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Grillen auf dem Balkon: Erlaubt oder nicht?

Autorenbild: Kerstin Faust
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Grillen auf dem Balkon ist für viele Mieter ein Highlight. Doch oft sind Vermieter oder Nachbarn nicht einverstanden. Was ist in der Mietwohnung erlaubt? Wir zeigen, worauf du beim Grillen auf Balkon und Terrasse achten musst.

Darf man auf dem Balkon der Mietwohnung grillen?

Grundsätzlich ist Grillen auf dem Balkon gesetzlich nicht verboten. Es gibt jedoch drei entscheidende Einschränkungen:

  1. Mietvertrag & Hausordnung: Ein ausdrückliches Grillverbot im Vertrag ist rechtlich bindend. Verstöße können zur Abmahnung oder Kündigung führen.
  2. Gegenseitige Rücksichtnahme: Nachbarn dürfen nicht durch dichten Qualm oder starken Geruch beeinträchtigt werden.
  3. Ruhezeiten: Die gesetzliche Nachtruhe (meist 22:00 bis 06:00 Uhr) muss zwingend eingehalten werden.

Wie oft ist Grillen auf dem Balkon erlaubt? Die Richtlinien

Beim Grillen auf dem Balkon setzt das Mietrecht keine festen Vorschriften oder Grillregeln. Auch ein höchstrichterliches Urteil vom Bundesgerichtshof (BGH) gibt es nicht. Gefällte Gerichtsurteile sind immer Entscheidungen im Einzelfall.

Gericht Erlaubte Häufigkeit Besonderheiten
LG München I Max. 4x im Monat Nicht an zwei aufeinanderfolgenden Wochenendtagen.
AG Bonn 1x im Monat Nachbarn müssen 48 Std. vorher informiert werden.
AG Westerstede Max. 10x im Jahr Mit Holzkohle max. 2x pro Monat erlaubt.

 

Worauf muss ich beim Grillen auf dem Balkon achten?

Ist das Grillen auf dem Balkon im Mietvertrag nicht ausdrücklich verboten, gilt Rücksichtnahme. Durch Qualm und Häufigkeit des Grillens können sich deine Nachbarn gestört fühlen.

Aber auch deine Nachbarn und der Vermieter sind in der Pflicht. Sie müssen den Grillgeruch gelegentlich hinnehmen, wenn das Grillen auf dem Balkon der Wohnung grundsätzlich erlaubt ist.

Welchen Grill darf ich auf dem Balkon benutzen?

In manchen Mietverträgen sind Holzkohlegrills untersagt. Einen Elektro- oder Gasgrill darfst du in der Regel nutzen, außer es besteht für den Balkon grundsätzlich Grillverbot.

Das sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen Grillgeräte:

1. Holzkohlegrill auf dem Balkon

Vorteile

  • beliebter Geschmack durch Raucharoma im Grillgut
  • Holzkohle und Briketts vielerorts leicht erhältlich und im Vergleich zur Gasflasche günstiger

Nachteile

  • Starke Rauchentwicklung, wenn Fett oder Marinade auf die heiße Holzkohle tropft
  • Hitze lässt sich schlecht regulieren, besonders für Ungeübte schwer zu handhaben
  • Wind kann die Glut fortwehen und dadurch können Brände entstehen

Verzichte beim Holzkohlegrill auf Brandbeschleuniger oder chemische Grillanzünder und achte darauf, dass Kohle und Grillanzünder immer trocken sind. Zudem sind langsames und indirektes Grillen empfehlenswert.

2. Gasgrill auf dem Balkon

Vorteile

  • kein Ruß und kein Qualm
  • Temperatur in der Regel einfach und variabel einstellbar

Nachteile

  • Aufbau und Anschluss der Gasflasche zeitintensiver als beim Holzkohlegrill, Ungeübte sollten sich am Anfang Hilfe holen
  • Gasflasche muss sicher gelagert werden und bringt immer gewisses Risiko mit

3. Elektrogrill auf dem Balkon

Vorteile

  • Temperatur je nach Modell gradgenau einstellbar
  • kein Rauch oder Ruß
  • grillen sogar in geschlossenen Räumen möglich

Nachteile

  • Gerät benötigt ausreichend Leistung, um gut zu funktionieren
  • immer auf Stromquelle angewiesen

Wie vermeide ich starke Rauchentwicklung beim Grillen?

