Nachhaltig mieten statt nur Fläche nutzen – der „Grüne Mietvertrag“ ist mehr als ein Buzzword. Immer mehr Vermieter und Gewerbemieter setzen auf sogenannte Green Leases, um gemeinsam ökologische Standards festzulegen. Doch was steckt wirklich dahinter? Was unterscheidet einen grünen Mietvertrag vom klassischen Gewerbemietvertrag – und welche Chancen, Pflichten und Kosten bringt er mit sich?
Das Wichtigste in Kürze zum Grünen Mietvertrag:
- Grüne Mietverträge vereinbaren spezielle Klauseln zur Nachhaltigkeit einer Immobilie
- Diese Verträge lassen sich individuell und vielfältig gestalten
- Mieter und Vermieter legen im Green Lease fest, wer für die Kosten aufkommt
- Grüne Mietverträge gibt es momentan ausschließlich für Handelsimmobilien
- Es gibt bislang keine gesetzlichen Rahmenbedingungen zu diesem Thema
Übersicht
Was sind grüne Mietverträge?
Grüne Mietverträge? Für viele ist der Begriff nach wie vor ein Rätsel. Genau genommen handelt es sich hierbei allerdings um Mietverträge für Handelsimmobilien. Diese sind speziell auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. So vereinbarst du als Mieter beispielsweise mit dem Vermieter darin, wie sich das Objekt nachhaltig nutzen und bewirtschaften lässt. Ein Schritt, der durchaus Sinn ergibt! Schließlich legt die Politik den Unternehmen stetig neue regulatorische Anforderungen zum nachhaltigen Handeln auf. Aber auch Kunden achten mittlerweile darauf, wie ökologisch und gesellschaftlich ein Unternehmen handelt.
Kostenlose Mietvertragsvorlage
Bevor man miteinander über nachhaltige Passagen im Mietvertrag verhandelt, braucht man eine rechtssichere Grundlage. Hierfür eignen sich besonders PDF-Muster zum Downloaden. Eine solche Mietvertrag Vorlage findest du kostenlos bei Immowelt!
Was steht in grünen Mietverträgen?
Aber wann gilt ein Mietvertrag eigentlich als grün, beziehungsweise, wie ist er aufgebaut? Grundsätzlich ähnelt ein solcher Vertrag einem herkömmlichen Mietvertrag für Gewerbeimmobilien. Er umfasst allerdings noch zusätzlich grüne Klauseln, die gewisse Nachhaltigkeitskriterien vorgeben. So kann der Inhalt eines solchen Mietvertrags sehr vielfältig gestaltet sein. Er spiegelt jedoch immer diese drei Anwendungsbereiche der Nachhaltigkeit wider:
- Ressourcenschonender Umgang: Ein grüner Mietvertrag regelt, wie du als Mieter mit Ressourcen, wie Wasser und Energie, umgehst. Es könnte beispielsweise darin stehen, dass du ausschließlich auf energieeffiziente Beleuchtung setzen darfst. Ziel ist es dabei, Kosten und Ressourcen einzusparen.
- Künftige Anforderungen zum Klimaschutz: Eine grüne Klausel könnte Vermieter und Mieter schon heute auf mögliche zukünftige Verschärfungen der Klimaschutzvorgaben vorbereiten. So kannst du bereits im Vorfeld planen, wodurch sich Kosten durch kurzfristige Änderungen vermeiden lassen.
- Emissionen und Abfall reduzieren: Jährlich produzieren Unternehmen Millionen Tonnen CO₂-Emissionen und auch zahlreichen Abfall! So könnte eine entsprechende Mietvertragsklausel beispielsweise den Einsatz von nachhaltigen Abfallentsorgungssystemen und den Einbau erneuerbarer Energiequellen vorschreiben. Zusätzlich lässt sich dort auch der Einsatz von ökologisch unbedenklichen Baumaterialien für den Mietgegenstand vereinbaren.
Kann ich durch einen Green Lease auch nachhaltiger wohnen?
