Im Frühling beginnt in Gärten, Parks und Hecken die Brutzeit der Vögel. Amseln, Meisen oder Spatzen bauen ihre Nester und ziehen Nachwuchs groß. Doch gerade jetzt droht eine oft unterschätzte Gefahr: Katzen und andere Störungen im Garten.
Gerade während der Brutzeit werden Katzen für Jungvögel zur Gefahr. Mit einfachen Maßnahmen im Garten lassen sich Nester und frisch ausgeflogene Vögel besser schützen. Foto: iStock.com / PetrBonek
Brutzeit der Vögel: Ab März wird es ernst
Mit den ersten warmen Tagen im Frühjahr beginnt für viele heimische Vogelarten die wichtigste Phase des Jahres. Die meisten Arten starten ihre Brutzeit zwischen März und April und ziehen bis in den Sommer hinein ihre Jungen groß.
Gesetzlich gilt sogar eine besondere Schutzzeit: Vom 1. März bis 30. September dürfen Hecken, Sträucher oder Bäume nicht stark zurückgeschnitten werden, um brütende Vögel zu schützen.
Typische Gartenvögel wie Amseln oder Meisen beginnen oft schon früh mit dem Nestbau. Manche Arten brüten sogar mehrmals im Jahr, wenn genügend Nahrung vorhanden ist.
Katzen gehören zu den größten Gefahren
Viele Jungvögel überleben die ersten Wochen nur knapp. Eine der größten Gefahren sind dabei Hauskatzen.
Vor allem in dicht besiedelten Wohngebieten können Katzen zahlreiche Jungvögel erbeuten. Besonders gefährdet sind:
- frisch ausgeflogene Jungvögel am Boden
- Nester in niedrigen Hecken oder Sträuchern
- Vogelarten, die ihre Jungen außerhalb des Nestes weiter füttern
Gerade Amseln oder Rotkehlchen ziehen ihre Jungvögel häufig im Garten groß – genau dort, wo Katzen auf Beute lauern.
So können Gartenbesitzer Vögel schützen
Mit ein paar einfachen Maßnahmen lässt sich die Brutzeit deutlich sicherer machen.
1. Katzen während der Hauptbrutzeit nachts im Haus lassen
Viele Vogeleltern füttern früh morgens oder abends. Wenn Katzen in dieser Zeit draußen jagen, steigt das Risiko für Jungvögel.
2. Dichte Hecken und Sträucher stehen lassen
Sie bieten Schutz vor Fressfeinden und sind wichtige Brutplätze.
3. Keine Gartenarbeiten an Nistplätzen
Laute Geräte oder Heckenschnitt können dazu führen, dass Eltern ihre Nester aufgeben.
4. Nistkästen in sicherer Höhe anbringen
Mindestens zwei bis drei Meter hoch und möglichst katzensicher.
Jungvogel gefunden – nicht sofort eingreifen
Im Frühling liegen oft scheinbar hilflose Jungvögel im Garten. Doch das ist meist völlig normal.
Viele Vogelarten verlassen das Nest, bevor sie richtig fliegen können. Die Eltern füttern sie weiter vom Gebüsch oder Baum aus. Wer einen Jungvogel findet, sollte ihn deshalb nicht sofort mitnehmen, sondern zunächst aus sicherer Entfernung beobachten.
Warum die Brutzeit für Vögel so wichtig ist
Die Brutzeit entscheidet über das Überleben vieler Vogelarten. In Europa sind die Bestände zahlreicher Arten in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen.
Umso wichtiger ist es, dass Gärten, Parks und Grünflächen während dieser sensiblen Phase möglichst störungsfrei bleiben.
Schon kleine Maßnahmen im eigenen Garten können helfen – damit aus den Nestern im Frühling auch wirklich neue Vogelgenerationen schlüpfen.
Geschrieben am 25.03.2026
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