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Die teuersten Mittelstädte im Vergleich: Wo lohnt sich das Ausweichen aufs Umland wirklich noch?

Autorenbild Kilian Treß
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Viele Kaufinteressenten hoffen, im Umland der teuren Metropolen deutlich günstiger Eigentum zu finden. Doch der regionale Vergleich zeigt: In manchen Mittelstädten ist der Preisvorteil überraschend klein – und echte Schnäppchen liegen oft weiter entfernt als gedacht.

Wer aus hohen Mieten und Kaufpreisen in Metropolen wie München, Hamburg oder Berlin fliehen will, schaut aufs Umland und in Mittelstädte. Doch dort sind die Preise in vielen Regionen schon deutlich gestiegen und erreichen fast städtische Großstadt-Niveaus. Doch es gibt noch Kaufchancen, zeigen Daten einer immowelt-Analyse. Entscheidend ist deshalb der regionale Vergleich: Wie teuer ist der Quadratmeter in einer Mittelstadt wirklich – und wie stark unterscheidet er sich von der nächstgrößeren Stadt in der Umgebung?

Süden: München, Rosenheim, Landshut – teure Nachbarschaften im Süden

Im Süden zeigt sich besonders deutlich, wie eng der Preisabstand zwischen Metropole und Umland geworden ist. München ist mit weitem Abstand eine der teuersten Städte Deutschlands: Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen liegen regelmäßig weit über 8.000 € – in Premiumlagen oft jenseits von 10.000 €. Demgegenüber stehen Mittelstädte wie Rosenheim und Landshut, die zwar günstiger sind, aber preislich längst im oberen Bereich spielen.

In Rosenheim bewegen sich Quadratmeterpreise im Bereich von rund 4.900 € bis 5.200 € – also etwa 40 bis 45 % günstiger als in München, aber trotzdem hoch für eine Mittelstadt. Ähnlich verhält es sich in Landshut, wo Preise um 4.800 € bis 5.000 € liegen. Das sind Werte, die vor wenigen Jahren noch eher in Großstadt-Umlandlagen denkbar waren.

Auch in Baden-Württemberg finden sich vergleichbare Muster. Städte wie Friedrichshafen am Bodensee oder Tübingen liegen mit Quadratmeterpreisen zwischen 4.500 € und 5.600 € ebenfalls nahe dem Niveau teurer Großstädte. Während es dort attraktive Lebensqualität und starke Nachfrage gibt, können Kaufinteressenten nicht mehr automatisch mit einem großen Preisabschlag rechnen – der Abstand zu Stuttgart (wo Preise oft über 6.000 € liegen) ist deutlich geringer geworden.

Weit weniger Ersparnis als gedacht

Im Süden Deutschlands reduziert sich der Preisvorteil beim „Ausweichen“ ins Umland deutlich. Zwar sind Rosenheim, Landshut oder Tübingen immer noch günstiger als München oder Stuttgart, aber nicht mehr in einem Bereich, der aus kaufmännischer Perspektive eine klare Entlastung bedeutet. Die Nähe zur Metropole und eine starke regionale Wirtschaft treiben die Preise auch in den Mittelstädten nach oben.

Westen: Düsseldorf, Meerbusch, Krefeld – klare Spannen, aber enge City-Beziehung

Im Westen dagegen bleibt der Preisabstand zwischen Großstadt und Mittelstadt meist größer – aber er fällt je nach Lage unterschiedlich aus. Düsseldorf gehört zu den teuersten Metropolen im Westen, mit Quadratmeterpreisen für Bestandswohnungen oft über 4.800 €. Meerbusch, direkt im Einzugsbereich, liegt mit rund 3.700 € bis 3.900 € deutlich darunter, bleibt aber weit über dem NRW-Durchschnitt.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in Krefeld oder Mönchengladbach, wo Preise meist zwischen 2.400 € und 3.000 € liegen. Das sind spürbar niedrigere Werte als in Düsseldorf – und hier rechnet sich das Umland tatsächlich stärker als im Süden. Dennoch gilt: Je näher zur Metropole, desto höher die Preise. In Städten weiter außen ist der Quadratmeter für Käufer noch vergleichsweise erschwinglich.

Norden: Hamburg, Norderstedt, Lübeck – Umland mit Preisnachlass

Im Norden sind die Unterschiede zwischen Metropole und Mittelstadt am deutlichsten – zumindest im direkten Bereich. Hamburg gehört zu den teuersten Großstädten mit Preisen regelmäßig über 5.000 € pro Quadratmeter. Norderstedt, direkt im Norden der Stadt, liegt mit etwa 4.000 €–4.200 € klar darunter. Das ist weiterhin teuer für eine Mittelstadt, aber im Vergleich zu Hamburg rechnerisch ein deutlicher Abstand.

Noch weiter außen liegen Städte wie Lübeck oder Kiel, wo Preise zwischen 2.800 € und 3.500 € liegen – hier ist der Preisvorteil gegenüber dem Hamburger Niveau größer, aber die Nachfrage ebenfalls deutlich schwankender. Je weiter weg von der Metropole, desto mehr fällt der Preis – aber auch Lebensqualität, Jobs und Infrastruktur können schlechter ausfallen.

Osten: Weit günstigere Preise – aber mit großen Unterschieden

Im Osten Deutschlands ist der Preisabstand zwischen Großstädten und Mittelstädten am größten – gute Nachrichten für Käufer, aber mit wichtigen Vorbehalten. Berlin liegt bei durchschnittlichen Preisen um 4.800 € und deutlich über dem nationalen Durchschnitt. Direkt angrenzende Mittelstädte wie Brandenburg an der Havel liegen mit rund 2.400 € etwa auf der Hälfte des Berliner Niveaus.

Noch weiter draußen sind Städte wie Cottbus oder Gera mit Quadratmeterpreisen zwischen 1.800 € und 2.300 € zu finden – und Plauen, wo Werte unter 1.000 € pro Quadratmeter keine Ausnahme sind. Hier ist das Sparpotenzial am größten, aber gleichzeitig sind auch Bevölkerungsrückgang, Wirtschaftsstruktur und geringere Nachfrage Faktoren, die bedacht werden müssen.

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