Bislang leider nicht! Denn grüne Mietverträge gelten ausschließlich für Handelsimmobilien. Möchtest du dennoch energieeffizient wohnen, gibt es hierfür einige Tipps. So könntest du etwa Strom, Wasser und Heizung sparsam einsetzen, um deine Energiekosten zu senken.
Welche Vorteile versprechen grüne Mietverträge?
Grüne Mietverträge gelten als Win-win-Situation für Mieter und Vermieter, wie die nachfolgende Übersicht zeigt:
- Geringerer Energieverbrauch, wodurch sich Kosten einsparen lassen
- Wichtiger Beitrag zur europaweiten CSR-Richtlinie
- attraktive Immobilie für den Verkauf oder eine Finanzierung
- Besseres Arbeitsumfeld für die Mitarbeiter im Unternehmen
- Weniger Emissionen und Abfall, was sich positiv auf das Klima auszahlt
- Vorsorge für sich ändernde Klimaschutzanforderungen und Gesetzesänderungen
Wer trägt bei grünen Mietverträgen welche Kosten?
Grüne Mietverträge legen den Fokus auf eine nachhaltige Bewirtschaftung - bisher gibt es sie nur für Gewerbeimmobilien. Foto: evening_tao / stock.adobe.com
Selbstverständlich verursachen einige im Vertrag vereinbarte Maßnahmen Kosten. Aber wer muss jetzt eigentlich für diese aufkommen? Der Mieter oder der Vermieter? Ob du beispielsweise die Kosten für den Einbau eines Solarpanels trägst oder der Vermieter regelt der grüne Mietvertrag. Sprich: Jeder Vertrag ist individuell.
Schlecht ist dies sicherlich nicht! So bietet der Green Lease dir nämlich die Chance, dich frühzeitig auf die anfallenden Kosten vorzubereiten. Gleichzeitig vereinbaren beide Parteien, wer wofür aufkommt.
Was sagt eigentlich der Gesetzgeber zum Green Lease?
In Deutschland gibt es bislang keine gesetzlichen Rahmenbedingungen für einen grünen Mietvertrag. Das heißt allerdings nicht, dass der Gesetzgeber komplett die Augen vor diesem Thema verschließt. Vielmehr befindet sich das Thema noch in der formativen Phase. Und das nicht ohne Grund! Denn immer mehr Mieter und Vermieter vereinbaren sogenannte „grüne“ Mietvertragsklauseln. Einige Experten rechnen deshalb bis spätestens 2030 mit einer gesetzlichen Regelung rund um den grünen Mietvertrag.
FAQ
Gibt es grüne Mietverträge auch für private Immobilien?
Nein, bislang gibt es grüne Mietverträge nur für Gewerbe- bzw. Handelsimmobilien. Grünes Wohnen liegt hierbei also ausschließlich in den Händen jedes Einzelnen. Als Mieter könntest du beispielsweise Strom, Wasser und Heizung sparsam einsetzen, um Kosten und CO₂-Emissionen einzusparen. Als Vermieter hingegen könntest du unter anderem auf erneuerbare Energiequellen, wie Solarpaneele setzen.
Können Vermieter eigenständig einen grünen Mietvertrag erstellen?
Ja, grundsätzlich können Vermieter gemeinsam mit dem Mieter einen grünen Mietvertrag aufsetzen. Entsprechende Vorlagen gibt es hierfür bereits als PDF zum Download. Diese eignen sich vor allem, um potenzielle Mietvertrags Fallen zu vermeiden.
Sind grüne Mietverträge ein wichtiger Bestandteil der Immobilienverwaltung?
Ja, denn das wachsende Bewusstsein für Klimaschutz und ökologisches Handeln verändert sämtliche Bereiche. So gelten grüne Mietverträge beispielsweise als fester Bestandteil der ESG-Strategie eines Immobilienunternehmens. Sie bereiten Mieter und Vermieter bereits auf bevorstehende gesetzliche Regelungen bzw. Veränderungen vor.
Geschrieben am 15.05.2025
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