minuten | 4.371 € | −13 % | |
| Offenbach am Main | ca. 15 Minuten | 4.138 € | −17 % | |
| Hanau | ca. 25 bis 30 Minuten | 3.733 € | −25 % | |
| Aschaffenburg | ca. 45 Minuten | 3.668 € | −27 % | |
| Friedberg (Hessen) | ca. 35 bis 40 Minuten | 3.286 € | −34 % |
Hinweis: Zur Veranschaulichung wurden für diesen Artikel 10 Städte im Umland von Frankfurt am Main ausgewählt. Du interessierst dich für den Kaufpreis in einer anderen Stadt? Dann checke die Hauspreise mit der immowelt Price Map.
Teurer oder auf ähnlichem Niveau wie Frankfurt am Main
Bad Homburg vor der Höhe (ca. 20 Minuten | 6.143 €/m² | +23 %)
Bad Homburg vor der Höhe zählt gut 55.000 Einwohner und gehört zu den bekanntesten und teuersten Wohnstandorten im direkten Umfeld von Frankfurt. Die Stadt ist Sitz des Gesundheitskonzerns Fresenius und außerdem von gehobenen Dienstleistungen, Verwaltung und einer kaufkräftigen Bevölkerung geprägt. Nördlich von Frankfurt gelegen, ist Bad Homburg über die A5, die B456 sowie die S Bahn eng an die Mainmetropole angebunden. Als Wohnstandort profitiert die Stadt von ihrer Nähe zu Frankfurt und zugleich von ihrem eigenständigen Profil als Kur und Dienstleistungsstandort. Der durchschnittliche Kaufpreis liegt bei 6.143 Euro pro Quadratmeter.
Mehrkosten für ein 150-Quadratmeter-Haus: 171.300 €
Darmstadt (ca. 30 Minuten | 4.940 €/m² | −1 %)
Darmstadt hat rund 160.000 Einwohner und ist als Wissenschafts und Technologiestandort weit über Hessen hinaus bekannt. Unternehmen und Institutionen aus IT, Chemie, Pharma und Raumfahrt prägen die Stadt ebenso wie die Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Südlich von Frankfurt gelegen, ist Darmstadt über die A5, die A67 und den Regional und Fernverkehr sehr gut angebunden. Damit ist die Stadt nicht nur Pendlerort, sondern ein wirtschaftlich starkes Oberzentrum mit eigener Anziehungskraft. Häuser kosten hier im Schnitt 4.940 Euro pro Quadratmeter.
Preisunterschied für ein 150-Quadratmeter-Haus: −9.150 €
Mainz (ca. 35 Minuten | 4.934 €/m² | −1 %)
Mainz zählt rund 220.000 Einwohner und ist als Landeshauptstadt von Rheinland Pfalz ein bedeutender Verwaltungs, Medien und Hochschulstandort. Zu den bekanntesten Arbeitgebern gehören das ZDF, zahlreiche öffentliche Einrichtungen und Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor. Die Stadt liegt westlich von Frankfurt und ist über den Regional und Fernverkehr sowie über die A60 und A66 gut erreichbar. Mainz ist damit nicht bloß Umland, sondern ein eigenständiges Oberzentrum mit dauerhaft hoher Wohnraumnachfrage. Der durchschnittliche Kaufpreis liegt bei 4.934 Euro pro Quadratmeter.
Preisunterschied für ein 150-Quadratmeter-Haus: −10.050 €
Nahe dran aber kaum günstiger
Wiesbaden (ca. 40 Minuten | 4.898 €/m² | −2 %)
Wiesbaden hat rund 280.000 Einwohner und gehört als Landeshauptstadt von Hessen zu den wirtschaftlich und administrativ wichtigsten Städten der Region. Verwaltung, Dienstleistungen, Gesundheitswirtschaft und eine hohe Kaufkraft stützen den Immobilienmarkt. Von Frankfurt aus ist Wiesbaden über die A66 und mehrere Bahnverbindungen gut erreichbar. Als Wohnstandort steht die Stadt seit Jahren für gehobenes Wohnen mit stabiler Nachfrage. Häuser kosten hier im Schnitt 4.898 Euro pro Quadratmeter.
Ersparnis für ein 150-Quadratmeter-Haus: 15.450 €
Neu-Isenburg (ca. 20 bis 25 Minuten | 4.764 €/m² | −5 %)
Neu-Isenburg kommt auf knapp 39.000 Einwohner und profitiert stark von seiner Lage direkt südlich von Frankfurt. Die Stadt ist wirtschaftlich unter anderem durch Logistik, Handel, Hotellerie und Dienstleistungsunternehmen geprägt. Über die A3, die B44 sowie den S Bahn Anschluss ist Frankfurt schnell erreichbar, außerdem liegt der Flughafen in unmittelbarer Nähe. Als Wohnstandort verbindet Neu-Isenburg kurze Wege mit einer eigenständigen städtischen Struktur. Der durchschnittliche Kaufpreis liegt bei 4.764 Euro pro Quadratmeter.
