Eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung ist eine schriftliche Bestätigung deines bisherigen Vermieters, dass du deine Miete immer pünktlich und vollständig gezahlt hast und keine Mietschulden bestehen. Sie ist freiwillig – Vermieter sind nicht verpflichtet, sie auszustellen. Trotzdem verlangen viele Vermieter sie bei der Wohnungsbewerbung als zusätzlichen Bonitätsnachweis neben Schufa und Gehaltsnachweis.
Mietschuldenfreiheitsbescheinigung: Vorlage zum Herunterladen
Diese kostenlose Mietschuldenfreiheitsbescheinigung kannst du ausgefüllt deinem Vorvermieter vorlegen. Er muss nur unterschreiben.
Übersicht
- Was ist eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung?
- Wer stellt die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung aus?
- Was steht in einer Mietschuldenfreiheitsbestätigung?
- Mietschuldenfreiheitsbescheinigung vs. Alternativen im Vergleich
- Mietschuldenfreiheitsbescheinigung beantragen: Worauf müssen Mieter und Vermieter achten?
- Wie aussagekräftig ist eine Mietschuldfreiheitsbescheinigung?
- Was tun, wenn du keine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung bekommst?
- Wie bekomme ich eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung für die erste eigene Wohnung?
- Checkliste: In 4 Schritten zur Mietschuldenfreiheitsbescheinigung
- Häufig gestellte Fragen zur Mietschuldenfreiheitsbescheinigung
Was ist eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung?
Vermieter wollen vor Beginn eines neuen Mietverhältnisses sichergehen, dass der künftige Mieter zuverlässig seine Miete bezahlt. Neben der Schufa-Auskunft, die vor allem die allgemeine Bonität zeigt, liefert die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung einen konkreten Beleg aus dem letzten Mietverhältnis: Sie bestätigt, dass Mietzahlungen stets pünktlich und in voller Höhe erfolgt sind. Wer diesen Nachweis vorlegen kann, ist im Kampf um eine Wohnung oft im Vorteil.
Wer stellt die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung aus?
Die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung stellt der bisherige Vermieter oder sein Hausverwalter aus.
Müssen Vermieter die Mietschuldenfreiheit bestätigen?
Nein. Nach Ende des Mietverhältnisses ist der bisherige Vermieter nicht verpflichtet eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung auszustellen. Sollte er sich weigern, die Bescheinigung auszustellen, haben wir weiter unten im Ratgeber ein paar Tipps für dich.
Sonderfall Wohngemeinschaft
Bei einer Wohngemeinschaft mit einem Hauptmieter und Untermietern sind die Untermieter die Mieter des Hauptmieters. Nur Hauptmieter können vom Vermieter eine Mietschuldenfreiheitserklärung beantragen.
Was steht in einer Mietschuldenfreiheitsbestätigung?
Eine Mietschuldenfreiheitsbestätigung muss folgendes enthalten:
- Name des Mieters
- Adresse der Mietwohnung
- Bestätigung, dass es keine Mietrückstände gibt (oder Angaben über die Höhe der bestehenden Mietschulden)
- Bestätigung der regelmäßigen, fristgerechten Zahlung
- Name und Anschrift des Vermieters / der Hausverwaltung, Unterschrift des Vermieters
Mietschuldenfreiheitsbescheinigung Vorlage
Diese kostenlose Mietschuldenfreiheitsbescheinigung kannst du ausgefüllt deinem Vorvermieter vorlegen. Er muss nur unterschreiben.
Mietschuldenfreiheitsbescheinigung vs. Alternativen im Vergleich
| Nachweis | Aussagekraft | Wer stellt aus | Kosten |
|---|---|---|---|
| Mietschuldenfreiheitsbescheinigung | Bestätigt lückenlose Zahlung beim Vormieter | Bisheriger Vermieter/Hausverwaltung | Bis zu 50 € möglich, oft kostenlos |
| Mietquittungen | Belegt einzelne Zahlungen | Bisheriger Vermieter (Pflicht nach § 368 BGB) | Kostenlos |
| Kontoauszüge | Belegt Zahlungsfluss, keine Bonitätsaussage | Eigene Bank | Kostenlos |
| Schufa-Selbstauskunft | Belegt fehlende negative Einträge | Schufa | Kostenlos (Basis-Auskunft) |
Mietschuldenfreiheitsbescheinigung beantragen: Worauf müssen Mieter und Vermieter achten?
