Ratgeber

Erdaushub verwenden: Wie Bauherren Mutterboden sinnvoll nutzen statt teuer zu entsorgen

Autorenbild: Andreas Steger

Nach Abschluss des Rohbaus oder der Kellerarbeiten steht das frisch errichtete Haus – doch eine große Menge an  ausgegrabener Erde bleibt zurück und stellt viele Bauherren vor die Frage: Wohin damit? Die Entsorgung von Erdaushub kann schnell teuer werden, wenn man unüberlegt handelt. Im folgenden Beitrag erfährst du einige clevere, kostensparende und umweltfreundliche Möglichkeiten, wofür du deinen Erdaushub verwenden kannst.

Das Wichtigste in Kürze

Nach dem Kelleraushub stellt sich die Frage: Wohin mit der Erde? So nutzt du den Erdaushub sinnvoll:

  • Selbst nutzen: Gestalte deinen eigenen Garten mit dem Material um.
  • Verkaufen: Biete den Aushub Gartenbaubetrieben oder Bauträgern an.
  • Spenden: Unterstütze regionale Landschaftsprojekte mit deiner Erde.
  • Entsorgen: Als letzte Option bleibt die fachgerechte Bodendeponie.

1. Den Erdaushub direkt im eigenen Garten verwenden

Eine der einfachsten und ökologisch sinnvollsten Lösungen ist, den Erdaushub direkt auf dem eigenen Grundstück weiterzuverwenden. So kannst du den Erdaushub verteilen und hast gleichzeitig Material für kreative Gartenprojekte. Zudem ersparst du dir die Entsorgungskosten. Besonders bei größeren Grundstücken kannst du den Erdaushub verfüllen und für die Gestaltung nutzen. Hier sind einige Ideen:

  • Hügelbeete: Ein Hügelbeet ist nicht nur optisch ansprechend, sondern bietet auch einen optimalen Nährstoffkreislauf für Pflanzen. Besonders gut funktioniert das, wenn du die Erde mit anderen Gartenabfällen, Ästen und Kompost anreicherst. Hügelbeete machen sich besonders gut, wenn du einen Naturgarten planen möchtest.
  • Sichtschutz oder Lärmschutz: Aus dem Erdaushub lässt sich ein natürlicher Wall formen, der als Sichtschutz oder Schallschutzwall dient. So bleibt deine Privatsphäre gewahrt, und gleichzeitig trägst du zur Lärmminderung bei.
  • Teich- oder Poolanlagen: Wenn du einen Teich oder Pool planst, kannst du den Erdaushub zur Modellierung der Flächen um die Anlage nutzen. Etwa für sanfte Erhebungen, die sich harmonisch in das Landschaftsbild einfügen.


Denke jedoch daran, dass sich nicht jedes Bodenmaterial für jede Verwertung eignet. Besonders lehmiger Boden verfügt über schwere und nährstoffarme Bodenqualität sein. In diesem Fall empfiehlt es sich, die Erde mit Sand, Kompost oder Gartenboden zu mischen.

2. Erdaushub weitergeben: Verschenken oder verkaufen

Nicht jeder weiß, wie er die große Menge an Erdaushub verwenden kann, die nach dem Hausbau übrigbleibt. Glücklicherweise gibt es zahlreiche Plattformen und Foren, über die du den Erdaushub loswerden kannst. Nachdem gute Erde oft gefragt ist, kannst du dem Bodenaushub leicht zum Verschenken oder zum Verkauf anbieten. Besonders Mutterboden ist sehr beliebt, da er sich hervorragend zur Anlage von Beeten oder Rasenflächen eignet. Hier einige Tipps zur erfolgreichen Weitergabe:

  • Inserate auf Kleinanzeigenportalen: Online-Marktplätze sind eine gute Möglichkeit, Erdaushub regional anzubieten. In der Anzeige solltest du Informationen zur Bodenart und zur verfügbaren Menge angeben. Interessenten aus der Umgebung kommen oft selbst mit einem Transportmittel und sparen dir somit den Aufwand.
  • Garten- und Bauforen: In spezialisierten Foren und Social-Media-Gruppen für Garten- oder Bauprojekte gibt es häufig Personen, die größere Mengen Erde suchen. Das ist ideal, wenn du qualitativ hochwertigen Boden wie Mutterboden verschenken willst.
  • Kontakt zu Gartenbaubetrieben: Auch örtliche Garten- und Landschaftsbauunternehmen könnten Interesse an deinem Erdaushub haben. Besonders Mutterboden, der frei von Bauschutt ist, wird häufig für Neuanlagen und Rasenflächen benötigt.
  • Bodenbörse: Über eine Bodenbörse kannst du deinen Erdaushub anbieten. Gewerbliche Betriebe oder Bauträger haben einen erheblich höheren Bedarf an Bodenaushub. Über die Börse können sie diesen dann direkt abnehmen, was dir Zeit und Aufwand spart.

Falls du die Erde oder den Mutterboden nicht verschenken willst, kannst du ihn in einigen Fällen sicher auch verkaufen. Das bringt dir zusätzliches Geld ein.

