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Der Netflix-Effekt: Wie Serien plötzlich unsere Wohntrends bestimmen

Autorenbild: Fabienne Leonard
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Netflix ist längst mehr als ein Streamingdienst. Serien und Filme bestimmen heute nicht nur, was wir schauen, sondern auch was wir tragen, kaufen und wie wir wohnen. Immer häufiger werden Streaming-Hits zum Ausgangspunkt realer Konsumentscheidungen. Dieses Phänomen hat einen Namen: der Netflix-Effekt.

Alle lieben Netflix

Allein im vergangenen Jahr nutzten laut imm Cologne 13 Prozent der Netflix-Abonnenten die App täglich, weitere 29 Prozent mehrmals pro Woche. Serien begleiten unseren Alltag und wirken dadurch tief in Mode-, Einrichtungs- und Konsumtrends hinein. Themen, Ästhetiken und Produkte aus Serien schaffen es oft innerhalb weniger Tage vom Bildschirm in den Warenkorb. Netflix fungiert damit als eine Art Trendradar für die Gesellschaft.

Beispiel Bridgerton: Vintage-Interior statt Minimalismus

Mit „Bridgerton“ erlebte die Regency-Ära ein spektakuläres Comeback. Das Set der Serie verkörpert alles, was typisch für die Zeit von 1811 bis 1820 ist, in der die Serie spielt. Eine Ära, die für pompösen Stil, viel Textil und geschmackvollen Überfluss steht. Opulente Kostüme, prunkvolle Kulissen und romantische Ästhetik inspirierten Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer. Und das machte sich auch im echten Leben bemerkbar: 

  • Corsets und Regency-Core dominierten Social Media
  • Vintage- und Antik-Einrichtung feierte ein Revival
  • Stuck, Mustertapeten, Kronleuchter und Porzellan ersetzten den puristischen Minimalismus

Netflix-Effekt im Interior Design

Netflix-Serien prägen zunehmend, wie wir wohnen wollen. Sie liefern visuelle Leitbilder, die Materialien, Farben und Stilrichtungen im Interior Design neu definieren. Hier sind einige Beispiele:

Wednesday

Die Serie brachte eine dunkle, neugotische Wohnästhetik zurück in den Fokus. Tiefes Schwarz, Anthrazit und Bordeaux treffen auf viktorianische Formen, schwere Stoffe, dunkles Holz und dekorative Ornamente. Besonders gefragt sind aktuell Kerzenleuchter, Samtpolster, antike Rahmen und eine bewusst reduzierte, monochrome Farbwelt.

Stranger Things

Das 80er-Jahre-Setting der Serie befeuerte den Trend zu Retro-Interiors mit Nostalgiefaktor. Holzvertäfelungen, niedrige Sofas, Cordstoffe, grafische Muster und warme Erdtöne erleben ein Comeback. Vintage-Möbel, Flohmarktfunde und bewusst unperfekte Oberflächen sorgen für Authentizität und Gemütlichkeit.

Emily in Paris

Die Serie steht für modernen französischen Chic im Wohnraum. Klassische Möbel mit eleganten Linien, helle Farben, Parkettböden, Stuckelemente und goldene Akzente prägen den Look. Kombiniert mit verspielten Details, Blumen und Kunstobjekten entsteht eine wohnliche, romantische Atmosphäre mit Pariser Flair.

Vom Bildschirm in den Warenkorb

Während klassische Produktplatzierungen aus dem linearen Fernsehen bekannt sind, hebt Netflix dieses Konzept auf ein neues Niveau. Ein gelungenes Beispiel ist die Kooperation von Walmart und „Queer Eye“.

In der Serie werden Wohnungen emotional und authentisch umgestaltet – inklusive Möbel, die Zuschauer direkt nachkaufen können. Diese Mischung aus Storytelling, Identifikation und Design funktioniert weitaus besser als klassische Werbung.

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