Der größte Störfaktor beim Grillen auf dem Balkon sind der Qualm und Geruch. Einige Tipps helfen dabei, den lästigen Rauch erst gar nicht entstehen zu lassen:

  • Elektrogrill verwenden: Starke Rauchentwicklung gibt es meist beim Holzkohlegrill.
  • Mariniertes Fleisch vor dem Grillen abtupfen: Viele Marinaden basieren auf Öl, das in die Glut tropft. Wer das Fleisch abtupft, minimiert das Risiko für Rauchentwicklung.
  • Aluschalen verwenden: Fett und Marinade sammeln sich in der Schale und tropfen nicht in die Glut. Der Qualm, der entsteht, wenn Fett oder Fleischsaft auf die Glut tropfen, ist zudem gesundheitsschädlich.
  • Grill nach der Benutzung ordentlich reinigen: Ein gereinigter Grill sorgt ebenfalls für weniger Qualm. Alte Essensreste auf dem Rost verbrennen sonst und führen zu Rauchentwicklung und Geruch.
  • Achte auf gute Luftzufuhr: Wenn der Grill genug Luft bekommt, kann der vorhandene Rauch abziehen. So qualmt es auch weniger.

Immissionsschutzgesetz: Wenn Grillen zur Ordnungswidrigkeit wird

Wer seine Nachbarn einräuchert, verstößt unter Umständen gegen das Immissionsschutzgesetz und muss ein Bußgeld zahlen. Dabei spielt es jedoch keine Rolle, ob du im Garten oder auf dem Balkon grillst. Wichtig ist: Grillrauch darf nicht in Wohn- und Schlafräume der Nachbarn ziehen.

Ist Grillen auf dem Balkon gefährlich?

Das Grillen auf dem Balkon ist gefährlicher als das Grillen im Freien. Mit diesen Tipps kannst du es möglichst ungefährlich gestalten:

  • Der sicherste Grill ist der Elektrogrill. Du kannst die Hitze regulieren und der Funkenflug ist minimal - eine Gasflasche braucht es auch nicht.
  • Damit der Grill nicht umfällt, solltest du auf sicheren Stand achten.
  • Verwende keine Einweggrills, denn bei ihnen entsteht besonders viel Funkenflug.
  • Sorge für Notfälle vor: Am besten stellst du neben den Grill auf dem Balkon einen Feuerlöscher. Aber Vorsicht: Für den Fall, dass Fett brennt, muss das Feuer erstickt werden.
  • Entferne Balkon-Deko. Das kann im schlimmsten Fall brandbeschleunigend wirken. Das gilt auch für Deko in der Nähe des Grillst auf der Terrasse oder im Garten.

FAQ: Die häufigsten Fragen

Darf mein Vermieter Grillen auf dem Balkon verbieten?

Ja, der Vermieter darf das Grillen auf dem Balkon untersagen. Ein solches Verbot muss jedoch explizit im Mietvertrag oder der Hausordnung verankert sein. Ist dies der Fall, ist das Verbot rechtlich bindend. Ein Verstoß kann nach vorheriger Abmahnung sogar zu einer Kündigung des Mietverhältnisses führen.

Welche Grillarten sind für den Balkon am besten geeignet?

Der Elektrogrill ist die beste Wahl, da er kaum Rauch erzeugt. Auch Gasgrills sind oft erlaubt, solange keine extreme Geruchsbelästigung entsteht. Holzkohlegrills sind wegen des Qualms am häufigsten untersagt.​

Wie oft darf ich auf dem Balkon grillen?

Es gibt keine bundesweite Regelung. Je nach Region und Gerichtsurteil variiert dies. Es reicht von einmal bis viermal im Monat. Das gilt, solange die Nachbarn nicht unzumutbar beeinträchtigt werden.

Muss ich meine Nachbarn vor dem Grillen informieren?

Nein. Es ist allerdings ratsam die Nachbarn und den Vermieter vorab über das geplante Grillvergnügen zu informieren. So kannst du mögliche Konflikte vermeiden.

Was kann ich tun, um Rauchentwicklung zu minimieren?

Verwende Gas- oder Elektrogrills und vermeide stark mariniertes Fleisch. Das kann die Rauchentwicklung reduzieren. Das gilt auch für das Grillen auf der Terrasse oder im Garten.

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