3. Erdaushub fachgerecht entsorgen: Wann ist das nötig und worauf ist zu achten?

Nicht immer  lässt sich jede Art von Bodenaushub weiterverwenden. Besonders in städtischen Gebieten kann der Boden belastet sein, etwa durch Schadstoffe, Altlasten oder Bauschutt. Bevor du den Erdaushub entsorgen kannst, solltest du daher den Schadstoffgehalt prüfen. Manche Bauunternehmen bieten eine Untersuchung des Bodenmaterials an oder vermitteln an Fachbetriebe, die den Boden untersuchen.

Wichtige Punkte zur fachgerechten Entsorgung:

  • Bodenanalyse: Eine Bodenanalyse gibt Aufschluss darüber, ob dein Erdaushub schadstoffbelastet ist. Bei einer Schadstoffbelastung musst du den offiziellen Entsorgungsweg über ein gesondertes Fachunternehmen gehen. Nur so werden die Deponieverordnung und Umweltauflagen eingehalten.
  • Bauschutt und gemischter Aushub: Enthält der Erdaushub Bauschutt, wie Ziegelreste, Steine oder Beton, musst du diesen getrennt entsorgen. Es ist deutlich teurer gemischten Aushub zu entsorgen, , da die Trennung in die einzelnen Bodenarten aufwendig ist.
  • Entsorgung bei spezialisierten Unternehmen: Es gibt zahlreiche Entsorgungsunternehmen, die den Aushub abholen und gemäß den Vorschriften entsorgen. Die Kosten variieren stark, daher lohnt sich ein Preisvergleich.

Einige Gemeinden bieten auch Möglichkeiten zur kostenlosen oder kostengünstigen Entsorgung kleinerer Mengen an. Beispielsweise haben Recyclinghöfe oft spezielle Annahmetage für Erdaushub, oder bieten Container an, in der du die Erde entsorgt entsorgen kannst. Frage hierzu am besten im Vorfeld bei der Gemeindeverwaltung oder dem Bauamt nach.

Erde entsorgen: Wie hoch sind die Kosten?

Die Kosten für das Entsorgen von Erde hängen von Menge, Bodenart und Schadstoffbelastung ab. In der Regel liegen sie zwischen 20 und 60 Euro pro Tonne bei belastetem Boden oder gemischtem Aushub können sie aber deutlich höher ausfallen. Auch Gebühren für die Erddeponie oder die Beauftragung des Entsorgungsunternehmens wirken sich auf den Preis für die Entsorgung aus.

4. Erdaushub für Landschaftsbauprojekte spenden

Eine weitere Möglichkeit, überschüssigen Erdaushub sinnvoll zu nutzen, ist die Spende an öffentliche Bauprojekte. Hierunter fallen beispielsweise folgende Maßnahmen:

  • Renaturierungen
  • Anlegen von Parks 
  • Begrünung von Verkehrsinseln

Manche Kommunen und Vereine freuen sich über kostenloses Füllmaterial, da es bei der Renaturierung von Brachflächen oder bei der Anlegung von Pufferzonen am Straßenrand benötigt wird. 
Die Möglichkeiten hierzu kannst du direkt bei der Stadtverwaltung, Gemeinde oder bei Umweltorganisationen anfragen. So findest du eventuell eine sinnvolle Verwendung für den Erdaushub und unterstützt gleichzeitig Naturschutzprojekte.

FAQ: Weiterführende Fragen und Antworten um Erdaushub zu verwenden

Was bedeutet Erdaushub?

Erdaushub bezeichnet das Abtragen von Erde, Boden oder Gestein bei Bauarbeiten.

Was tun mit der Erde nach dem Aushub?

Du kannst den Erdaushub lagern und später für andere Bau- oder Gartenprojekte wiederverwenden oder diesen fachgerecht entsorgen. Idealerweise überlegst du dir schon vorher, was mit deinem Bodenaushub passieren soll. So sparst du dir unter Umständen die Zwischenlagerung.

Was kann man mit Erdaushub machen?

Du kannst Erdaushub beispielsweise für Auffüllungen, einen Geländeausgleich oder als Unterbau für Wege nutzen. Alternativ entscheidest du dich dazu, du den Erdaushub zu entsorgen, verkaufen oder verschenken.

Kann ich Erdaushub im Garten verwenden?

Ja, du kannst Bodenaushub im Garten verwenden. Wenn die Erde unbelastet und frei von Schadstoffen ist, eignet sie sich im Garten zum Beispiel für Beete, Hügelbeete oder als Untergrund für Rasenflächen.

Was ist die Ersatzbaustoffverordnung?

Die Ersatzbaustoffverordnung legt fest, unter welchen Bedingungen du Erdaushub verwerten darfst. Die Verordnung regelt ebenfalls, ob du den Bodenaushub als Ersatzbaustoff für die Verfüllung einer Baugrube nutzen darfst.

Wie kann ich Erdaushub lagern?

Wenn du den Erdaushub nicht direkt benötigst, kannst du ihn zunächst zwischenlagern. Achte bei der Zwischenlagerung jedoch darauf, dass der Boden nicht durch Regen weggespült werden kann. Planst du gegebenenfalls eine spätere Umlagerung, solltest du außerdem überlegen, wo der Aufwand für dich am geringsten ist. Ansonsten kann es sein, dass du die Erde unnötig von A nach B schaufeln musst und damit mehr Arbeit hast.

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