Ersparnis für ein 150-Quadratmeter-Haus: 35.550 €
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Klassische Pendlerorte mit echtem Sparpotenzial
Rüsselsheim am Main (ca. 25 Minuten | 4.371 €/m² | −13 %)
Rüsselsheim am Main hat rund 65.000 Einwohner und ist vor allem als traditionsreicher Automobilstandort bekannt. Noch immer prägen Industrie, Zulieferer, Technik und Logistik die Wirtschaftsstruktur der Stadt. Westlich von Frankfurt gelegen, ist Rüsselsheim über die S Bahn, Regionalzüge sowie die A60 und A67 gut angebunden. Als Wohnort ist die Stadt für Pendler interessant, die in der Metropolregion arbeiten, aber nicht das Preisniveau von Frankfurt zahlen wollen. Häuser kosten hier im Schnitt 4.371 Euro pro Quadratmeter.
Ersparnis für ein 150-Quadratmeter-Haus: 94.500 €
Offenbach am Main (ca. 15 Minuten | 4.138 €/m² | −17 %)
Offenbach am Main zählt rund 130.000 Einwohner und grenzt direkt an Frankfurt. Die Stadt hat sich in den vergangenen Jahren als Standort für Kreativwirtschaft, Design, Dienstleistungen und mittelständische Unternehmen profiliert. Dank S Bahn, Regionalverkehr, Autobahnanbindung und kurzer Wege in die Frankfurter Innenstadt gehört Offenbach zu den klassischsten Pendlerorten der Region. Als Wohnstandort bleibt die Stadt eng mit Frankfurt verflochten, ist beim Hauskauf aber deutlich günstiger. Der durchschnittliche Kaufpreis liegt bei 4.138 Euro pro Quadratmeter.
Ersparnis für ein 150-Quadratmeter-Haus: 129.450 €
Ab 30 Minuten wird es richtig günstig
Hanau (ca. 25 bis 30 Minuten | 3.733 €/m² | −25 %)
Hanau hat rund 100.000 Einwohner und ist ein wichtiges Mittelzentrum im Osten des Rhein Main Gebiets. Die Stadt ist wirtschaftlich durch Industrie, Chemie, Metallverarbeitung und Dienstleistungen geprägt. Über Regional und Fernverkehr sowie die A66 ist Frankfurt gut erreichbar, was Hanau seit Jahren zu einem klassischen Pendlerstandort macht. Gleichzeitig besitzt die Stadt genug wirtschaftliche Eigenständigkeit, um nicht nur als Schlafstadt wahrgenommen zu werden. Häuser kosten hier im Schnitt 3.733 Euro pro Quadratmeter.
Ersparnis für ein 150-Quadratmeter-Haus: 190.200 €
Aschaffenburg (ca. 45 Minuten | 3.668 €/m² | −27 %)
Aschaffenburg zählt gut 70.000 Einwohner und ist als wirtschaftlich eigenständige Stadt am bayerischen Untermain ein wichtiger regionaler Knotenpunkt. Industrie, Logistik, Handel und Dienstleistungen prägen die lokale Wirtschaft. Die Stadt liegt östlich von Frankfurt und ist über die A3 sowie den Regional und Fernverkehr gut erreichbar. Als Wohnstandort verbindet Aschaffenburg die Funktionen eines eigenständigen Oberzentrums mit einem im Vergleich zu Frankfurt deutlich niedrigeren Preisniveau. Der durchschnittliche Kaufpreis liegt bei 3.668 Euro pro Quadratmeter.
Ersparnis für ein 150-Quadratmeter-Haus: 199.950 €
Friedberg (Hessen) (ca. 35 bis 40 Minuten | 3.286 €/m² | −34 %)
Friedberg hat rund 30.000 Einwohner und ist als Kreisstadt in der Wetterau ein bekannter Standort nördlich von Frankfurt. Die Stadt verfügt über Mittelstand, Dienstleistungen, Handel und Verwaltung und profitiert zugleich von ihrer Nähe zur Metropole. Über die A5 und den Regionalverkehr ist Frankfurt in realistischer Pendelzeit erreichbar. Als Wohnort steht Friedberg für das klassische Modell eines gut angebundenen Mittelzentrums mit deutlich geringerem Preisniveau. Häuser kosten hier im Schnitt 3.286 Euro pro Quadratmeter.
Ersparnis für ein 150-Quadratmeter-Haus: 257.250 €
Nicht jedes Umland ist automatisch billiger
Der Blick auf das Frankfurter Umland zeigt ein gemischtes Bild. Große Ersparnisse sind möglich, vor allem dort, wo die Pendelzeit etwas länger wird und die Städte trotzdem noch gut angebunden sind. Besonders ab etwa 30 Minuten zeigen sich häufig deutlich niedrigere Hauspreise als in Frankfurt selbst.
Gleichzeitig ist das Umland kein Selbstläufer für Schnäppchen. Bad Homburg liegt klar über dem Frankfurter Niveau, während Darmstadt, Mainz und selbst Wiesbaden kaum günstiger sind. Lage, wirtschaftliche Stärke und eine hohe Nachfrage können die Preise auch außerhalb der Großstadt nach oben treiben. Je weiter es hinausgeht, desto größer wird oft das Sparpotenzial. Ausnahmen bleiben aber ein fester Teil dieses Marktes.
Geschrieben am 20.04.2026
von
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