Die Zeit der immer kleineren Wohnungen für immer mehr Geld scheint vorerst vorbei zu sein. Wer heute mit einem Budget von 350.000 Euro eine Eigentumswohnung kaufen möchte, bekommt in vielen deutschen Großstädten wieder deutlich mehr Wohnfläche als noch auf dem Höhepunkt des Immobilienbooms im Jahr 2022. Besonders in einigen Städten fällt das Plus überraschend groß aus.
2022 erreichten Deutsche Immobilienpreise ihren Höhepunkt. Wie haben sie sich bis heute verändert? stock.com/ ah_fotobox
Nach dem Preisboom dreht sich der Markt
Laut Daten von immowelt reicht ein Budget von 350.000 Euro heute in zahlreichen Großstädten wieder für deutlich mehr Wohnfläche als noch vor vier Jahren. Hintergrund sind die sinkenden Kaufpreise seit dem Allzeithoch im Mai 2022, als die stark gestiegenen Bauzinsen die Nachfrage ausbremsten. In vielen Städten hat sich dadurch das Verhältnis zwischen Preis und Wohnfläche spürbar verändert. Käufer erhalten heute teilweise bis zu 21 Quadratmeter mehr Wohnraum für die gleiche Investition.
Selbst in München gibt es wieder mehr Platz fürs Geld
Auch in den teuersten Städten Deutschlands zeigt sich dieser Effekt. In München können Käufer für 350.000 Euro aktuell durchschnittlich rund 39 Quadratmeter erwerben, fünf Quadratmeter mehr als noch 2022.
In Hamburg stieg die leistbare Wohnfläche von 48 auf 53 Quadratmeter. Besonders deutlich fällt das Plus in Frankfurt aus: Dort bekommen Käufer heute rund 57 Quadratmeter statt zuvor 50 Quadratmeter. Berlin bleibt dagegen vergleichsweise stabil, dort legte die Wohnfläche lediglich von 63 auf 64 Quadratmeter zu.
In einigen Städten entspricht das Plus fast einem zusätzlichen Zimmer
Außerhalb der klassischen Metropolen fallen die Veränderungen teilweise noch stärker aus. In Stuttgart reicht das Budget inzwischen für 72 statt 59 Quadratmeter, was einem Zugewinn von 13 Quadratmetern entspricht.
In Bremen stieg die theoretisch leistbare Wohnfläche sogar von 93 auf 109 Quadratmeter. Spitzenreiter ist Salzgitter mit einem Plus von 21 Quadratmetern auf insgesamt 196 Quadratmeter. Auch Chemnitz verzeichnet einen deutlichen Anstieg von 197 auf 217 Quadratmeter.
Überraschung im Ruhrgebiet: Käufer müssen teilweise Abstriche machen
Während viele Großstädte günstigere Einstiegsmöglichkeiten bieten, zeigt sich im Ruhrgebiet ein anderer Trend. In Gelsenkirchen reicht ein Budget von 350.000 Euro heute für rund 22 Quadratmeter weniger Wohnfläche als noch vor vier Jahren. Auch in Recklinghausen beträgt das Minus etwa 17 Quadratmeter. Dort haben sich die Kaufpreise nach der kurzen Schwächephase schneller erholt als in vielen anderen Regionen. Gleichzeitig verschärft sich die Lage auf dem Mietmarkt: Während Käufer vielerorts wieder mehr Fläche finanzieren können, bekommen Mieter für ein festes Budget häufig weniger Wohnraum als noch vor einigen Jahren.
Geschrieben am 02.06.2026
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