Wer im Norden eine Eigentumswohnung kaufen möchte, bekommt für sein Geld heute wieder etwas mehr Wohnfläche als auf dem Höhepunkt des Immobilienbooms im Juni 2022. Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend in Hamburg, aber auch in Kiel und Rostock hat sich die Leistbarkeit verbessert. Grundlage ist ein Vergleich der leistbaren Wohnfläche bei einem Budget von 350.000 Euro.
Rostocks Leuchtturm im Hafenstadtteil Warnemünde ist ein beliebter Touristenhotspot. Foto: stock.adobe.com / Klaus Haase
Hamburg: Vier Quadratmeter mehr als vor drei Jahren
Hamburg gehört zwar weiterhin zu den teuersten Wohnungsmärkten Deutschlands, doch Käufer erhalten inzwischen wieder etwas mehr Wohnraum für ihr Budget. Laut der Immowelt-Auswertung konnten sich Käufer im Juni 2022 für 350.000 Euro rechnerisch nur 48 Quadratmeter leisten. Im Juni 2025 waren es bereits 53 Quadratmeter, ein Jahr später noch 52 Quadratmeter.
Damit liegt die Hansestadt zwar weiterhin deutlich hinter günstigeren Städten zurück, dennoch zeigt sich eine spürbare Entspannung gegenüber dem Preishoch von 2022. Auch Immowelt verweist darauf, dass Käufer in Hamburg heute rund 3 Quadratmeter mehr Wohnfläche erhalten als vor vier Jahren.
Kiel: Deutlich mehr Platz für das gleiche Budget
Noch stärker fällt der Effekt in Schleswig Holstein aus. In Kiel konnten Käufer im Juni 2022 lediglich 76 beziehungsweise 77 Quadratmeter erwerben. Drei Jahre später waren es bereits 87 Quadratmeter, 2026 sogar 84 Quadratmeter.
Damit liegt der Zugewinn gegenüber dem Boomjahr 2022 bei rund 7 bis 11 Quadratmetern. Für Käufer bedeutet das im Vergleich zu Hamburg häufig ein zusätzliches Zimmer oder deutlich mehr Wohnkomfort.
Rostock entwickelt sich ähnlich
Auch an der Ostsee zeigt sich ein vergleichbarer Trend. In Rostock waren für 350.000 Euro im Juni 2022 lediglich 76 Quadratmeter möglich. 2025 lag die leistbare Wohnfläche bereits bei 82 Quadratmetern, 2026 bei 79 Quadratmetern.
Die Entwicklung fällt damit zwar weniger stark aus als in Kiel, dennoch erhalten Käufer heute rund 3 bis 6 Quadratmeter mehr Wohnfläche als zum Höchststand des Marktes.
| Stadt | Juni 2022 | Juni 2026 | Veränderung (m²) | Veränderung (%) |
|---|---|---|---|---|
| Hamburg | 49 m² | 52 m² | +3 m² | +6,1 % |
| Kiel | 77 m² | 84 m² | +7 m² | +9,1 % |
| Lübeck | 74 m² | 75 m² | +1 m² | +1,4 % |
| Rostock | 76 m² | 79 m² | +3 m² | +3,9 % |
Der Norden profitiert von den Preisrückgängen
Der Hintergrund ist die Entwicklung des Immobilienmarktes seit dem Zinsanstieg im Jahr 2022. Mit den höheren Bauzinsen ging die Nachfrage vielerorts zurück, wodurch die Kaufpreise nachgaben. In vielen Städten können Käufer deshalb heute wieder mehr Wohnfläche erwerben als noch vor vier Jahren.
Während Hamburg trotz leichter Entspannung weiterhin ein teures Pflaster bleibt, zeigen Kiel und Rostock, dass sich die Leistbarkeit in norddeutschen Städten deutlich verbessert hat. Wer mit einem festen Budget von 350.000 Euro auf Wohnungssuche geht, bekommt dort heute spürbar mehr Quadratmeter als noch auf dem Höhepunkt des Immobilienbooms.
Geschrieben am 13.06.2026
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