Gemäß EU-Datenschutz-Grundverordnung müssen Mieter wie Vermieter bei der Mietzahlungsbestätigung einiges beachten:
- Der Mietinteressent muss ein konkretes Interesse an der Wohnung bekunden. Erst dann darf der Vermieter nach Nachweisen für die Bonitätsprüfung des Mieters fragen. Vorher unterliegen diese Infos dem Datenschutz und sind nicht relevant genug.
- Der Mieter hat keinen Anspruch auf die Ausstellung einer Mietschuldenfreiheitsbestätigung. Deswegen gilt: Der Vermieter muss immer auch Alternativen, beispielweise Gehaltsnachweise, anbieten.
- Bekommt der Vermieter schon vor dem Besichtigungstermin diese Unterlagen geschickt, sollte er diese Dokumente ohne Aufforderung löschen. Erst nach der Äußerung von konkretem Interesse zur Anmietung kann er sie offiziell entgegennehmen. Denn andernfalls könnten weniger auskunftsfreudige Mitbewerber unter Umständen benachteiligt werden.
Wie aussagekräftig ist eine Mietschuldfreiheitsbescheinigung?
Mit der Mietschuldenfreiheitsbescheinigung können Mieter nachweisen, dass sie die Miete regelmäßig bezahlt haben. Foto: stock.adobe.com / Andrey Popov
Die Mietschuldenfreiheitsbestätigung besitzt keine rechtliche Aussagekraft. Sie enthält meist keine Hinweise über den bescheinigten Zeitraum noch Aussagen über die Betriebskostenabrechnung oder etwaige Nachforderungen.
Auch über die aktuelle oder zukünftige Bonität des Mietinteressenten liefert die Mietzahlungsbestätigung keine Anhaltspunkte.
Allerdings bestehen Vermieter gerade in Gebieten mit knappem Wohnraum auf einen solchen Nachweis. Zusätzlich zur Mieterselbstauskunft und einer Bescheinigung über ein regelmäßiges Einkommen, ist die Zahlungsbestätigung für den Vermieter eine zusätzliche Sicherheit. Je mehr Unterlagen dem Vermieter vorliegen, desto besser kann er sich einen Gesamteindruck von seinem potenziellen Mieter verschaffen. Jedoch müssen Mieter immer selbst entscheiden, wie viel sie von sich preisgeben möchten.
Was ist, wenn der bisherige Vermieter die Ausstellung einer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung verweigert?
Mieter haben keinen Anspruch auf eine Mietzahlungsbestätigung. Das geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor (BGH, 30.09.2009 – VIII ZR 238/08). Es gibt für den Vermieter also keine Pflicht nach Beendigung des Mietverhältnisses eine Vorvermieterbescheinigung auszustellen. Der Grund liegt gemäß der Verlautbarung in einer „Gefährdung der Rechtsposition“ des Vermieters. Und das kann verschiedene Gründe haben:
- Noch offene Kautionsabrechnung: Dein Vermieter braucht Zeit, um nach Auszug zu prüfen, ob noch Forderungen gegen dich bestehen.
- Manche Vermieter fürchten, versehentlich falsche Angaben zu machen und dann haftbar zu sein. Zum Beispiel dann, wenn es Streit über Mietminderungen gab.
- Rechtliche Vorsicht: Eine solche Bescheinigung könnte Nachteile für ihn haben, etwa wenn es Unklarheiten über Mietzahlungen gibt.
Was heißt das für dich?
- Keine Bescheinigung = keine schlechte Bonität! Viele Vermieter verstehen, dass manche Kollegen aus rechtlichen Gründen keine Bescheinigung ausstellen.
- Auch der neue Vermieter darf sie nicht verlangen. Weil du keinen rechtlichen Anspruch auf eine Mietschuldenfreiheitserklärung hast, kann sie auch kein Muss bei der Wohnungssuche sein.
Welche Alternativen zur Mietschuldenfreiheitsbescheinigung gibt es?
Es kann verschiedene Gründe dafür geben, warum Mieter keine Mietzahlungsbestätigung vorlegen können:
- Der bisherige Vermieter stellt eine solche Bescheinigung nicht aus.
- Der bisherige Vermieter ist längerfristig nicht erreichbar, wenn er sich im Urlaub befindet oder länger krank ist.
- Es handelt sich um die erste gemietete Wohnung. Zum Beispiel bei Auszubildenden oder Studierenden, die von zu Hause ausziehen.
- Der Mietinteressent war Mitbewohner oder Untermieter, aber laut Mietvertrag nicht der Hauptmieter einer Wohnung.
Was tun, wenn du keine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung bekommst?
Kein Grund zur Sorge – du kannst deine Mietzahlungen auch anders nachweisen. Hier sind drei einfache Wege:
- Mietquittungen vorlegen: Dein Vermieter hat laut Gesetz (§ 368 BGB) die Verpflichtung dir Quittungen über gezahlte Mieten auszustellen. In der Praxis kommt das eher selten vor. Diese Quittungen würden aber als offizieller Nachweis gelten.
- Kontoauszüge zeigen: Du kannst deine regelmäßigen Mietzahlungen auch per Kontoauszug belegen. Andere Buchungen kannst du einfach schwärzen.
- Schufa-Selbstauskunft nutzen: Eine freiwillige Schufa-Auskunft ohne Score-Werte reicht oft schon. Sie zeigt, dass du bisher keine negativen Einträge hast.
Wie bekomme ich eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung für die erste eigene Wohnung?
Wenn du vorher bei deinen Eltern gewohnt hast, können sie dir eine Vorvermieterbescheinigung ausstellen. Das gilt vor allem, wenn du dort Miete gezahlt hast. Auch für den Fall, dass du keine Miete gezahlt hast, dürfen sie deine Zahlungsmoral bestätigen.
Zusätzliche Sicherheiten, die du deinem neuen Vermieter anbieten kannst:
- Mietbürgschaft deiner Eltern
- Zahlungsnachweise für frühere Miete an deine Eltern
- Schufa-Selbstauskunft
Checkliste: In 4 Schritten zur Mietschuldenfreiheitsbescheinigung
- Kontaktiere deinen bisherigen Vermieter oder die Hausverwaltung schriftlich.
- Nutze die kostenlose PDF-Vorlage und fülle deine Daten vorab aus.
- Bitte konkret um Unterschrift und Rücksendung (Post oder eingescannt).
- Reiche die Bescheinigung zusammen mit Schufa-Auskunft und Gehaltsnachweis beim neuen Vermieter ein.
Häufig gestellte Fragen zur Mietschuldenfreiheitsbescheinigung
Wie alt darf die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung sein?
Es gibt keine gesetzliche Regelung, die vorschreibt, wie alt ein Mietschuldenfreiheitserklärung sein darf. Es liegt im Ermessen des Vermieters, ob er eine ältere Mietschuldenfreiheitsbescheinigung akzeptiert. Mieter und Vermieter können sich jedoch daran orientieren. Auskünfte über deine Bonität sind in der Regel 3 bis 6 Monate gültig.
Ist eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung kostenpflichtig?
Diese Frage ist rechtlich noch nicht abschließend geklärt. Allerdings spricht einiges dafür, dass der Vermieter sich seinen Aufwand bezahlen lassen kann. Etwa, weil es sich um eine Leistung handelt, zu welcher der Vermieter nicht verpflichtet ist.
Im Fall einer Ausstellung der Mietschuldenfreiheitserklärung gilt eine Gebühr von bis zu 50 Euro als angemessen. Die Kosten für die Vorvermieterbescheinigung können auch im Mietvertrag geregelt sein. Muss der Vermieter nur einen ausgefüllten Vordruck unterschreiben, kann das kostenlos sein.
Welche Folgen hat eine gefälschte Mietschuldenfreiheitserklärung?
Sollte ein Vermieter Zweifel an einer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung haben, darf er sich nicht unangekündigt an den Vorvermieter wenden. Der Grund sind Datenschutzbestimmungen. Dazu benötigt er vom Mietinteressenten erst eine entsprechende schriftliche Zustimmung. Erweist sich die vorgelegte Mietzahlungsbestätigung nachträglich als Fälschung, gilt dies als Vertragsbruch. Das wäre ein Grund, dem Mieter fristlos zu kündigen.
Kann der neue Vermieter die Bescheinigung zur Bedingung für den Mietvertrag machen?
Nein. Da es keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung gibt, kann sie auch der neue Vermieter nicht verbindlich einfordern. Er muss alternative Nachweise wie eine Schufa-Auskunft oder Gehaltsnachweise akzeptieren. Weigert sich ein Mietinteressent lediglich, weil der Vorvermieter die Bescheinigung nicht ausstellt, darf ihm das nicht automatisch als mangelnde Bonität ausgelegt werden.
Was ist der Unterschied zu einer Mieterselbstauskunft?
Die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung stammt vom bisherigen Vermieter und bestätigt die Zahlungsmoral aus einem konkreten, vergangenen Mietverhältnis. Die Mieterselbstauskunft dagegen füllt der Mietinteressent selbst aus und macht allgemeine Angaben zu Beruf, Einkommen und Familienstand. Vermieter verlangen häufig beide Dokumente gemeinsam, da sie sich inhaltlich ergänzen: die eine belegt die Vergangenheit, die andere die aktuelle Lebenssituation.
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